Hundshaupten
Baudenkmal

Sanierung von Schloss Hundshaupten kostet 2,2 Millionen Euro

Die Sanierung von Schloss Hundshaupten ist ein Millionenprojekt . Für den Startschuss gibt es 80.000 Euro von Lotto Bayern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schloss Hundshaupten (vom Wildpark aus gesehen) Foto: rm
Schloss Hundshaupten (vom Wildpark aus gesehen) Foto: rm
+1 Bild

Die Glücksspirale von Lotto Bayern ist ein Glück für die Gewinner - und für diejenigen, die nicht gewinnen: Einer von Letzteren ist Heinrich Freiherr von Pölnitz, der Eigentümer des altehrwürdigen Schlosses Hundshaupten. Für die Instandsetzung des Daches über dem Südflügel der seit 350 Jahren in Familienbesitz derer von Pölnitz befindlichen Burg übergaben nun Uwe Franke von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Bezirksleiter Fred Handrischik von Lotto Bayern einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 80.000 Euro an den Schlossbesitzer. Das Schloss wurde erstmals urkundlich im Jahre 1369 erwähnt, damals noch im Besitz der Herren von Wiesenthau. 80.000 Euro sind zwar eine schöne Summe. Angesichts der geschätzten Gesamtsanierungskosten des alten Gemäuers in Höhe von 2,2 Millionen Euro jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Erster Bauabschnitt

Allein den ersten Bauabschnitt, der im Herbst nächsten Jahres mit der Dachsanierung des Südflügels beginnen soll, schätzt Architekt Hans-Heinrich Häffner aus Ellingen auf Baukosten von rund 1,1 Millionen Euro. Ein Jahrzehnt ist seit dieser ersten Schätzung jedoch schon ins Land gezogen, bis die Finanzierung nun endlich auf die Beine gestellt werden konnte. Der Experte für Denkmalpflege verweist auf ständig steigende Preise im Bausektor und auf die andererseits gedeckelten Budgets der Fördergeber für die Denkmalpflege. Kostenintensive Herausforderungen sind vor allem auch die Sanierung der vielen denkmalgeschützten Fenster und der Fassade sowie die thermische Instandsetzung.

Kreative Wege gehen

"Daher wird man nun kreative Wege gehen müssen, um die Burgsanierung stemmen zu können", sagte Häffner. Immerhin soll in drei bis vier Jahren alles fertig sein. Im Vordergrund steht für den Burgherrn zunächst der Erhalt der Bausubstanz. Dass die Familie von Pölnitz alleine so eine teure Maßnahme nicht stemmen kann, versteht sich. Da bedarf es vieler Förderer. Einer davon ist die Oberfrankenstiftung, von der Geschäftsführer Stefan Seewald mit der Mitarbeiterin Christine Schnörer zum Ortstermin gekommen waren. Mit 231.000 Euro beteiligt sich die Oberfrankenstiftung an dem Sanierungsprojekt. Weitere Zuschussgeber sind das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege aus dem Entschädigungsfonds und der Bund. Dennoch bleiben bei der Familie von Pölnitz erhebliche Eigenmittel hängen. Freiherr von Pölnitz schätzt, dass er etwa 600.000 Euro selbst beisteuern muss.

Über Generationen

"Das Ganze wurde über Generationen weitergereicht und da ist auch viel Verzicht dabei", sagt von Pölnitz, der sich bewusst ist, dass er die ein oder andere Wiese wohl verkaufen muss, um den Eigenanteil aufzubringen.

Schadensgutachten

Durch ein Schadensgutachten wurde jede Ecke des Schlosses mit dem Laser digital vermessen. "Es ist so ungefähr wie Karies unter der Goldkrone", sagt der Burgherr. Auch wenn es für viele ein Traum ist, so ein altes Haus zu besitzen, sei es aber anspruchsvoll, es zu bewohnen und zu unterhalten, auch wenn die Größenordnung das normal tragbare Maß überschreite. Das Schloss Hundshaupten, überregional bekannt vor allem auch durch den benachbarten Wildpark, will von Pölnitz in Zukunft der Öffentlichkeit nicht verschließen. Er denkt dabei nicht nur an Burgführungen. Durch den geplanten Begräbniswald ganz in der Nähe könnten zum Beispiel auch Trauerfeiern in der Burgkapelle und im Rittersaal stattfinden.

Vater ins Forsthaus eingezogen

Für Stefan Seewald ist es was ganz Besonderes, weil es sich um eine bewohnte Schlossanlage handelt. Es mache so viel mehr Spaß, etwas zu fördern, wenn es bewohnt ist, als ein "totes" Denkmal zu sanieren. Und Leben ist im Schloss, denn Fiona und ihr Mann Heinrich Freiherr von Pölnitz haben fünf Buben im Alter von vier bis 14 Jahren. Vor einem halben Jahr zog auch Winfrid Freiherr von Pölnitz, des Burgherrn Vater, von Landshut aus ins ehemalige Forsthaus auf dem Schlossgelände ein. "Danke, dass ihr euch so für dieses Familienhaus einsetzt", sagte Vater Winfrid zu seinem Sohn und seiner Schwiegertochter. Er betonte, dass das Haus leben müsse und nicht museal sein dürfe. Uwe Franke dankte ebenfalls der Burgherrenfamilie, weil sie sich der Verantwortung stelle. Für Franke ist das Schloss ein Objekt, das die Identität der Menschen und die ganze Gegend um Hundshaupten prägt. Es sei jedoch nicht alleine zu stemmen, in alten Mauern ein modernes Leben führen zu können. Ähnlich äußert sich auch Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU). Auch wenn so eine Erbschaft auch eine Bürde sei, so müsse man solche prägenden Einrichtungen nicht nur erhalten, sondern auch mit Leben erfüllen, freute sich Förtsch, dass die Familie von Pölnitz nun die Sanierung angeht.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren