Pretzfeld
Wettbewerb

Schwerste Kirsche im Kreis Forchheim wiegt 24,8 Gramm

Auf dem Pretzfelder Kirschenfest wurde als Werbemaßnahme erstmals die schwerste Kirsche des Landkreises Forchheim prämiert. Ein Bundestagsvizepräsident war auch vor Ort.
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Die schwerste Kirsche Foto: Carmen Schwind
Die schwerste Kirsche Foto: Carmen Schwind
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"Wir wollen den fränkischen Kirschenanbau nach vorne bringen, damit wir wettbewerbsfähig bleiben. Langsam werden wir deutschlandweit bekannt", sagte Wolfgang Meisel aus Ermreuth am Kirschenfest in Pretzfeld. Gerade war er von Landrat Hermann Ulm (CSU) für die Zucht der schwersten Kirsche des Landkreises Forchheim prämiert worden. Stolz zeigten Meisel und seine Lebensgefährtin Uta Müller die 24,8 Gramm schwere Siegerkirsche. Dabei handelt es sich um eine Süßkirsche, die von der Universität Bologna in Italien gezüchtet wurde. "Sie heißt ,Saretta' und gehört zur ,Summit'-Serie, die langsam auf den Markt kommt", erklärte Meisel, der auf sieben Hektar Süßkirschen anbaut und auf 40 Hektar Pferdeheu.

Nach Italien gereist

Die Kirsche enthält viel Zucker, was sie schwer macht. "Sie hat ein langes Erntefester. Wenn man meint, dass sie reif ist, kann man sie zehn Tage später immer noch ernten und sie sieht gut aus", erläuterte Wolfgang Meisel, der mit dem Kreisfachberater für Obstbau, Hans Schilling, nach Italien gereist war, um sich über den Anbau der "Saretta" zu informieren. Da Meisel nicht kleckert, hat er gleich 2300 Bäume verschiedener Sorten angepflanzt. "Gemeinsam mit Hans Schilling haben wir viel ausprobiert, denn in Italien ist das Umfeld für die Kirschen anders", meinte er. Meisel erzählte vom Test verschiedener Schnittformen und Baumerziehungsmaßnahmen. Mittlerweile entstand bei ihm eine Fruchtwandanlage aus Spindelbäumen. Sein Sohn Markus Meisel hat für die Sortierung sogar eine entsprechend Maschine entwickelt. "Ohne eine Familie, die einen unterstützt, kann man so etwas nicht machen", lobte Wolfgang Meisel.

Bundestagsvizepräsident

Doch nicht nur die Prämierung der schwersten Kirsche war am diesem Tag ein Höhepunkt auf dem Kirschenfest. Am Abend der Firmen und Vereine hatten sich auch zahlreiche Politiker eingefunden. Zum Beispiel waren von der FDP Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki und der Landtagsabgeordnete Sebastian Körber gekommen. Kubicki durfte sich ins Goldene Buch der Marktgemeinde eintragen und hatte angekündigt, dass er in seiner Rede nicht politisch werden wolle. Doch konnte er sich Anspielungen auf die Grünen nicht verkneifen: "Ich würde ja mit der Bahn fahren, wenn die Züge pünktlich und die Toiletten offen wären und das WLAN funktionieren würde." Außerdem hatte er sich gewundert, dass er von der Bundestagsfraktion der Grünen zu einem Buffet eingeladen worden war, bei dem es viel Fleisch gegeben hatte. Den neuen britischen Premierminister Boris Johnson bezeichnete er als "größten Lügner". Und er verstand es nicht, dass man für viel Geld alle Abgeordneten und Mitarbeiter des Bundestages aus dem Urlaub holte, um Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als neue Verteidigungsministerin zu vereidigen.

Thema Biotope

Zu den Biotopen der Region meinte er, dass die Landwirte diese geschaffen hätten: "Die brauchen niemanden, der ihnen sagt, wie es hier aussehen soll."

Die CSU-Ortsvorsitzende Diana Könitzer hatte die Bürger zum Stammtisch eingeladen. "Das war früher mal Tradition. Da konnte man sich mit den Lokalpolitikern unterhalten. Das wollte ich wieder machen", sagte sie und begrüßte auch den CSU-Landtagsabgeordneten Michael Hofmann. Hofmann sagte, dass man mit den Streuobstwiesen auf einem guten Weg sei, aber die Veränderungen anschauen müsse. Streuobstwiesen prägen die Fränkische Schweiz und man müsse etwas tun für die Leute, die sich um diese kümmern.

Besuch aus Bretzfeld

Ganz besonders freute sich Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) über den Besuch der Freunde aus Bretzfeld. Etwa 60 Bretzfelder aus dem Hohenlohekreis in Baden-Württemberg waren im Bus mit ihrem Bürgermeister Martin Piott angereist und wurden herzlich empfangen. "Das ist mittlerweile nicht nur eine freundschaftliche, sondern eine familiäre Verbindung", meinte Piott und umarmte Rose Stark zur Begrüßung. Mit dabei hatte er die Hohenloher Weinkönigin Kim Philin Pfisterer und die Weinprinzessinnen Marina und Linda Pfäfflin. Bei schönem Wetter und Musik des Musikvereins Pretzfeld klang für die zahlreichen Gäste ein schönes Kirschenfest aus.

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