Gößweinstein
Technik

Senioren und ihr Handy

Generationenübergreifend fand in Gößweinstein ein Kurs statt. Jugendliche erklärten Senioren Funktionen des "Wischkistlas".
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Gerhard Schmidt und Christa Weidmann ließen sich von Carmen Deinlein (Zweite v. r.) mit Margarete Arnold das Smartphone und seine Funktionen erklären. Foto: Carmen Schwind
Gerhard Schmidt und Christa Weidmann ließen sich von Carmen Deinlein (Zweite v. r.) mit Margarete Arnold das Smartphone und seine Funktionen erklären. Foto: Carmen Schwind
"Ich habe ein Hörgerät. Mit dem Smartphone kann ich das einstellen", erzählt der 75-jährige Manfred Wiedow aus Gößweinstein. Außerdem war er beeindruckt, was sein Sohn während des Urlaubs auf Sylt alles abrufen konnte. Aus diesen Gründen wollte er sich näher mit seinem Smartphone beschäftigen.

Er ist nicht der einzige Senior, der ein Handy nutzt. Nach einer Umfrage des Digitalverbands "Bitkom" nutzen bereits 28 Prozent der Deutschen ab 65 ein internetfähiges Mobiltelefon. Die Hälfte der Befragten gab an, dass das Smartphone für sie eine große Erleichterung im Alltag sei. Sie nehmen das Handy zum Telefonieren, für Fotos, als Weckfunktion und um Sprachnachrichten zu versenden. Doch was tun, wenn man das Smartphone neu hat und niemand Zeit hat, um die Funktionen zu erklären?

"Bei einer Sitzung zum Bildungsmonitoring kam die Idee auf, verschiedene Altersgruppen miteinander zu vernetzen und Jürgen Kränzlein, der in Gößweinstein das Amt des Seniorenbeauftragten ausübt und die Senioreninitiative ,Gemeinsam statt einsam' leitet, warf ein, dass ,seine Senioren' doch in der Smartphone-Nutzung Nachhilfebedarf hätten", erzählt die Schulleiterin der Grund- und Mittelschule Gößweinstein, Andrea Kohl. So entstand der Workshop "Jung hilft Alt".

Drei Schülerinnen aus der achten Klasse, Carmen Deinlein, Lea Eckert und Lea Leicht, boten sich an, Senioren das Smartphone zu erklären. Und so trafen sie sich in Gößweinstein im Rahmen von "Gemeinsam statt einsam" mit Senioren wie Manfred Wiedow, um ihre Fragen zu beantworten.


In Kleingruppen

Die Gruppe der 16-jährigen Carmen Deinlein bestand aus der 71-jährigen Christa Weidmann, der 78-jährigen Margarete Arnold und dem 73-jährigen Gerhard Schmidt. "Der Passwortschutz ist wichtig, damit niemand etwas damit anfangen kann, wenn man das Handy mal verliert", erklärte Carmen Deinlein ihrer Gruppe und zeigte wie man ein Passwort vergibt.

Sie zeigte den Anschaltknopf, wie man ins Menü kommt und erklärte den Pfeilknopf, mit dem man immer wieder zurück kommt. Außerdem erklärte sie, dass nahezu alle Funktionen direkt über den Bildschirm gesteuert werden. Die Oberfläche des Bildschirms ist berührungsempfindlich.

Die Schülerin zeigte den Senioren, wie das Smartphone auf die Aktionen an der Oberfläche reagiert. Außerdem erklärte sie die Bedienmöglichkeiten am Bildschirm wie das einfache oder doppelte Tippen oder das Wischen, Streichen und Schieben.

Besonders interessant fanden die Senioren das sogenannte "Aufziehen". Mit dieser Funktion können Inhalte vergrößert werden - praktisch, wenn man gerade die Brille nicht zur Hand hat. Dazu positioniert man Daumen und Zeigefinger nebeneinander auf dem Text oder dem Bild und zieht mit leichter Berührung der Oberfläche die beiden Finger auseinander bis die Darstellung die gewünschte Größe erreicht hat.

"Ich habe mir das Handy hauptsächlich als Fotoapparat gekauft", warf Gerhard Schmidt ein. Deshalb musste Carmen Deinlein die Kamerafunktion erklären und es wurden Selbstporträts, sogenannte "Selfies", gemacht. Dann wollten die Senioren wissen, wie man ins Internet kommt. Auch das wurde gezeigt und Margarete Arnold präsentierte stolz die Homepage ihrer Ferienwohnungen.

Carmen Deinlein erklärte danach die Spracheingabe. Das probierte Margarete Arnold sofort aus und rief ihre Homepage mit Sprache auf. Gerhard Schmidt wollte wissen, wie er Musik vom USB-Stick auf das Smartphone übertragen kann.

Christa Weidmann findet es gut, dass man ein Smartphone auch als Taschenlampe nutzen kann. "Ich fühlte mich langsam ausgeschlossen. Alle versenden WhatsApp-Nachrichten. Telefonieren tut keiner mehr. Ich will wieder dazu gehören", meinte Christa Weidmann. Deshalb war sie zu diesem Nachmittag gekommen.
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