Nankendorf
Spaßwettbewerb

Riesengaudi: in wackeligen Kähnen die Wiesent entlang

Einen noch nie dagewesenen Besucheransturm erlebte das Brühtrogrennen in Nankendorf (Kreis Bayreuth).
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Das Brühtrogrennen auf der Wiesent in Nankendorf Foto: Thomas Weichert
Das Brühtrogrennen auf der Wiesent in Nankendorf Foto: Thomas Weichert
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Nach dem Resümee des Veranstalters Feuerwehr Nankendorf kamen zum 29. Internationalen Brühtrogrennen auf der Wiesent bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen so viele Besucher wie nie zuvor. Die vielen freiwilligen Helfer am Ausschank, in der Grillbude und am Kaffeestand hatten alle Hände voll zu tun. Was vor knapp 30 Jahren mit einem Grillfest der Feuerwehr anfing, hat sich inzwischen zu einer Großveranstaltung gemausert. Sieger des Rennens wurden Reinhold Grill und sein Sohn Sascha aus Bamberg mit einer sagenhaften Bestzeit von zwei Minuten und 45 Sekunden. Beide sind Experten in diesem lustigen und nicht ganz ernst zu nehmenden feucht-fröhlichem Wettkampf. Denn letztes Jahr waren die Grills Zweiter und vorletztes Jahr schon einmal Sieger. Auf Platz 2 kamen Andreas Düngfelder und Martin Harrer (2:52) und auf Platz 3 Stefan Kaiser und Jonas Adelhardt (2:58). Das beste Damenteam waren Franziska Pinsel und Ronja Gebhardt (5:17). Insgesamt gingen 20 Teams an den Start, acht weniger als letztes Jahr.

Internationale Besucher

Die Internationalität macht dem Namen inzwischen auch alle Ehre mit Gästen und Teilnehmern aus aller Welt. So kamen die am weitesten angereisten Teilnehmer aus Hongkong und Washington. Unter den Besuchern war auch Pater Francis Mulackal aus der indischen Metropole Mumbai. Der katholische Geistliche, der sich in der 16 Millionen Einwohner zählenden Großstadt Mumbai auch um die Straßenkinder kümmert, weilt derzeit zu Besuch bei seinem Waischenfelder Mitbruder Pfarrer Rajesh Lugun. Er zeigte sich begeistert von diesem Fest, weil es die Menschen aller Generationen zusammenbringe. "So ein wunderbares Fest kann sich ein Pfarrer nur wünschen", sagte Mulackal.

Extra T-Shirts

Das Team "Dr. Tec" hat sich extra T-Shirts für das Brühtrogrennen machen lassen. Hinter dem Team stecken der Doktor der Chemie, Matthias Regus aus Neudorf in der Marktgemeinde Wiesenttal, und der Techniker Dominik Dorsch aus Stücht (Kreis Bamberg), die schön öfter als Zuschauer dabei waren und nun erstmals beim Rennen an den Start gingen. Sie fuhren eine gute Zeit unter vier Minuten. "Wir sind schon froh, dass wir nicht nass geworden sind. Unsere Zeit ist für nächstes Jahr noch ausbaufähig", meinte Regus. Sein Teampartner Dominik Dorsch ergänzte, dass das Paddeln schon ganz schön in die Arme gehe und anstrengend sei. Wichtig sei vor allem, die Balance zu halten, damit der wackelige Kahn nicht umkippe. Irmgard Becker aus Ebermannstadt hat es sich inzwischen auf der Wiese auf der anderen Seite der Wiesent in einem Liegestuhl gemütlich gemacht, von wo sie dem Treiben auf der Wiesent zusieht. Vom Brühtrogrennen hat sie schon gelesen und sich nun entschlossen, dieses als Zuschauerin erstmals live mitzuerleben. "Ich finde es sehr lustig, und die Natur und die Lage am Fluss sind wunderbar. Das ist wie im Urlaub", schwärmte Irmgard Becker. Auch die gebackenen Kuchen, Steaks und Bratwürste lobte die Ebermannstadterin. Motor des Ganzen ist seit mehr als zehn Jahren Nankendorfs Feuerwehrchef Christian Görl. Sein Sohn Florian durfte erstmals neben seinem Vater am Mikrofon mitmoderieren und mit einem "Auf die Plätze, fertig, los!" den "Startschuss" vor jedem Rennen geben. Zur 30. Auflage im nächsten Jahr soll es eine elektronische Anzeigetafel mit Stoppuhr geben, verspricht Görl. Auch der Waischenfelder Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS) zeigte sich positiv überrascht. "Ich begrüße es, wenn eine Dorfgemeinschaft so eine einmalige Veranstaltung auf die Beine stellt, zumal der Festerlös für den Neubau der WC-Anlage im Feuerwehrgerätehaus verwendet wird", sagte Pirkelmann.

Die Entstehung

Die Auflagen für so eine Veranstaltung sind in den letzten Jahren gestiegen. So muss zum Beispiel jeder Teilnehmer des Rennens eine Schwimmweste tragen. Außerdem braucht die Feuerwehr jedes Jahr von der Regierung von Oberfranken eine Ausnahmegenehmigung, damit sie die Brühtröge überhaupt ins Wasser lassen darf. Das liest sich dann so: "Ausnahmegenehmigung für ein nicht zugelassenes Wasserfahrzeug, mit dem auch gegen die Fließrichtung gefahren werden darf."

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