Ebermannstadt
Landtagswahlen

Schüler setzen ihre Kreuzchen

Politische Bildung wird immer wichtiger. Gerade vor Wahlen wie am Sonntag der Landtagswahl ist es wichtig, dass sich Schüler mit dem Thema beschäftigen, wie am Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.
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Auf dem Tisch der Wahlhelfer liegt ein flacher Karton für die Wahlberechtigungszettel und daneben liegen die blauen und weißen Wahlzettel. Zwei Wahlkabinen und die Urne für die Stimmzettel stehen auch schon bereit. An einer Tafel hängt ein Musterwahlzettel für die Erststimme und ein Poster zum Wahlsystem der Landtagswahl. Ganz oben steht der Hinweis: "Ein Kreuz pro Wahlzettel!"

"Es ist interessant, wenn man das alles miterlebt, bevor man schließlich selbst wählen darf", sagt die 15-jährige Lea Drummer. Sie und ihre Mitschülerin Helena Hübner (17) sind Wahlhelfer bei der ersten Juniorwahl im Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt. Ihre Aufgabe ist es, die Wahlberechtigung und den Ausweis zu überprüfen sowie die Wahlzettel zu verteilen. "Die sehen aus wie die Echten", erklärt Susanne Behlert. Als Sozialkundelehrerin betreut sie das Projekt, bei dem insgesamt 127 Schüler der fünf zehnten Klassen wählen dürfen. Sie nehmen zusammen mit 600 weiteren Schulen in ganz Bayern an der Juniorwahl teil.

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Theorie und Praxis verbinden

Bei dieser besonderen Wahl geht es darum, dass der Unterricht mit der Praxis verbunden wird und die Schüler den Wahlablauf selbst miterleben. Durch die Vor- und Nachbereitung, sowie die Wahl selbst, sollen die Schüler sich Wissen aneignen, eine Meinung bilden und dann schließlich eine Entscheidung treffen.

"Es ist gut, dass es dieses Projekt gibt. Die Schüler sind wirklich interessiert und die Wahlteilnahme ist sehr hoch", sagt Behlert zufrieden.

Das zeigt sich auch als das "Wahllokal" geöffnet wird: Während in den Wahlkabinen fleißig Kreuzchen gesetzt werden, wird vor den verschiedenen Plakaten noch einmal kurz diskutiert und Behlert beantwortet noch einige Fragen.

Die wichtigste lautet natürlich noch einmal: Wie wähle ich richtig und wie viele Kreuze darf ich setzen? "Pro Stimmzettel eine", antwortet die Lehrerin geduldig, da sie weiß, dass es für die Schüler Neuland ist und zugleich auch sehr spannend. "Ihr müsst aber nicht auf beiden Zettel die gleiche Partei wählen."

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Zwei Schüler dürfen schon wählen

Zwei Schüler dürfen am Sonntag sogar selbst wählen, erzählt sie. Außerdem sind drei Schüler mit Migrationshintergrund unter den Wählern. "Für Schulen, die mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund haben, dürfte das auf alle Fälle interessant sein."

Helena, die für die Ausgabe der Wahlzettel zuständig ist, findet das Projekt insgesamt sehr spannend: "Das bietet einen guten Ausblick in die Zukunft und welche Veränderungen es geben wird." Lea nickt zustimmend und ergänzt: "Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen und lernen dadurch die Parteien besser kennen."

Die Stimmzettel auszuzählen sei noch einmal viel Arbeit, sagt Behlert zu den beiden Wahlhelfern. Mit Wahlvorstand und den weiteren Helfern sind sie dann zu siebt, was die Arbeit erleichtere.

"Zum Glück gibt es ein System, das uns bei der Auszählung hilft." Lea und Helena sind schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Bis zum kommenden Sonntag dürfen die Schüler nichts über das Wahlergebnis verraten.



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