Forchheim
Medizin

Roboterarm hilft bei OP im Klinikum Forchheim

Im Endoprothesenzentrum des Forchheimer Klinikums assistiert künftig ein Roboter beim Einsetzen künstlicher Kniegelenke.
Artikel drucken Artikel einbetten
Logo des Klinikums Forchheim Grafik: PR
Logo des Klinikums Forchheim Grafik: PR
Die Roboterarm-Technologie ermöglicht laut Pressemitteilung des Klinikums höchste Präzision und damit einen sicheren sowie minimalinvasiven Eingriff. Gemeinsam mit den Operateuren Chefarzt Uwe Lehmann, Franz Roßmeißl und Jürgen Waibel stellt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) den neuen OP-Roboter am Montag, 23. April, im Klinikum Forchheim vor. Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich über die neue Technologie zu informieren. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich.

Im Rahmen des medizinischen Fortschritts wird der Einsatz von Roboterunterstützung im Operationssaal weiter zunehmen. Dennoch bleibt der Chirurg weiterhin der wichtigste Akteur im OP. Durch neue Technologien kann er aber optimale Präzision hinzugewinnen. So unterstützt die Roboterarm-Technologie "Mako" der Firma Stryker (USA) bei Knieoperationen die Chirurgen. Der Operateur arbeitet unter Zuhilfenahme des Mako-Roboterarms und überwacht den Eingriff an einem 3D-Modell am Monitor. Der Einsatz eines künstlichen Gelenks oder von Gelenkteilen kann laut Pressemitteilung so noch passgenauer und präziser erfolgen.


CT zur Planung

Bei der sogenannten Roboterarm-Technologie handelt es sich um eine Computertechnologie für endoprothetische Eingriffe. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt. Mit dieser wird die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D-Modell am Computer dient als Planungsgrundlage der Prothese, zunächst unter rein anatomischen Gesichtspunkten.

Vor der Knie-OP wird unter Narkose die zukünftige Position des Implantates so angepasst, dass die Bänder in Beugung und Streckung optimal gespannt werden. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch.


Präzision und Sicherheit

Präzision und Patientensicherheit stehen im Vordergrund dieser neuen Operationstechnik, die in den USA bereits etabliert ist. Die Genauigkeit der roboterarmunterstützten Säge beträgt einen halben Millimeter und ein Grad. Sie verspricht eine einfachere Physiotherapie und schnellere Genesung nach dem Eingriff.

Für Uwe Lehmann, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie, bedeutet das Mako-System einen weiteren Schritt nach vorne: "Seit über zehn Jahren implantieren wir Knie-Endoprothesen in navigierter Technik. Mit dem Mako-System wird sich durch die technische Weiterentwicklung die Lebensqualität und Rehabilitation des Patienten entscheidend verbessern. Umgesetzt wird dies durch eine 3D-Planung vor der OP, die Anpassung an die patientenindividuelle Anatomie, die Korrekturmöglichkeiten während der OP, insbesondere die Weichteilbalancierung, und die hochpräzise Durchführung des Eingriffs. Der Patient erfährt dadurch ein verbessertes funktionelles Ergebnis im Vergleich zur herkömmlichen Technik."


Endoprothesenzentrum Forchheim

Das Endoprothesenzentrum Forchheim ist ein Zusammenschluss von mehreren Experten aus Forchheim. Sieben Ärzte, Spezialisten der Fachrichtung Orthopädie und Chirurgie, bieten ein diagnostisches und therapeutisches Spektrum. Dafür wurde das Endoprothesenzentrum in diesem Jahr nach dem bundesweiten "Endocert"-System rezertifiziert. Seine Schwerpunkte sind die Vorbeugung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates.


Über "Mako/Stryker"

Durch eine CT-basierte 3D-Modellierung der Knochenanatomie können Operateure das Mako-System dazu nutzen, einen personalisierten Operationsplan zu erstellen und die Implantatgröße und -ausrichtung anhand der individuellen Patientenanatomie ermitteln. Das Mako-System ermöglicht den Operateuren, den Operationsplan während des Eingriffs virtuell zu verändern, und unterstützt sie bei der Knochenresektion. Die Vorteile dieses Operationsverfahrens sind Präzision, Gelenkschonung und eine schnellere Rehabilitation. Das amerikanische Unternehmen Stryker ist bekannt für chirurgische und orthopädische Implantate und Instrumente sowie Patiententransportmittel.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren