Kirchehrenbach
Übung

Feuer, Flugzeug-Crash, Verletzte: Einsatzkräfte üben Schreckensszenario am Walberla

Unter dem Decknamen "Walburga" haben 60 Einsatzkräfte erstmals auf dem Hausberg der Fränkischen Schweiz den Ernstfall geprobt. Auch die Polizeihubschrauberstaffel aus Roth war eingebunden.
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Abtransport eines Verletzten. Fotos: Karl Heinz Wirth
Abtransport eines Verletzten. Fotos: Karl Heinz Wirth
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Es ist ein Szenario, das an Dramatik kaum zu überbieten ist: Ein Segelflugzeug kollidiert in der Luft mit einer Drohne und muss eine Notlandung auf dem Walberla durchführen. Zwei Waldarbeiter

versuchen sich vor dem im Landeanflug befindlichen Segelflugzeug in Sicherheit zu bringen, geraten dabei unter die ins Rutschen gekommene Holzladung. Es kommt zu schweren Verletzungen.

In einem von mehreren Personen illegal errichteten Zeltlager samt Lagerfeuer kommt der abrutschende Traktor zum Stehen, wodurch ein Flächenbrand in Richtung des nahen Steilhangs "Steinerne Frau" entfacht wird. In Panik geraten, flüchten die Camper orientierungslos in alle Richtungen, wobei zwei Personen aufgrund der starken Rauchentwicklung den Hang hinunter in die Tiefe stürzen und verletzt liegen bleiben. Dutzende Schaulustige behindern die Rettungskräfte beim Versuch, die Verletzten zu bergen.

60 Einsatzkräfte beteiligt

Zum Glück: Die Schaulustigen sind nur zufällig anwesende Wanderer und Spaziergänger die alles beobachten und das Feuer wurde vom THW kontrolliert in Szene gesetzt. Echt sind die Retter. 60 Einsatzkräfte haben am Samstagnachmittag erstmals auf dem Walberla, dem Hausberg der Fränkischen Schweiz, unter dem Decknamen "Walburga" eine Großübung für Feuerwehr, Technischer Hilfswerk, Bergwacht Forchheim, Rettungsdienst ASB Bund Fränkische Schweiz und der Polizeihubschrauberstaffel aus Roth gemeinsam den Ernstfall geprobt.

Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit und die Kommunikation der einzelnen Organisationen sowie der jeweiligen Ehrenamtlichen. "In dieser Konstellation kommen wir glücklicherweise nur selten zusammen. Deshalb war es uns ein besonderes Anliegen, den Einsatz in dieser Form gemeinsam zu proben", erklärt Kommandant Sebastian Müller, Hauptverantwortlicher und Ideengeber der Großübung. Es ist die dritte Großübung die von FFW und THW Kirchehrenbach veranstaltet wird.

Komplizierte Verletzungen

Stellvertretender Wehr-Kommandant Bernd Gebhard koordinierte als Einsatzleiter die Übung. Er hatte die schwierige Aufgabe, alle Einsatzkräfte nach einer ersten Erkundung der Unglücksstelle aufzuteilen, Abschnitte zuzuweisen und sich mit den Verantwortlichen der jeweiligen Organisationen auszutauschen und die Rettungseinsätze zu planen. Während die in diesem Szenario "verletzten" Waldarbeiter mit Schädelhirntrauma und Beckenverletzungen aus ihrer gefährlichen Lage von THW und Rettungsdienst geborgen wurden, befreiten Feuerwehrleute den Segelfliegerpiloten (der ein Wirbelsäulentrauma erlitten hatte) aus seiner Maschine inmitten des Zeltplatzes.

Sehr schnell unter Kontrolle hatte die Kirchehrenbacher Wehr den Flächenbrand. Die Rettung der vier Verletzten aus dem Steilhang gelang der Forchheimer Bergwacht mit Unterstützung des Hubschraubers und der Seilwinde. Auch die Suche der vermissten und geflüchteten Personen, die zum Teil Brandverletzungen erlitten hatten, gelang den Helfern gegen Ende der dreistündigen Übung. "Der Stress für die Einsatzkräfte ist real", erzählt einer, der dabei war. "Irgendwann vergisst man, dass es nur eine Übung ist".

Kommandant Müller meinte, dass ohne regelmäßige Übungen im Ernstfall "Chaos" entstehen würde. Landrat Hermann Ulm, der die Übung beobachtete, dankte Sebastian Müller für die gelungene Übung. Besonders hervorgehoben wurde von allen Beteiligten die hervorragende Zusammenarbeit. Unter den Beobachtern waren auch Kreisbrandrat Oliver Flake und Kreisbrandinspektor Johannes Schmitt, die sich vom Ablauf "beeindruckt" zeigten.

Manfred Hänchen Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Ebermannstadt und sein Kollege Wolfgang Pfeffer, Klettersachbearbeiter im Polizeipräsidium Oberfranken, waren beeindruckt von der Großübung "Walburga".

Besonders lobten sie die Zusammenarbeit zwischen der Hubschrauberstaffel aus Roth und der Bergwacht Forchheim. "Die sind motiviert und mit Herzblut bei der Sache", meinte Wolfgang Pfeffer.

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