Dormitz
Gotteshaus

Sanierung der Kirche Dormitz verschlingt 1,2 Millionen Euro

Das Bistum Bamberg beziffert die Baukosten für die Sanierung der Pfarrkirche in Dormitz auf 1,2 Millionen Euro. Der Denkmalschutz war nun auch vor Ort.
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Unter der schadhaften Kirchendecke in der Dormitzer Kirche hängt ein engmaschiges weißes Netz, um Gottesdienstbesucher vor eventuell weiteren abbröckelnden Stuckteilen zu schützen.  Foto: Petra Malbrich
Unter der schadhaften Kirchendecke in der Dormitzer Kirche hängt ein engmaschiges weißes Netz, um Gottesdienstbesucher vor eventuell weiteren abbröckelnden Stuckteilen zu schützen. Foto: Petra Malbrich
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Ein weißes Netz hängt unter der Decke in der Pfarrkirche "Unsere liebe Frau" in Dormitz. "Wer nicht zur Decke schaut, merkt nicht, dass etwas da ist. Das Netz ist weiß wie die Decke selbst. Seit Ostern finden die Gottesdienste wieder in der Kirche statt", erklärt Pfarrer Joachim Cibura. Das Netz anzubringen war eine der ersten Maßnahmen nach dem Unglück vor fast einem Jahr. Im November war ein zwei Quadratmeter großes Stück der Stuckdecke herabgestürzt. Zum Glück passierte es nachts, so dass keine Menschen verletzt wurden. Die Kirche jedoch blieb zunächst bis Ostern für die Gottesdienste geschlossen. Mehrere Treffen mit Fachleuten und Verantwortlichen fanden statt, um die Ursache für den Schaden herauszufinden, aber auch, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Am Mittwoch trafen sich nun Pfarrer Joachim Cibura, der Kirchenpfleger Josef Vollmann, Mitglieder der Kirchenverwaltung, die Architektin Petra Postler vom Bistum Bamberg, Susann Philipp von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Forchheim und Robert Pick vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, um die weiteren Sanierungsmaßnahmen zu besprechen.

Mehraufwand für Denkmalpflege

"Das Denkmalamt war dabei, denn es geht darum, was an denkmalpflegerischem Mehraufwand anerkannt wird. Danach richten sich die Zuschüsse", erklärt Pfarrer Cibura. Im Detail wurde noch nichts besprochen, ein weiteres Treffen wird folgen. Es muss auf jeden Fall ausgelotet werden, wer noch als Fördermittelgeber in Betracht kommt. Die Sanierungskosten können ohne Zuschüsse nicht gestemmt werden. Kostenschätzungen kann und will Cibura nicht nennen. Nur soviel: "Es ist ein sehr hoher Betrag." 65 Prozent davon werden über Kirchensteuermittel finanziert. "Sonst ginge es nicht. Die Kirchenstiftung kann das nicht tragen", weiß Cibura. "Ein Eigenanteil bleibt, deshalb sind wir sehr auf Spenden angewiesen", bittet Cibura. Jede Spende mindere den Eigenanteil.

Die Kosten ermitteln

Mit der Kostenermittlung ist Diözesanarchitektin Petra Postler beschäftigt. Und diese Kosten orientieren sich an den nötigen Sanierungsmaßnahmen. "Durch eingehende Bestandsuntersuchungen konnte die Problematik im Stuckdeckenaufbau erkannt und ein Sanierungskonzept zur Festigung der Decke erarbeitet werden. Im Dachstuhl liegen ebenfalls diverse Schädigungen vor, welche vor der Instandsetzung der Stuckdecke behoben werden müssen. Zukünftig werden weitere Verstärkungsmaßnahmen im Dachstuhl die Deckenschwingungen zusätzlich minimieren, um den filigranen Deckenaufbau zu schützen", erklärt die Diözesanarchitektin. Bei der Dachsanierung müsse sehr vorsichtig gearbeitet werden, um weitere Schäden an der Stuckdecke zu vermeiden. Die einzelnen Putzlagen der Decke müssen wieder miteinander schlüssig verbunden und zusätzlich im Untergrund verankert werden. Es handele sich dabei um notwendige und anspruchsvolle Arbeiten. "Die Baukosten betragen ungefähr 1,2 Millionen Euro," sagt die Diözesanarchitektin. Seitens des Ordinariats würden etwa 800.000 Euro bezuschusst werden. "Die verbleibenden 400.000 Euro kann die Kirchenstiftung bei weitem finanziell nicht tragen. In Zusammenarbeit mit den Vertretern der Denkmalpflege bedarf es dringend weiterer Fördergeber wie Oberfranken- und Landesstiftung. Die Kirchenstiftung ist für jede Spende sehr dankbar, damit die Pfarrkirche in Dormitz erhalten werden kann," erläutert Postler. In Aussicht gestellt wurde ein Zuschuss, in trockenen Tüchern ist jedoch noch nichts. "Wir sind zuversichtlich", meint Joachim Cibura. Die Decke soll erhalten bleiben, das sieht auch das Denkmalamt so. Ausgeführt wird diese Arbeit von einer Fachfirma. Man wolle versuchen, die gute Konstruktion zu erhalten und das alte Fresko wiederherzustellen. Fest steht jedoch, dass zuerst der Turm und das Dach saniert werden müssen, um keine zusätzlichen Belastungen auf die schadhafte Decke zu bringen.



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