Gößweinstein
Sagen und Legenden

Mystische Orte in der Fränkischen Schweiz: Die besten Grusel-Sagen vom Hexenberg Walberla bis zum Fluch der Frauenhöhle

In der Fränkischen Schweiz gibt es zahlreiche Burgen, Schlösser und Berge. Um solche geheimnisvollen Orte ranken sich zahlreiche Geschichten und Sagen, die gruselig, schaurig und geisterhaft sind. Wir haben die spannendsten Erzählungen der Region gesammelt.
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Aufgrund der Form und Lage des Walberlas bei Forchheim glaubt man gerne, dass ihm etwas Mystisches innewohnt. Foto: AndreasNagengast/infrankenpix.de
Aufgrund der Form und Lage des Walberlas bei Forchheim glaubt man gerne, dass ihm etwas Mystisches innewohnt. Foto: AndreasNagengast/infrankenpix.de

Bei einer Sage handelt es sich um eine kurze Erzählung von Ereignissen, die auf mündlichen Überlieferungen basieren. Die Geschichten wurden meistens erst von Generation zu Generation weitergegeben, bis sie letztendlich einen Platz auf einem Blatt Papier fanden.

Da Sagen oft mit realen Personen oder Orten in Verbindung stehen, ist es meist schwer zu sagen, wie viel Wahres tatsächlich in ihnen steckt. Welche spannenden Sagen über die Fränkische Schweiz erzählt werden, haben wir hier zusammengestellt:

Walberla - Der Berg der Götter und Hexen

Die Ehrenbürg bei Forchheim - genannt "Walberla" - wird in vielen Sagen als Berg der Hexen bezeichnet. In germanischer Zeit galt dieser Berg als Heimat der Götter, im Mittelalter und in der Neuzeit hielt man ihn für das Refugium der Hexen und Dämonen - besonders in der Walpurgisnacht soll es dort nicht geheuer sein. Auf der Ehrenbürg befindet sich eine kleine Kapelle, die der Heiligen Walpurga geweiht ist. Es heißt, Walpurga habe die auf der Ehrenbürg wohnenden Hexen und Dämonen gezwungen, ihr beim Bau der Kapelle zu helfen. Im Gegenzug durften sie in der Walpurgisnacht ihr Unwesen treiben.

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Fluch der Frauenhöhle bei Egloffstein

Wenige Minuten von Egloffstein entfernt befindet sich die Frauenhöhle, die für ihre Grotte bekannt ist. An sie knüpft sich folgende Sage: Die Gegend um Egloffstein war zur Zeit der Ungarneinfälle heimgesucht, es wurden zahlreiche Siedlungen überfallen und zerstört. Wer nicht rechtzeitig entkam, musste sterben. So flüchtete ein wohlhabender Bauer mit seiner Frau und sämtlichen Lebensmitteln im Gepäck in die Frauenhöhle. Nach einiger Zeit wagte der Bauer sich zum ersten Mal aus seinem Versteck und wollte sehen, ob die Feinde wieder abzogen waren.

Während seiner Abwesenheit kam ein alter, kranker Bettler zur Höhle. Er flehte die Frau des Bauern um ein Stückchen Brot an. Doch die Frau verwehrte seinen Wunsch und erzählte, sie hätte selbst nichts zu essen. Zudem forderte sie ihn auf, sich an einem anderen Ort Speis und Trank zu suchen. Auf die egoistische Reaktion der Frau hin entpuppte sich der Fremdling als "Höhlengeist" im Bettlergewand und sprach einen Fluch auf sie aus: "Ist schon dein Herz von Stein, so werde auch du selbst und alles, was du hast, zu Stein!"

Die Bäuerin und all ihre Vorräte an Lebensmitteln wurden somit in hartes Gestein verwandelt - zum abschreckenden Beispiel für alle, die selbst in Überfluss leben und keinen Notleidenden davon etwas abgeben wollen. Noch heute kann man die Frau und ihren Hausrat mit etwas Fantasie in den Steingebilden der Felsengrotte, die deswegen Frauengrotte heißt, wiedererkennen.

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Der Henker am Galgenberg

Am Galgenberg in Bärnfels soll vor einer langen Zeit ein Galgen gestanden haben. Den Erzählungen nach hat die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen eine besondere Form angenommen: Der Verurteilte hatte damals die Möglichkeit, sich an einem 300 Meter langen Seil vom Galgenbergfelsen zum Reibertsfelsen hinüberzuhangeln. Wenn es ihm gelingen sollte, erhielt er die Freiheit - wenn die Kräfte allerdings nicht reichten, stürzte er zu Tode.

 

Wie der Teufelsgraben zu seinem Namen kam

Vor langer Zeit soll sich hinter dem Schwedenknock ein Teufel herumgetrieben haben, der eines Abends einen Bauern überfallen hat. Allerdings hatte der Bauer keine Angst vor dem Teufel und schlug so lange auf ihn ein, bis dieser besiegt war. Seit diesem Ereignis soll der Weg Teufelsgraben heißen.

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Die unerlöste weiße Frau

In Sagen wird oft erzählt, dass die Schätze in den Bergen der Fränkischen Schweiz streng bewacht werden - etwas von einer Schlange, einem Hund oder sogar einem Drachen. Auch "weiße Frauen" können als Schatzhüterinnen auftreten. Die Frauen sollen sehnsüchtig auf einen Befreier warten, der im Gegenzug von ihnen die Schätze der Grotte bekommen würde. So bewachte eine weiße Frau auch unter dem Schloss Egloffstein einen großen Schatz.

Eines Nachts zur Geisterstunde erschien sie einer älteren Einwohnerin und forderte diese auf, mit ihr zu Grotte zu kommen. Als Belohnung würde die Frau das viele Geld aus der Grotte bekommen. Doch die ängstliche Bewohnerin wollte nicht mitkommen, selbst als die weiße Frau sie ein zweites und ein drittes Mal bat. Nach den zahlreichen Absagen begann das Gespenst zu schluchzen: "Nun muss ich noch weitere einhundert Jahre warten, bis jemand bereit ist, mich von meinem Jammer und meiner Verwünschung zu erlösen!" Seitdem wurde die weiße Frau nicht mehr gesehen. Sie soll noch immer in den Bergen der Fränkischen Schweiz leben und auf einen Befreier warten.

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