Ebermannstadt
Etat

Schuldenabbau trotz Rekord-Haushalt

In Ebermannstadt sprudeln die Einnahmen. Trotzdem hat die Schuldentilgung absolute Priorität. Die Tilgung kann problemlos erwirtschaftet werden.
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Zum Jahresende  sinkt der Schuldenstand von Ebermannstadt auf 8,3 Millionen Euro. Außerdem hat die Kommune 1,1 Millionen auf der hohen Kante.  Josef Hofbauer
Zum Jahresende sinkt der Schuldenstand von Ebermannstadt auf 8,3 Millionen Euro. Außerdem hat die Kommune 1,1 Millionen auf der hohen Kante. Josef Hofbauer
Den Rekord-Haushaltsplan mit einem Gesamtvolumen von 21,7 Millionen Euro wollte Stadtrat Franz Dorn (MOG) nicht kommentieren. Dennoch verdeutlichte er die finanzielle Situation der Kommune wie kein Zweiter. "Die Stadt zahlt täglich 600 Euro Zinsen", rechnete er vor. Allein durch die Umschuldung eines Darlehens über 2,76 Millionen, dessen Zinsbindung Ende März ausläuft, spart die Stadt durch die niedrigeren Zinsen pro Tag hundert Euro. Dabei sinkt die Gesamtverschuldung bis zum Jahresende auf 8,3 Millionen.
Konrad Dresel (MOG), der die Haushaltsrede des erkrankten Vizebürgermeisters Sebastian Götz vortrug, verdeutlichte in Anlehnung an den früheren Reichskanzler Otto von Bismarck: "90 Prozent aller Politik sind Haushaltspolitik und die restlichen zehn Prozent gehen auch nicht ohne Geld."
Kämmerer Wolfgang Krippel zog das Fazit: "Der Haushaltsplan ist sehr gut, da keine Darlehensaufnahme notwendig ist, die vorhandene Rücklage alle fest eingeplanten Investitionen deckt und sogar eine Zufuhr zu den Rücklagen erwirtschaftet wird." Dennoch mahnte er einen kritischen Umgang mit investiven Maßnahmen an.
Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) erklärte: Der Haushaltsplan markiere den Weg für zukünftige Entwicklungen der Stadt. Er sei das Fundament der Arbeit der Verwaltung und habe höchste Priorität für die Bürger.
Erfreut stellte sie fest, dass der Schuldenstand von neun Millionen zum Jahresanfang nun erneut reduziert werden könne. Berücksichtigt man die Rücklagen, die bis Dezember um rund 300 000 Euro auf 1,16 Millionen steigt, wurden die Verschuldung der Stadt seit Beginn der Legislaturperiode halbiert. Die Folge: Auch die jährliche Zinsbelastung sank von 520 000 Euro 2012 auf 255 000 Euro in diesem Jahr.
Die Tilgung, so Bürgermeisterin Meyer, könne problemlos erwirtschaftet werden. Dank einer höheren Schlüsselzuweisung, einer um 300 000 Euro niedrigeren Kreisumlage und sprudelnden Einnahmen aus der Einkommensteuer (4,25 Millionen) gebe das Zahlenwerk Anlass zur Freude.
"Ebermannstadt investiert in die Zukunft", stellte Fraktionschef Erwin Horn (NLE) fest. Die Investitionen in das Rathaus, die Sanierung der Grund- und Mittelschule, der Bau der Stadthalle und die Altstadtsanierung legten dafür ein sichtbares Zeugnis ab, würdigte Horn die Arbeit des Stadtrates in den vergangenen Legislaturperioden.
Horn unterstrich: "Ebermannstadt investiert nicht nur in Sachwerte, sondern in Menschen. Als Beleg führte er die 1,28 Millionen für den Unterhalt und die Ausstattung der Schulen, die 685000 Euro für die soziale Sicherung und 577 000 Euro für den Bereich Gesundheit, Sport und Erholung an. Hinzu kämen die 1,35 Millionen Euro an Personalausgaben. "Überall braucht es Menschen, die sich jeden Tag persönlich engagieren", stellte Horn fest.
Konrad Dresel stellte fest: "Die Fraktionsgemeinschaft Mühlbachtal Oberland, Gasseldorf sieht als höchste Priorität den Schuldenabbau." Gleichzeitig mahnte er das Thema Baulandausweisung an. Hier verfolgten alle Fraktionen das gleiche Ziel, wenngleich der Weg dorthin auf Grund unterschiedlicher Ansichten ein anderer sein könne. Auch Friedhöfe, Leichenhäuser und Spielplätze dürften nicht vergessen werden.
Martin Vogler (CSU) zeigte sich hinsichtlich der zukunftsweisenden Konzepte für die Stadt, insbesondere die Neuansiedlung von Gewerbe und den Zuzug junger Familien skeptisch. Ebenso kritisierte er die "relativ hohe Personalfluktuation" in der Verwaltung, die mit einem Verlust von Knowhow einhergehe. Zum Umgang mit Anträgen zur Förderung sozialen Engagements mahnte Vogler die Erarbeitung eines Leitfadens an. Er erspare Detaildiskussionen und gebe den Handlungsrahmen vor.
Gegen die Stimme von Klaus Neuner (CSU) wurde der Haushaltsplan gebilligt.
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