LKR Forchheim
Vorbereitung

So gelingt die Wandertour - Forchheimer Wanderexperte gibt Tipps

Mit dem Frühling zieht es erneut viele Menschen zum Wandern in die Fränkische Schweiz. Das richtige Schuhwerk ist dabei das A und O, weiß der Forchheimer Konrad Wolf. Das ist aber nicht das Einzige, das es zu beachten gilt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Fränkische Schweiz bietet zahlreiche Attraktionen, die Brauereientour ist nur eine davon.löw, Archiv
Die Fränkische Schweiz bietet zahlreiche Attraktionen, die Brauereientour ist nur eine davon.löw, Archiv
+1 Bild

Die Temperaturen steigen und die Sonne strahlt: Mit dem Frühling lockt auch die Fränkische Schweiz wieder viele Wanderer an. Mit dem Beginn der Wander-Saison stellen sich viele aber auch die Frage: Wie bereite ich mich richtig auf eine Wanderung vor? Und was muss ich auf jeden Fall dabei haben?

Das wichtigste: Der passende Schuh

Der Forchheimer Konrad Wolf kennt sich aus, der 66-Jährige ist selbst leidenschaftlicher Wanderer und betreibt einen Sportartikel-Laden in der Innenstadt. Das wichtigste sei vor allem das richtige Schuhwerk: "Man sollte immer solche Schuhe kaufen, die für das, was man vorhat, auch geeignet sind", betont Wolf. Für die meisten Tagesstrecken in der Fränkischen Schweiz reichen zum Beispiel gute Wanderhalbschuhe oder - stiefel. Und ganz wichtig: Die Schuhe am besten nicht erst kurz vor der Tour kaufen. Da die meisten Schuhe Massenprodukte sind, müssen sie sich erst an die eigenen Füße gewöhnen. Deshalb gilt: Vorher die Wanderschuhe immer gut einlaufen.

Ungewaschene Socken sind am besten

Welche Socken man am besten anzieht, komme auf die Beschaffenheit des Schuhes an. Wolf empfiehlt bei den meisten Goretex-Schuhen heutzutage zum Beispiel Wandersocken aus Schurwolle. Generell aber darauf achten, Socken mit wenigen Baumwollanteilen zu wählen, denn Baumwolle saugt sich mit Feuchtigkeit voll. Der Experte rät zudem, keine frisch gewaschenen Socken anzuziehen. Denn: "In jedem frisch gewaschenen Socken sind wahrscheinlich noch Waschmittelrückstände." Zusammen mit Wasser und Schweiß können die Rückstände eine Lauge bilden und das ist für die Haut nicht gut.

Sich nicht überschätzen

Neben den richtigen Schuhen, gelte es aber auch grundsätzlich nicht zu überambitioniert zur ersten Wanderung zu starten. "Man sollte sich beim Wandern auch nicht überschätzen und eine gewisse Kondition mitbringen." Das bedeutet, dass der Wanderer oder die Wanderin eventuell schon vor der ersten größeren Tour, öfters einmal laufen gehen sollte. Konrad Wolf wandert selbst auch regelmäßig, meist verschlägt es ihn dann mit seinem Hund in die Fränkische Schweiz. "Heutzutage mache ich meist Touren, die nur zwei oder drei Stunden dauern - mit einer Zwischenstation auf einem Keller. Denn ich will in der Fränkischen nicht viel Gepäck mit herumschleifen", verrät der 66-Jährige.

Den richtigen Rucksack wählen

Auf jeden Fall sollte jeder Wanderer einen Rucksack mitnehmen. Der sollte aber nicht zu groß sein. Für eine normale Tageswanderung reiche ein Rucksack mit einem Fassungsvermögen von rund 22 Litern. Ins Gepäck würde Konrad auf jeden Fall einen Regenschutz packen, sei es eine Regenjacke oder ein - poncho. Ein Regenponcho habe den Vorteil, dass die Oberschenkel auch trocken bleiben, sollte es doch einmal regnen.

Kleiden nach dem Zwiebelsystem

Für die Oberbekleidung ist vor allem ein gutes Unterhemd wichtig. "Denn das Unterhemd muss als Erstes die Feuchtigkeit weitergeben", weiß der Sportartikel-Händler. Wenn das Unterhemd die Feuchtigkeit speichert, fängt es relativ schnell an zu stinken.

Am besten kleidet man sich nach dem Zwiebelsystem: Ein Unterhemd, je nach Wetterlage ein dickeres oder dünneres Oberteil und darüber dann noch eine Jacke gegen Wind und Wasser. Bei der Auswahl seiner Wandersachen sollte man wenn möglich auch darauf achten, ob diese eventuell in Europa hergestellt wurden, meint Wolf mit Hinblick auf die problematischen Produktionsbedingungen in einigen Ländern.

Ausreichend Wasser mitnehmen

Ganz wichtig ist auch immer, genügend zum Trinken dabei zu haben. Eine gefüllte Wasserflasche gehört in jeden Wanderrucksack. Wolf verrät auch eine kleine Anekdote von einem Wanderfreund: Der habe immer "Wasser in fester Form" dabei - eine Salatgurke. Diese besteht hauptsächlich aus Wasser. "Da kann man nichts verschütten", fügt Wolf augenzwinkernd hinzu.

Wenn man einen Hund zur Wanderung mitnimmt, sollte der Halter auch daran denken, für seinen Vierbeiner ausreichend Wasser mitzunehmen.

Wanderstöcke können helfen

In jeden Wanderrucksack gehört zudem eine kleine Rucksack-Apotheke für den Notfall. Auch Wanderstöcke können hilfreich sein. "Gerade beim bergab gehen, sind Stöcke eine große Erleichterung", betont Wolf. Außerdem: Mit den Stöcken hält man beim Wandern die Hände immer auf Herzhöhe, dadurch schwellen die Arme beim längeren Laufen nicht an. Auch an eine Kopfbedeckung sollte man denken. Das kann eine Kappe, Mütze, Hut oder ähnliches sein. Auch ein Handy sollte man immer dabei haben und vielleicht noch eine Wander- oder Landkarte einpacken.

Ansonsten sollte der Wanderer oder die Wanderin einfach gute Laune mitbringen. Mit gutem Schuhwerk, Kondition und Wasser steht einer erfolgreichen Tour in der Fränkischen Schweiz nichts mehr im Weg.

Checkliste für die nächste Tageswanderung:

Bekleidung

- Wanderschuhe, oder Stiefel

- feuchtigkeitsableitendes Unterhemd

- Socken mit wenig Baumwollanteil

- wasser und windabweisende Jacke

- Kopfbedeckung

Ausrüstung

- eventuell Wanderstöcke

- Tagesrucksack, rund 20 Liter

- Erste-Hilfe-Set

- im Sommer eine Sonnenbrille

- Handy oder GPS-Gerät

- Bargeld

- Taschenmesser

Verpflegung

- gefüllte Trinkflasche mit Wasser

- eventuell Vesper mit Brotdose

Hilfreiches

- Fotoapparat

- Kompass, Kartenmaterial

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren