Forchheim
Aktion

Senioren besuchen in Forchheim die Kleinsten

Erstmals revanchierten sich die Senioren vom Katharinenspital für die Besuche der Kinder und kamen in die KiTa Sattlertor. Gesetzliche Regelungen verhinderten das bislang.
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Keine Berührungsängste: Die Kinder der KiTa Sattlertor gingen aktiv auf die Senioren zu. Foto: Sebastian Neubauer
Keine Berührungsängste: Die Kinder der KiTa Sattlertor gingen aktiv auf die Senioren zu. Foto: Sebastian Neubauer
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Eine watschelt voraus, die anderen folgen im Gleichschritt. Das Bild, das sich dem Beobachter am Montagvormittag in der Kindertagesstätte Sattlertor bot, erinnerte schon stark an den niedlichen Marsch einer Entenfamilie. Mit der Besonderheit, dass in der KiTa die Kleinen die Richtung vorgaben und die Großen im Gleichschritt folgten.

Na ja gut, vielleicht nicht im Gleichschritt. Schließlich sitzen viele der Senioren im Rollstuhl. Aber doch, sie folgten, wenn auch mit fremder Hilfe. Angeführt wurden die Besucher aus dem Altenheim Katharinenspital von Kindererzieherin Marianne Pfeufer und einem ganzen Schwarm Kinder aus dem Maxi-Club der KiTa. Dort tummeln sich die "alten Hasen", die im kommenden Jahr eingeschult werden. Sie nahmen die Senioren an der Hand und zeigten ihnen die Räumlichkeiten.

Faszination statt Ablehnung

Der Besuch der Senioren in der KiTa war der erste überhaupt.
Dabei kooperiert das Altenheim schon seit 20 Jahren mit der Kindertagesstätte.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit besuchten die Kinder die Senioren schon mehrmals im Altenheim und kegelten, sangen und bastelten mit ihnen. Einen Gegenbesuch hatten bisher gesetzliche Regelungen unmöglich gemacht. "Seit unserem Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Jahr 2011 sind wir nun endlich barrierefrei, und die Senioren können uns besuchen", erzählt Pfeufer. "Die Hemmschwelle ist ganz schnell weg und die Altersgruppen suchen den Kontakt. Das ist großartig", meint Erzieherin Heike Rödel.

So hat ein Junge seinen Freunden mit leuchtenden Augen von einer 100-jährigen Frau erzählt, von der die Kleinen gar nicht mehr den Blick lassen konnten. Faszination und Annäherung statt Ablehnung und Desinteresse - das ist auch das, was sich die Initiatoren wünschen. "Die Senioren kommen raus und sehen was Neues. Und unsere Kinder sehen, dass beispielsweise auch ein Umgang mit Behinderten möglich ist."

Auch die Senioren sind von der Aktion begeistert. "Die Kinder sind aufgeschlossen. Das Ganze ist eine schöne Erfahrung", sagt Gertrud Pahr aus dem Katharinenspital. Sogar ein Geschenk haben die Senioren mitgebracht: Sie bedanken sich auf einer Tafel mit Bildern für vergangene Veranstaltungen. In der Mitte steht: "Wir freuen uns auf ein Wiedersehen." Die Kinder sicherlich auch.
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