Ebermannstadt
Kommunalwahl 2020

Sie will im Traumberuf bleiben

"Die Zeiten waren nicht immer leicht", sagt Christiane Meyer. Und erklärt, warum sie für die Neue Liste Ebermannstadt unbedingt erneut Bürgermeisterin werden will.
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Christiane Meyer (NLE) vor dem Rathaus in Ebermannstadt, wo sie nach der Wahl im März auch in den kommenden fünf Jahren die Politik der Stadt gestalten will. Foto: Ekkehard Roepert
Christiane Meyer (NLE) vor dem Rathaus in Ebermannstadt, wo sie nach der Wahl im März auch in den kommenden fünf Jahren die Politik der Stadt gestalten will. Foto: Ekkehard Roepert
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Ebermannstadt Christiane Meyer hat mehrere Manuskriptseiten zum Gespräch mitgebracht. Denn die Liste dessen, was die Bürgermeisterin in den vergangenen fünf Jahren angepackt hat, ist lang. Doch ganz oben stehen nicht etwa Bauprojekte oder irgendwelche konkreten Objekte, auf die man direkt zeigen könnte; ganz oben auf ihrer Erfolgsliste steht eine Errungenschaft, die schwer messbar, die für Christiane Meyer aber zum Herzstück ihrer ersten Amtszeit geworden ist: "Ich stehe für einen neuen Politstil", betont die 47-Jährige.

Vor fünf Jahren hat sich die gelernte Architektin in der Stichwahl mit 51,72 Prozent gegen Sebastian Götz (MOG) durchgesetzt - und jetzt, acht Monate vor der nächsten Bürgermeisterwahl, sagt Christiane Meyer, dass sie erneut für die Neue Liste Ebermannstadt (NLE) antreten wird.

Der Politstil, um den Christiane Meyer in den vergangenen Jahren gerungen hat, zeichnet sich vor allem dadurch aus, die Bürger umfangreich und exakt zu informieren. Mit ihr kamen völlig neue Beteiligungsformen (etwa das Zentrumsmanagement) in die Stadt und es gibt zahlreiche Bürgerprojekte (unter anderem "Ebermannstadt spielt"), so dass Christiane Meyer mit Fug und Recht sagen kann, dass Bürgernähe und Transparenz in Ebermannstadt mehr sind, als bloße Schlagworte.

Gleichzeitig war es gerade dieser neue Führungsstil, mit dem sich Christiane Meyer jede Menge Schwierigkeiten einhandelte. Teile des Stadtrates äußerten sich offen misstrauisch und ablehnend. Das Ganze kulminierte im November in einem Misstrauensantrag, mit der Folge, dass einzelne Räte das Gespräch mit der Bürgermeisterin verweigerten. "Doch diese Phase gehört der Vergangenheit an", sagt Christine Meyer.

Aus den Kontroversen im Stadtrat habe sie gelernt, wo ihre eigene Verantwortung aufhöre und wo diejenige beginne, die jeder einzelne Stadtrat für sich wahrnehmen müsse. Sie weiche keinem Problem aus. "Aber am Ende lasse ich es da, wo es ist."

Der Entschluss , sich zur Wiederwahl zu stellen, sei ihr letztlich leicht gefallen, sagt Christiane Meyer. "Ich will die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre weiterführen."

Dass ihr dies trotz der gelegentlichen "atmosphärischen Störungen" gelingen kann, steht für die Bürgermeisterin außer Frage: "Der Stadtrat ist handlungsfähig und hat sehr oft einstimmig entschieden." Meyer verweist auf die Schuldenlast, die seit 2013 halbiert, und auf die Zinslast, die um 60 Prozent gesenkt worden sei; auf die Räume, die für Kinder und Jugendliche geschaffen wurden; auf die Gestaltungserfolge in der Innenstadt und auf den Kraftakt, neue Flächen auf den Markt zu bringen. Die Bürgermeisterin schreibt sich auf die Fahnen, die Themen Wohnen und Stadtentwicklung vorangebracht zu haben.

Und natürlich fehle es ihr nicht an Ideen für die nächsten Jahre: Der soziale Wohnungsbau werde ein zentrales Thema sein. Oder auch der öffentliche Nahverkehr: "Ebermannstadt braucht einen 30-Minuten-Takt." Wenn Christiane Meyer sagt, dass man "nicht alleine Bürgermeisterin sein kann", dann denkt sie an ihre Familie, vor allem an das jüngere ihrer beiden Kinder, das noch zu Hause lebt.

Bei aller "Begeisterung und Leidenschaft" für ihr Amt - zu allererst sei sie Mutter, betont die 47-Jährige. Aber natürlich habe sie ein "Zeit-Dilemma", sagt die Bürgermeisterin. Daher habe es auch mehrere Beratungsstunden gegeben - bis der Familienrat beschloss: Christiane Meyer wird sich zur Wahl stellen, um weiter ihren "Traumberuf Bürgermeisterin" ausüben zu können.

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