Laden...
Kirchehrenbach
Freizeit

Walberlafest 2019: Das solltet ihr über das Traditionsfest wissen

Seit dem 14. Jahrhundert wird auf dem Walberla das Maifest gefeiert, auch am kommenden Wochenende werden tausende Besucher erwartet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kirchweih auf dem Walberla Foto: frankentourismus/Frs/Hub
Kirchweih auf dem Walberla Foto: frankentourismus/Frs/Hub

Das Walberla-Fest findet auch in diesem Jahr wieder am ersten Maiwochenende statt und wird bei schönem Wetter tausende Besucher anlocken. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Walberla-Frühlingsfest nachgewiesen; einmalig in Deutschland. Zuerst fand es nur am 1. Mai statt, seit vielen Jahren nun schon am ersten Mai-Wochenende. Dabei wird das gesamte Becken zwischen dem 532 Meter hohen Rodenstein und dem 514 Meter hohen Walberla-Gipfel für die Kirchweih genutzt.

Da das Walberla-Plateau einerseits als ehemals größter keltischer Ort Bayerns gilt, andererseits auch viele seltene Pflanzen auf dem Magerrasen wachsen, ist beim Besuch des Festes besondere Vorsicht geboten. Man sollte nicht abseits der Wege durch die Wiesen gehen und sich an die Vorgaben halten. Trotz aller Vorschriften hat das Walberla den Besuchern sehr viel zu bieten:

Maifest am Walberla

Los geht's am kommenden Freitag, 3. Mai, gegen 17 Uhr: Aufstellen des Maibaums durch die Kirchehrenbacher Heimatfreunde, danach Tanzaufführungen einer Kinder- und Jugendgruppe und Bieranstich durch Kirchehrenbachs Bürgermeisterin Anja Gebhardt, begleitet von einer Blaskapelle. Samstag, Festbetrieb von 10 bis 23 Uhr, Sonntag Festbetrieb von 9.30 bis 20 Uhr. Der Wortgottesdienst in der Walburgiskapelle findet am Sonntag in diesem Jahr nicht statt, da die Kapelle wegen der derzeitigen Renovierung geschlossen ist.

Der Ausschank auf dem Bergplateau darf jeweils bis 23 Uhr erfolgen. Wer bis dahin noch nicht seinen Hunger oder Durst gestillt hat, sollte zum Walberlaparkplatz auf Schlaifhäusener Seite absteigen, da dort eine verkürzte Sperrstunde gilt. 15 Brauereien schenken ihr Bier im eigenen Festzelt aus, so dass das Walberlafest zu einer Probe verschiedener fränkischer Biersorten genutzt werden kann. Weitere Infos gibt es unter www.schlaifhausen.com im Internet.

Das Walberla als Klettergebiet

In einer Beschreibung des Walberlafestes von 1822 von Johann Lachmüller ist erstmals das Klettern in der Region schriftlich erwähnt. Es heißt da: "Einzelne Felsenspitzen, welche von dem südlichen Rande des Berges abgerissen dastehen, sieht man Waghälse kühn ersteigen, um mit der bläulichten Ferne zugleich die senkrechte Tiefe des nahen Abgrundes zu sehen. Uns schaudert vor dem gefährlichen Genusse, den ein plötzlicher Windstoß leicht mit dem Leben des Kühnen bezahlen könnte".

Das Walberla als Geotop

Mit dem Walberla ist der Fränkischen Schweiz an ihrem Westrand ein Zeugenberg vorgelagert. Seine Hochfläche säumen steil abfallende Felswände aus Dolomitgestein. Verwitterung und Abtragung zergliederten das massige, von senkrechten Klüften durchsetzte Gestein, wobei markante Felstürme wie die "Steinerne Frau" am Westrand des Walberla entstanden. Zu finden ist das Felsengebilde, das als Geotop ausgezeichnet ist, ab dem Walberla-Parkplatz in Kirchehrenbach. Von dort ist der Weg hinauf ausgeschildert.

Das Walberla als Keltensiedlung

Etwa um 3000 vor Christus traten die Kelten in Aktion. Sie schufen ein System befestigter Höhensiedlungen, darunter die Siedlung auf dem Walberla als regionales Zentrum, in dem mehr als 6000 Menschen lebten. Um 300 vor Christus verließen die Kelten die Gegend. Zurück blieb eine ganze Siedlung, die heute unter der Erde der Ausgrabung und Belebung harrt.

Naturschutzgebiet am Walberla

Das Walberla ist einer der wenigen verbliebenen Standorte mit einer großen Fläche an Trocken- oder Magerrasen. Die Artenzusammensetzung ist bei diesem Biotoptyp geprägt von Kraut- und Halbstrauchpflanzen. Als Trockenrasen bezeichnet man einen Typ von Magerrasen, bei dem die Trockenheit als Verursacher der Ertragsarmut besonders im Vordergrund steht. Für das Gebiet der Ehrenbürg konnten zudem bisher 18 Orchideenarten nachgewiesen werden. Wie die einzigartige Flora und Fauna während des Walberlafestes geschützt werden soll, erfahren Sie hier auf inFranken.de-PLUS.

Kirschenanbau am Walberla

Rund 200 000 Kirschbäume und 400 000 weitere Obstbäume gibt es im Gebiet rund um das Walberla, weil der Berg für mildes Klima sorgt. Wenn man Glück hat, fällt die Kirsch- bzw. Obstbaumblüte mit dem Walberla-Fest zusammen. Johann Lachmüller schreibt darüber 1822 in seinem Kirchweihführer: "Ein blühender Wald von Kirschbäumen lässt uns das Dorf Leutenbach wie von einem schönen Kranze umgeben erblicken, melodisch steigen die Töne ihrer Glocken zu uns empor."

Das Walberla als mystischer Ort

Der Walpurgiskapelle verdankt der Berg seine mystische Bedeutung, die angeblich von esoterischen Zirkeln aus dem Großraum Nürnberg am Leben erhalten wird. Bis heute hält sich die Mär, dass in der Walburgisnacht, die Nacht zum 1. Mai, Frauen nackt um ein loderndes Feuer tanzen und geheimnisvolle Formeln murmeln, weshalb man zur gleichen Zeit Männer mit Nachtsichtgeräten droben auf dem Berg sehen kann.

Der "Hausberg der Franken"

"Es walbäla is unsä fudschijama / jedä mou in seim lehm ämall nauf / obbä dä schnäi fehld im summä / dä schnäi" lautet ein liebevolles Dialekt-Haiku des Nürnberger Autors Fitzgerald Kusz (Schweig Bub), der im Sommer den Schnee vermisst. "Berge der Franken" gibt es drei. Es konkurrieren: der Staffelberg bei Staffelstein (besungen von Victor von Scheffel), das Walberla (älteste Kirchweih Deutschlands) und der Kreuzberg in der Rhön (mit eigenem Kloster) um diesen Titel. Tatsache ist, dass ein Großteil der Gäste beim Walberlafest wie seit 100 Jahren noch immer aus dem Großraum Nürnberg anreist.

Das Walberla als Wandergebiet

Viele Wanderwege befinden sich am Fuße des Walberla. Einer reicht auf halber Höhe sogar fast ganz um den Berg herum, andere sind beliebt, weil sie auf ebener Strecke durch das schönste weiße Blütenmeer beispielsweise zwischen Schlaifhausen und Kirchehrenbach führen. Man kann natürlich auch auf dem Plateauberg wandern. Dort sind einige aussichtsreiche Touren ausgeschildert und von oben sieht die Kirschblüte besonders markant aus. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.walberla.de oder www.fraenkische-schweiz.com/wandern im Internet.