Affalterthal
Jubiläum

Seit 125 Jahren: ein musikalisches Lob Gottes

Seit 125 Jahren musiziert nun schon der Posaunenchor Affalterthal. Selbst zwei Weltkriege konnten dem Verein nichts anhaben.
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Bezirkschorleiter Sven Menhorn dirigierte im Gottesdienst den Posaunenchor.  Fotos: Reinhard Löwisch
Bezirkschorleiter Sven Menhorn dirigierte im Gottesdienst den Posaunenchor. Fotos: Reinhard Löwisch
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Der Dekanatsposaunentag am Sonntag im Mehrzweckhaus war ein weiterer Höhepunkt im Festjahr des Affalterthaler Posaunenchors. Dieser feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag.
Er war um 7 Uhr in der Früh, als sämtliche Posaunenchöre des Dekanats Gräfenberg - insgesamt mehr als 200 Musiker - durch die Orte der Kirchengemeinde Affalterthal zogen, um mit einem musikalischen Weckruf den besonderen Tag einzuleiten. In Affalterthal, hier spielte der Patenposaunenchor aus Hetzelsdorf, geriet der Weckruf zu einem regelrechten Konzert.


Ehrung für verdiente Mitglieder

Wegen des Regens wurde der Gottesdienst von der nahen Wiese in das Mehrzweckhaus verlegt worden. Dort waren die Posaunisten bei weitem in der Überzahl, als Ortspfarrer Michael Maul, zusammen mit dem Landesobmann der bayerischen Posaunenchöre, Pfarrer Matthias Cunradi, den Gottesdienst zelebrierte.

Im Gottesdienst ging es in erster Linie um den Posaunenchor Affalterthal, der einer der ganz wenigen in Bayern ist, der auch während der beiden Weltkriege weiterexistierte und somit echte 125 Jahre lang dem Motto "Lobet Gott mit Posaunen" treu sein konnte. Cunradi war überrascht und erfreut darüber, dass die Altersstruktur des Chores weit unter dem bayerischen Durchschnitt liegt: "Das zeugt von einer guten Nachwuchsarbeit." Er nahm auch die Ehrung langjähriger Bläser vor.

Angela Weih, Andreas Deuerlein und Helmut Hofmann wurden für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt, Bernd Müller und Simon Gemählich für 40 Jahre. Hans-Martin Gemählich, Obmann des Posaunenchores, ist seit 50 Jahren aktiv dabei und Peter Schmitt gar seit 60 Jahren.

Letzterer ist der einzige Bläser im Chor, der das "Helikon" aus der Gründerzeit überhaupt noch spielen kann. Zum Ende des Posaunentags nahm aßen die Bläser auf der Wiese hinter dem Mehrzweckhaus gemeinsam zu Mittag. Hierher kam auch Landrat Hermann Ulm (CSU) zu einer kurzen Stippvisite mit seinem Chauffeur Werner Noak. Ulm war aktiver Posaunenbläser in Kunreuth und spielte vor fünf Jahren, als der Affalterthaler Chor sein 120-Jähriges feierte, noch selber beim damaligen Dekanatsposaunentag auf der grünen Wiese mit.


Collage aus Geldscheinen

Die Posaunenchöre des diesjährigen Posaunentages wurden von Bezirks-Chorleiter Sven Menhorn dirigiert. Die Obfrau des Patenchores aus Hetzelsdorf, Rebecca Löw, überreichte ihrem Kollegen vom Affalterthaler Chor, Hans-Martin Gemählich, eine kleine Geldschein-Collage in Form eines Bildes.

Sie erinnerte damit daran, dass es zwischen beiden Posaunenchören eine starke und alte Bande gibt. Am 21.Mai 1901 zogen unter den Klängen der Posaunenchöre aus Affalterthal, Großengsee, Hilpoltstein und Kunreuth die Festgäste in die neu erbaute neugotische Hetzelsdorfer Matthäus-Kirche ein. Dieses Erlebnis hat bei den Hetzelsdorfern einen starken Eindruck hinterlassen, denn man entschloss sich daraufhin, selbst einen Posaunenchor zu gründen.

Die Affalterthaler unterstützten die acht Männer der ersten Stunde, indem sie im gleichen Jahr die Patenschaft für den neuen Chor übernahmen. Den Affalterthaler Posaunenchor gab es zu dem Zeitpunkt bereits fast zehn Jahre. So konnte man auch Erfahrungen weitergeben an die acht Hetzelsdorfer Gründungsmänner, die, bis auf einen, Johannes mit Vornamen hießen; genauso wie der "Posaunenpapst" Kuhlo, der noch die Affalterthaler Männer während eines einwöchigen Urlaubs persönlich unterrichtete. Kuhlo hielt das Ereignis in seinem Tagebuch fest: "In Affalterthal bei Egloffstein in Bayern haben nach meiner Methode sechs Männer, darunter nur drei genügend musikalische, binnen neun Tagen so blasen gelernt, dass sie am zehnten Tag, Himmelfahrt 1892, auf dem Missionsfest sämtliche Lieder begleitet und noch einige Extrastücke geblasen haben zur besonderen Freude des dortigen Pfarrers Reich.
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