Forchheim

So funktioniert das Zusammenleben im neuen Katharinenspital: Moderne Wohnform für Senioren in Forchheim

Im Katharinenspital wohnen ältere Mieterinnen und Mieter Tür an Tür. Das moderne Wohnkonzept brachte ein nachbarschaftliches Miteinander hervor. Ihre Gemeinschaft zeigt, wie Geborgenheit entstehen kann.
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Sie unterstützen sich in guten wie in schlechten Zeiten: Seit über einem halben Jahr verbringen Gisela Kauffer, Quartiersmanagerin Jenny Salagean, Gisela Gülden und Gunda Korber im neuen Katharinenspital viel Zeit miteinander. Foto: Ronald Heck
Sie unterstützen sich in guten wie in schlechten Zeiten: Seit über einem halben Jahr verbringen Gisela Kauffer, Quartiersmanagerin Jenny Salagean, Gisela Gülden und Gunda Korber im neuen Katharinenspital viel Zeit miteinander. Foto: Ronald Heck

Sie fühlen sich sichtlich wohl unter dem Dach des Katharinenspitals. Gisela Gülden, Gisela Kauffer und Gunda Korber sitzen an einem Kaffeetisch des Forchheimer Stadtteiltreffs, plaudern und scherzen. Die drei lachen viel, diskutieren, besprechen alltägliche Probleme und geben sich Tipps. Der nachbarschaftliche Zusammenhalt in dem neuen Appartementhaus für Senioren macht deutlich: Sich geborgen zu fühlen, ist für ein glückliches Leben im Alter wichtig.

Sie sind füreinander da

Doch wie entsteht dieses Gefühl in dem neuen Wohnkomplex in der Forchheimer Innenstadt? Die drei Nachbarinnen, die seit über einem halben Jahr im Katharinenspital wohnen, sind füreinander da und leisten sich auch in schweren Zeiten Beistand. Gisela Gülden hat es von der Nordseeküste nach Franken verschlagen. Nach dem Umzug fühlte sich die 73-jährige Cuxhavenerin anfangs noch etwas fremd und unwohl. Vor allem am Abend plagten sie Sorgen.

Zur Hilfe kam ihre Nachbarin und Namensvetterin Gisela Kauffer. Die 71-Jährige setzte sich ans Bett, hielt ihre Hand und sprach aufmunternde Worte. Kauffer wartete am Bett, bis Gülden wieder ihre innere Ruhe fand. "Hier im Katharinenspital haben wir nicht das Gefühl, alleine zu sein", sagt Kauffer. "Dasein und Miteinandersprechen, das hilft. Wir können über alles reden", fügt Gülden hinzu. "Das ist Geborgenheit, was sie für mich getan hat. Das habe auch ich verinnerlicht und gebe es weiter."

Wenn jemand verreist oder ins Krankenhaus muss, helfen sich die Katharinenspital-Bewohnerinnen gegenseitig, schauen nach den Wohnungen und kümmern sich beispielsweise um die Post. "Das Katharinenspital ist kein Altenheim, darauf legen wir wert", sagt Gisela Kauffer. Vielmehr sei es eine moderne Form des Zusammenlebens im Alter.

Wohnen ohne Ballast

Zur Miete im Katharinenspital zu wohnen, sei sorgloser und entspannter, als sich ums Eigenheim kümmern zu müssen. "Wir haben früher ein Haus gehabt. Dieser Ballast ist jetzt weg. Da fühle ich mich hier geborgen, ohne diese ganzen Verpflichtungen", sagt Kauffer.

Zur Frauengruppe im Stadtteiltreff stößt Gerhard Gutbrod dazu. Der verwitwete Herzogenauracher und die Ebermannstadterin Kauffer haben sich vor einiger Zeit gefunden. "Mit dem Katharinenspital haben wir uns jetzt in der Mitte getroffen", sagt der 75-Jährige .

 

Auch der abgeschlossene Wohnblock in der Bamberger Straße als solcher strahle für die Bewohnerinnen und Bewohner Geborgenheit aus, meint Gutbrod. "Dazu gehört das Gefühl von Sicherheit." Das Gebäude bietet seit März 55 barrierefreie Mietwohnungen speziell für Senioren. Der Bau und die unterschiedlich großen Zimmer sind alters- und behindertengerecht.

"Es gibt im Umkreis nichts vergleichbares, da sind wir einzigartig", sagt Gunda Korber über das neue Mietkonzept. Die gebürtige Münchnerin ist häufig umgezogen und hat unter anderem lange in Algerien gelebt, bevor sie in Forchheim ihre Heimat fand. Aus Reuth zog die 80-Jährige mit ihrem Mann in die Bamberger Straße.

Im Katharinenspital sollen zudem Möglichkeiten für Begegnungen in der Innenstadt geschaffen werden. In dem Haus ist das Büro der Quartiersmanagerin Jenny Salagean.

Über Katharinenspital hinaus

Die 26-Jährige ist die "gute Seele" des Katharinenspitals. Sie ist Ansprechpartnerin für die Mieter und organisiert Veranstaltungen wie die Mittagessen, Kaffeetreffen oder Bastelrunden. "Das gehört ebenso zur Geborgenheit hier, dass sich immer jemand kümmert", lobt Gisela Gülden. Salagean meint: "Mein Ziel ist es, dass die Menschen in der Innenstadt sich unabhängig vom Alter kennen lernen - auch über das Katharinenspital hinaus."

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