Forchheim
Sparkurs

Sanierungs-Zuschuss für St. Martin eingedampft

Der Finanzausschuss hat den von der Pfarrei St. Martin beantragten 50 000 Euro Sanierungszuschuss abgelehnt. Es werden nur 20 000 Euro bewilligt.
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Die Instandsetzungsarbeiten der Gebäude Sattlertorstraße 2 (Wohnhauaus ,links), sowie Hauptstraße 22 (Pfarrhaus, Mitte) haben bereis begonnen. Bei dem Gebäude Hauptstraße 20 (rechts) soll lediglich die Eingangstür erneuert werden. Foto: Andreas Oswald
Die Instandsetzungsarbeiten der Gebäude Sattlertorstraße 2 (Wohnhauaus ,links), sowie Hauptstraße 22 (Pfarrhaus, Mitte) haben bereis begonnen. Bei dem Gebäude Hauptstraße 20 (rechts) soll lediglich die Eingangstür erneuert werden. Foto: Andreas Oswald
Während die Sanierung des Rathauses noch immer nicht in die Gänge kommt, wird an der Gebäudezeile gegenüber schon kräftig gewerkelt. Hier setzt die Pfarrei St. Martin ihre drei denkmalgeschützten Häuser instand und möbelt damit auch Forchheims gute Stube, den Rathausplatz, auf. Davon profitiere auch die Stadt, begründet Pfarrer Martin Emge seinen Antrag auf Zuschuss von 50 000 Euro für die voraussichtlich 480 000 Euro teuere Fassadensanierung. Doch daraus ist nichts geworden: Mit acht gegen fünf Stimmen entschied sich der Finanzausschuss für einen Änderungsantrag, in dem nur eine Förderung von 20 000 Euro bewilligt wird.
Auslöser für diese Wende war Paul Nerb vom Forchheimer Bürgerforum. "Für mich stellt sich die Frage der Gleichbehandlung mit den Eigentümern anderer historischer Gebäude", begründete er einen Vorbehalt gegen die beantragte opulente Fördersumme.


Die geplanten Maßnahmen

Zuvor hatte Christoph Schulz von der Kämmerei Details der geplanten Sanierung erläutert: Die Maßnahmen belaufen sich demnach hauptsächlich hauptsächlich auf Instandhaltungsarbeiten der Gebäude Sattlertorstraße 2 (Wohnhaus) sowie Hauptstraße 22 (Pfarrhaus). Neben Dachneudeckungen, Arbeiten am Außenputz sowie an den Natursteinen der Fassade sollen im Rahmen der Instandhaltung sämtliche Fenster ausgetauscht werden. Die Fassadensanierung umfasst die Gesamtfassade des Gebäude, was auch die Seiten- und rückwärtige Fassade einschließt. Beim Gebäude Hauptstraße 20 soll lediglich die Eingangstüre erneuert werden. Die Maßnahmen dienen neben der Instandhaltung der Gebäude auch der Auffrischung der Optik der Fassade, heißt es im Sitzungsvortrag. Davon, so wird im Anschreiben der Pfarrei betont, profitiere auch die Stadt bzw. der Rathausplatz als Ganzes.
Da es sich um denkmalgeschützte Gebäude und Teil des Ensembles "Altstadt Forchheim" handelt, stand die Pfarrei über die Stadt Forchheim bereits in Kontakt mit dem Konservator des Landesamtes für Denkmalpflege. Dieser habe keine Einwände gegen die geplanten Maßnahmen. Einen Austausch mancher Fenster habe er ausdrücklich befürwortet, da so ein "denkmalgerechteres" Aussehen erzielt werden könne. Laut Auskunft von Pfarrer Emge betragen die Kosten - durch Einsparmöglichkeiten - nun voraussichtlich 480 000 Euro, statt der zunächst angenommenen 550 000 Euro.
Um den Baufortschritt nicht zu gefährden sei die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt worden, während die internen Abstimmungen liefen, erklärte Kämmereimitarbeiter Christoph Schulz.
Um die etwaige Zuschusshöhe bemessen zu können, zog die Stadtverwaltung die Summe heran, die durch das (hier jedoch nicht gültig) Fassadenprogramm der Städtebauförderung zu erwarten gewesen wäre (30 000 Euro) . Eine weitere Orientierung bildete der Stadtratsbeschluss, dass die Sanierungen von Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen mit bis zu 12 000 Euro gefördert wird.


Kirchlich genutzt oder nicht?

Inwiefern es sich bei den betreffenden Gebäuden um kirchliche Einrichtungen handele, müsse einer gewissen Interpretation offen bleiben, räumte Schulz ein.
Genau hier setzte FBF-Stadtrat Paul Nerb mit seiner Kritik an der Zuschusshöhe an: Zwei der Gebäude dienten keinen kirchlichen Zwecken - und beim Pfarrheim werde nur die Türe renoviert. Für ihn stelle sich da die Frage der Gleichbehandlung mit den Eigentümern anderer historischer Gebäude, die keinen so großzügige Förderung erwarten könnten, gab Nerb zu bedenken. Ähnlich argumentierte Reinhold Otzelberger (SPD). Zwei Häuser würden hergerichtet - da seien 20 000 Euro Förderung angemessen. "Wir können uns diesem Vorschlag "zähneknirschend" anschließen, signalisierte Gerhard Meixner von den Grünen. "Wir machen hier ein Fass auf", warnte er jedoch. Gerhard Käding (CSU) protestierte jedoch: "Ich kann die Aussage, dass es sich hier nur um ein Wohnhaus handelt, so nicht stehen lassen". In einem der Häuser sei das Kirchengemeinde-Archiv untergebracht, außerdem geb es dort Räumlichkeiten für kirchliche Gruppen. Außerdem erinnerte Käding daran, wie großzügig die Kirche mit ihren Grundstücksflächen rund um die Martinskirche umgehe. D könne man auch seitens der Stadt etwas mehr Großzügigkeit erwarten. Dennoch: Es stimmten nur fünf Ausschussmitglieder für den Beschlussvorschlag von 50 000 Euro Zuschuss - acht Stadträte plädierten für den Änderungsantrag in Höhe von 20 000 Euro Förderung.


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