Die Stadtwerke Forchheim wollen ab Ende des Jahres Internet, Telefonie und Digitalfernsehen anbieten. Mit der Marke "foOne" werden sie ein vollumfänglicher Telekommunikationsanbieter für Privatkunden in Forchheim.

Die Stadt Forchheim kooperiert dafür mit der Stadt Bamberg: Reinhold Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim, und Hans-Jürgen Bengel, Geschäftsführer der Firma Stadtnetz Bamberg, haben nun offiziell den Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Die Stadtwerke stellen die Infrastruktur wie Leerrohre, Kabel und Rechnertechnik bereit und Stadtnetz Bamberg kümmert sich um den aktiven Betrieb, die Anbindung an überregionale Internetleitungen und andere Leistungen.


Sukzessiver Netzausbau

"Unser gemeinsames Ziel ist es, dass langfristig für jedes Gebäude in Forchheim ein Glasfaser-Anschluss zur Verfügung steht", erklärt Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Das Netz für schnelles Internet soll sukzessiv weiter ausgebaut werden. Im Zuge des Stromnetz-Ausbaus haben die Stadtwerke Leerrohre mitverlegt, in die die benötigten Lichtwellenleiter für Telekommunikation eingezogen werden können.

Bereits seit 2004 arbeiten sie hierbei mit Stadtnetz Bamberg zusammen. Dafür wurde unter anderem ein Glasfaserkabel von Bamberg nach Forchheim verlegt und beide Netze gekoppelt. Bislang versorgten sie allerdings ausschließlich Gewerbetreibende, die auf große Datenmengen angewiesen sind.


Private Eigentümer versorgen

"Die Kooperation ist eine Erfolgsgeschichte. Gemeinsam bedienen wir 20 Gewerbekunden und betreiben 47 Verbindungen in Forchheim", sagt Bengel. Mit der Vertragsunterzeichnung sollen nun auch private Eigentümer versorgt werden. Im Dezember vergangenen Jahres hat der Forchheimer Aufsichtsrat die Stadtwerke damit beauftragt. In einer europaweiten Ausschreibung hat Stadtnetz Bamberg die IT-Dienstleistung für das Projekt gewonnen. "Das Technische, das haben wir alles im Griff. Da sind Profis in Bamberg und Forchheim", findet Stadtwerke-Geschäftsführer Müller.


"Schritt in die richtige Richtung"

"Trotz der späten Geburtsstunde von ,foOne' ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Denn wer kann besser in die zukünftig bitternötige Glasfasertechnik investieren als ein regionales Stadtwerk", sagte Bengel. Zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrags sagte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD): "Die kommunale Familie hat ja im Grunde die selben Themen: In jeder Stadt müssen wir Antworten finden auf die demografische Entwicklung. Außerdem müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern eine intakte Infrastruktur zur Verfügung stellen."

Die beschlossene Infrastrukturmaßnahme stärke den Wirtschaftsstandort und mache Forchheim für Betriebe und Bürger attraktiver, betonte auch Kirschstein. "Ich wünsche dem Projekt großen wirtschaftlichen Erfolg, zum Wohle der beiden Regionen Bamberg und Forchheim."