Obertrubach
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"Scharfe Übung" in Obertrubach: 14 Feuerwehren, 200 Einsatzkräfte und 21 Fahrzeuge in Aktion

Feuerwehren und Rettungskräfte haben in der Fränkischen Schweiz bei einer "scharfen Übung" geprobt, wie sie im Ernstfall Leben retten. Nur wenige waren eingeweiht.
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Das Szenario: Im obersten Stock des Obertrubacher Bildungszentrum ist ein Brand ausgebrochen. Foto: Franz Galster
Das Szenario: Im obersten Stock des Obertrubacher Bildungszentrum ist ein Brand ausgebrochen. Foto: Franz Galster
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Der Brandmelder löst in der oberen Etage des Bildungshauses (Bau F) in Obertrubach aus, in dem sich etwa 90 Menschen befinden. Dichter Qualm steigt aus dem Fenster auf, die Sirenen im Haus heulen, kurz darauf auch bei den Feuerwehren im Umkreis.

Es ist eine Großübung von 14 Feuerwehren aus der Region zwischen Kirchehrenbach, Gräfenberg, Hiltpoltstein und Kleingesee. an der sich weitere Rettungskräfte wie der ASB beteiligen. Es war eine sogenannte "scharfe Übung": Nur ein engster Kreis von Verantwortlichen wusste Bescheid. Die Bedingungen sollten möglichst realistisch sein.

Nur wenige wussten Bescheid

Anja Wicht und Klaus Georg Gotthard, die im Bildungszentrum arbeiten, beobachteten die Übung aufmerksam. Denn sie bietet auch den Bediensteten die Chance, zu lernen mit Notsituationen umzugehen und Schwachstellen herauszufinden, die sie beheben können. Präventiv handeln, finden beide wichtig. Das Gebäude liegt an einer engen Straße am Berg, ohne Ausweichmöglichkeit. Umso wichtiger ist ein geordnetes Vorgehen.

Die Obertrubacher Wehr war als erste da. Um die Löschwasserversorgung zu sichern, wurde das Wasser aus der Trubach gegenüber entnommen. Dafür war die Bärnfelser Wehr verantwortlich. Von dort galt es, eine lange Schlauchverbindung bis zum Brandort zu legen. Die nach und nach eintreffenden Löschfahrzeuge wurden unten an der Hauptstraße abgefangen, die Straße nicht verstopft und blockiert wird. Von dort wurden sie planmäßig eingesetzt.

Rund 200 Einsatzkräfte

Da der angenommene Zimmerbrand sich in den oberen Etagen befand, kam das große Fahrzeug mit der Drehleiter zum Einsatz. Die Leiter ist eine Anschaffung der Wehren von Igensdorf, Obertrubach, Egloffstein, Hiltpoltstein und Weißennohe und ist in Gräfenberg angesiedelt. Es galt über die Drehleiter und auch im Inneren, teilweise mit Atemschutzträgern, mögliche Hilfesuchende im Haus zu lokalisieren, erste Hilfe zu leisten, sie zu beruhigen und aus der Gefahrenzone zu bringen.

In einem Nebengebäude wurden die Leute vom ASB und den Notärzten fachgerecht behandelt. Kreisbrandmeister Florian Burkhardt teilte mit, dass rund 200 Einsatzkräfte mit 21 Fahrzeugen an der Aktion beteiligt waren. 18 Verletzte galt es zu retten. Die Einsatzzentrale war auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus. Kreisbrandinspektor Markus Wolf hatte die Übung vorbereitet zusammen mit Kreisbrandrat Oliver Flake und Kreisbrandinspektor Ernst Messingschlager. Zudem gehörten noch Bürgermeister Markus Grüner und die Leitung des Bildungshauses dazu.

Eine sinnvolle Aktion

Flake unterstrich die Bedeutung und Sinnhaftigkeit der Übung, da dies für die Feuerwehren keine alltägliche Herausforderung sei. Es gebe immer Verbesserungen. In die gleiche Kerbe schlägt Bürgermeister Grüner: "Eine Übung an diesem Objekt war extrem wichtig. Bei 12 000 Übernachtungen im Jahr fühlt man sich besser, wenn man weiß, wie Feuerwehr und Angestellte im Haus vorgehen müssen." Brandschutz sei gut angelegtes Geld. Mit einer Einladung des Bildungshauses in den Räumen der Firma Schmetterling und einer letzten Aussprache endete der Einsatz.

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