Forchheim
Annafest

Sicherheit im Kellerwald und auf dem Annafest: Ist das sicher oder kann das weg?

Nach den Zäunen an den Holzgeländern sollen nun zusätzlich silberne Bügel vor der Bühne des Winterbauerkellers speziell für das Annafest die Sicherheit im Kellerwald erhöhen. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen sorgen für Wirbel.
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Die silbernen Bügel vor dem Musikpodium des Winterbauerkellers (links) sollen die Besuchermassen trennen.  Fotos: Franziska Rieger
Die silbernen Bügel vor dem Musikpodium des Winterbauerkellers (links) sollen die Besuchermassen trennen. Fotos: Franziska Rieger
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Auch wenn sie untrennbar zusammenhängen: Zwischen dem Kellerwaldgelände unter dem Jahr und dem Großereignis Annafest muss unterschieden werden. Das betont zumindest Klaus Backer, Leiter des Ordnungsamtes. Eine Vorkehrung, die speziell die Sicherheit auf dem Annafest erhöhen soll, sind große silberne Bügel vor dem Winterbauerkeller. Arbeiter haben diese vor Kurzem vor der Musiktribüne montiert.

"Eines der großen Probleme ist Panik, die entstehen kann, wenn ich nicht mehr vorankomme", sagt Backer. Weil es besonders vor dem Winterbauer-, dem Greifs- und dem Hofmannskeller eng zugeht, sollen die Bügel in diesem Jahr erst einmal vor einem Keller getestet werden. Nach dem Annafest werden die Stangen wieder abgebaut.

Ordnungspersonal leitet den Weg

Die Bügel sollen den Besucherstrom trennen in Festgänger, die am Musikpodium stehen bleiben und solche, die weiterlaufen wollen. Schilder mit der Aufschrift "Stehen" und "Gehen" weisen die Besucher in die richtige Spur. Ordnungspersonal soll dafür sorgen, dass sich die Besucher an die Vorrichtung halten. "Ohne Ordnungspersonal wäre das nicht machbar", sagt Backer. 1,2 Meter zwischen Musikpodium und den Bügeln sind als "Durchgangsstraße" für die Fußgänger gedacht, dort soll im Ernstfall Platz für einen Rettungsweg sein.

Auf den oberen Kellern gibt es stattdessen hinter den Wirtschaften einen Parallelweg, auf den die Sicherheitskräfte die Massen bei Bedarf umleiten. Weil es auf den unteren Kellern noch keinen Rettungsweg gibt, sollen die silbernen Bügel eine (vorläufige) Alternative sein. Der Rettungsweg für die unteren Keller werde erst in den nächsten zwei bis drei Jahren realisierbar sein, schätzt Backer. Schließlich müsse das gut durchdacht sein.

Warum es die silbernen Bügel überhaupt braucht, stößt bei manchen Annafest-Liebhabern auf Unverständnis, auch bei manchen Stadträten. "Ich glaube nicht, dass das in der Praxis tatsächlich funktionieren wird", meint etwa Manfred Hümmer (FW). "Es wird Konfrontationen schüren, ob jemand wirklich steht oder nur kurz anhält und zuhört", sagt er. Für den Sicherheitsdienst werde es schwierig, das zu unterscheiden. Außerdem sei über den Rettungsweg schon im vergangenen Jahr gesprochen worden, man hätte ihn zumindest provisorisch anlegen können.

Dass die Bügel nichts bringen und eher ein Hindernis darstellen, glaubt auch Günther Hammer (CSU). "Es wird dort Verletzte geben", sagt er. Die Straße werde durch die Bügel verengt, die Rettungssituation werde nicht verbessert. Dass sich alle Besucher an die Anweisungen des Sicherheitspersonals halten, besonders wenn Alkohol im Spiel ist, glaubt der Stadtrat nicht. "Statt zu deeskalieren eskalieren wir dort", meint Hammer.

Verständnis vom Wirt

Matthias Muß, der seit einem Jahr den Winterbauerkeller betreibt, reagiert gelassen auf die neuen Sicherheitsvorkehrungen in der Nähe seines Kellers. "Das stört mich nicht", sagt der Kellerwirt. Die Hauptsache sei, dass die Festbesucher noch an seinen Keller kommen - und das behindere keine der Sicherheitsvorkehrungen. Dass es auf dem Festgelände an den meisten Abenden proppenvoll ist, ist ihm bewusst. "Vor der Bühne hat es sich immer gestaut", sagt Muß. Deshalb verstehe er, dass sich die Stadt absichern muss. Ob die Bügel ihren Zweck erfüllen, das gelte es abzuwarten.

Bereits vor einigen Jahren sei die Treppe am Keller neu gebaut worden. Schon damals habe man mit Blick auf die Beständigkeit eine Treppe aus Edelstahl gebaut und nicht aus Holz. Denn Edelstahl ist robust - ganz im Gegensatz zu den Holzgeländern auf den Kellern. Deshalb sind Absturzsicherungen an den Holzgeländern nicht nur fürs Annafest, sondern für den ganzjährigen Betrieb im Kellerwald nötig, erklärt Backer vom Ordnungsamt.

Die anthrazitfarbenen Zäune, die Mitarbeiter des Bauhofes vergangene Woche an den Holzgeländern angebracht haben, sind nur provisorisch. Eine endgültige Lösung, die dann mehrere Jahre Bestand hat, muss noch erarbeitet und dann von den Stadträten gebilligt werden.

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