Gräfenberg

Setzt Gräfenberg am "Christbaum" auf dem Marktplatz die Axt an?

Die Feuerwehren Guttenburg und Gräfenbergerhüll werden aufgelöst. Außerdem Thema im Stadtrat: Der "Christbaum" auf dem Marktplatz soll gefällt werden.
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Der als Christbaum dienende Baum am Marktplatz in Gräfenberg hat eine ausladende Krone. Foto: Petra Malbrich
Der als Christbaum dienende Baum am Marktplatz in Gräfenberg hat eine ausladende Krone. Foto: Petra Malbrich

Bei den Feuerwehren Guttenburg und Gräfenbergerhüll war der Verlust aktiver Mitglieder schon länger zu beobachten. "Das Engagement an den Schulungen hatte nachgelassen und die Soll-Stärke konnte nicht mehr erreicht werden", erklärte der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) im Stadtrat. Zuletzt waren nur noch neun Mitglieder aktiv dabei. 27 Aktive, in Ausnahmefällen auch 18, sind jedoch die Mindeststärke einer freiwilligen Feuerwehr. Mehrere Gespräche mit Kreisbrandmeistern und schließlich auch mit dem Kreisbrandrat Oliver Flake folgten. Die Feuerwehren wurden als selbstständige Gruppe in die Gräfenberger Wehr integriert, aber nur bei Einsätzen im Gebiet Guttenburg und Gräfenbergerhüll parallel zur Gräfenberger Wehr alarmiert. Seit Februar vergangenen Jahres wurde das probeweise ausgeführt. Damit das auch formal so ist, muss ein offizieller Stadtratsbeschluss gefasst werden, was die Räte auch taten. Sie lösten damit die Feuerwehr Guttenburg/Gräfenbergerhüll auf.

Die Axt ansetzen?

Vor dem Rathaus steht ein großer Baum mit ausladender Krone. An Weihnachten dient er der Stadt als Christbaum. Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla würde den wuchtigen Baum gerne fällen und stattdessen einen kleinwachsenden Christbaum pflanzen. Wenn die Nahwärmeversorgung und damit eingehend die Barrierefreiheit auf dem Marktplatz umgesetzt werde, müssten die Bäume ohnehin weg. Am Anfang des Marktplatz stehen noch weitere Bäume. Der Bürgermeister wollte zunächst die Stimmung des Stadtrats zu diesem Vorhaben ausloten, bevor er die Axt anlegen lässt. Ganz so begeistert waren die Räte nicht. Matthias Striebich (Grüne) fand, jeder Baum habe Sinn und auch die Dritte Bürgermeisterin Regine Bleckmann (SPD) sprach sich gegen das Fällen aus. Ein massives Zurückschneiden sei ausreichend. Und wenn der Baum doch versetzt werden müsse, könne bei einer Gärtnerei dazu eine Maschine besorgt werden, mit der ein Baum komplett versetzt werden könnte. Die Räte sollen über Nekollas Idee nachdenken.

Breitbandausbau und Kooperation

Seit Mitte des Jahres gibt es ein neues Förderprogramm für den Breitbandausbau, um speziell öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäuser voranzubringen. Die Förderung dazu beträgt 80 Prozent. Der Höchstsatz pro Schule beträgt 50.000 Euro. Die Förderung beantragen muss der Träger. Der Breitbandausbau in den drei Schulen wird als eine Maßnahme unter Federführung der Stadt Gräfenberg beantragt werden. Die Kosten werden jedoch jedem Schulaufwandsträger zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit der Kooperation mit Weißenohe in Sachen Breitbandausbau. Weißenohe hat einen Fördersatz von 90 Prozent erhalten und noch viele Fördermittel offen. In einem weiteren Verfahren erschließt die Gemeinde nun den Weinberg, aber auch das Sportheim und die dort an der Grenze zu Gräfenberg liegenden Gebäude. Da auch Gräfenberg bei den Wässerwiesen an der Weißenoher Grenze noch nicht erschlossen ist, soll der Gräfenberger "weiße Fleck" unter Federführung der Gemeinde Weißenohe erschlossen werden. Für die Stadt bedeutet der Ausbau einer Kostenschätzung zufolge zwischen 5000 und 6000 Euro. Beiden Vorschlägen zur Kooperation stimmte der Stadtrat zu.

Straßensanierung

48.000 Euro muss die Stadt in den Haushalt aufnehmen. Grund ist die Beteiligung an der Sanierung der Ortsdurchfahrt Guttenburger Straße. Diese war einst eine städtische Straße, wurde dann aber aufgewertet und liegt nun im Zuständigkeitsbereichs des Landkreises. Allerdings gehört der Gehweg dort der Stadt Gräfenberg. Aufgrund der Sanierung der Guttenburger Straße muss sich nun auch die Stadt für den Gehweg finanziell beteiligen. Dass dies aus den entfallenen Straßenausbaubeiträgen resultiere, fügte Nekolla an. Doch Werner Wolf (FW) betonte, dass nach altem Gesetz die Kosten auf zu viele Bürger umgelegt worden wären, was wesentlich ungerechter wäre.

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