Effeltrich
Forstwirtschaft

Rund 500 Festmeter Holz gefällt

Waldbauern schlossen sich einer Straßen-Sicherungsmaßnahme zwischen Kersbach und Honings an. Sie ließen ihre Bestände durchforsten.
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Entlang der Staatsstraße  zwischen Effeltrich und Honings  hat der Harvester ganze Arbeit geleistet.. Josef Hofbauer
Entlang der Staatsstraße zwischen Effeltrich und Honings hat der Harvester ganze Arbeit geleistet.. Josef Hofbauer
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Auf rund 500 Festmeter Holz schätzt Revierleiter Benedikt Kügel von der Waldbauernvereinigung Fränkische Schweiz die Menge an Holz, die in den letzten zwei Wochen in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei Forchheim entlang der Staatsstraße zwischen Kersbach und Honings gefällt wurde. Auslöser war eine so genannte Straßensicherungsmaßnahme. Verdorrte Bäume, die auf die Straße zu stürzen drohten, mussten dringend entfernt werden.

Dies haben rund ein Dutzend Waldbesitzer zum Anlass genommen, gleich ihren gesamten Waldbestand entlang dieser Strecke durchforsten zu lassen. "Das war dringend nötig" , bestätigt Daniel Schenk, Leiter des Forstreviers Neunkirchen am Brand. Bereits in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Kiefern mit braunen Kronen deutlich angestiegen. "Seit März haben wir die Waldbauern über die Dringlichkeit, hier etwas zu unternehmen, informiert."

Mit Erfolg. Der Einsatz des Harvesters habe sich hier als wahrer Segen herausgestellt. Während mit der Motorsäge pro Stunde etwa zwei Bäume gefällt werden könnten, schaffe der Holz-Vollernter 20 bis 25 Bäume pro Stunde.

Umgemacht wurden sowohl verdorrte und von Insekten befallene Bäume, als auch Nutzholz. "Von Hackschnitzeln über Brennholz bis zu Stämmen, die im Sägewerk weiter verarbeitet werden, ist alles dabei", sagt Benedikt Kügel.

Bei der Durchforstung der acht bis zehn Hektar großen Fläche hatten die Stämme unmittelbar entlang der Staatsstraße Vorrang, informiert Schenk. Die Beeinträchtigungen für die Autofahrer durch Absperr- und Sicherungsmaßnahmen seien auf ein Minimum beschränkt worden. Aufgefallen ist dem Revierförster bei der Durchforstung auch, dass jede zweite Eiche entlang der Strecke, die der Rodung zum Opfer fiel, extrem stark vom Eichenprozessionsspinner befallen war. Deshalb hatte er die Waldarbeiter auch gewarnt, hier unbedingt Schutzkleidung anzuziehen. "Die gefährlichen Brennhaare des Schädling sind überall verstreut", so Schenk.

Zuversichtlich zeigt sich der Revierförster, dass die Informationsveranstaltungen und Aufklärungsversammlungen bei den Waldbesitzern auf fruchtbaren Boden gefallen seien. "Sie haben erkannt, dass sie nicht länger auf die Kiefer setzen können", so Schenk. Deshalb seien sie dankbar, wenn ihnen Alternativen für einen gesunden Wald aufgezeigt werden, den sie ihren Kindern vererben könnten.

Nachgepflanzt wird aber nur vereinzelt und ganz gezielt, erklärt Schenk. Beim Generationenwechsel in einen stabilen Mischwald setzten die meisten Waldbauern auf die Naturverjüngung. Eine preisgünstige und effektive Variante. "So lassen sich künftig Notschlachtungen, wie wir sie jetzt immer wieder durchführen müssen, vermeiden", betont Schenk.

Die Arbeiten, so Benedikt Kügel, seien weitgehend abgeschlossen. Nächste Woche sollen noch anstehende Restarbeiten erledigt werden. Ein paar dürre Bäume sind nämlich noch da.



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