Eggolsheim
Musik

"Revolver" gibt in der Schleuse 94 eine wunderbare Mixtur zum Besten

Die Kultband "Revolver" gastierte in der Schleuse 94 bei Eggolsheim. Zum Open-Air-Konzert am historischen Industriedenkmal kamen über 500 Besucher.
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Die Gruppe "Revolver" beim Konzert in der Schleuse 94 bei Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
Die Gruppe "Revolver" beim Konzert in der Schleuse 94 bei Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
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Viele Besucher sind echte "Revolver"-Fans, die schon zur Hochzeit des Live-Musik-Tempels in den 1990er Jahren in Scharen nach Gunzendorf pilgerten, um die Cover-Band zu hören. Ihre ersten Auftritte in Gunzendorf hatten die Musiker bereits Anfang der 1980er Jahre. Da hatten sie schon eine Japan-Tour und Tourneen mit Ozzy Osbourne und Saxon hinter sich. "Revolver" machte die Rockmusik in Franken salonfähig. Die Begeisterung für gute Musik hält bis heute an, nicht nur bei den eingefleischten Fans. Auch Musikerkollegen sind voll des Lobes über die Band und waren beim Konzert in der Schleuse mit dabei. "Revolver ist die Cover-Band schlechthin. Sie sind einfach die besten", lobt Georg Gunselmann, Sänger der Musikgruppe "Conny-Erhard-Combo". Bernhard Lauger, Akkordeonist bei "SLP" (Schönfelder - Lauger - Puppich), schwärmt davon, mit "Revolver" groß geworden zu sein. "Sie waren meine Helden und sind es heute noch", verrät er. Als 16-Jähriger schwang er sich aufs Mofa, wenn sie in Gunzendorf einen Auftritt hatten.

Musikstil erweitert

Der Musikstil von "Revolver" hat sich im Laufe der Jahre verändert oder vielmehr erweitert. "Wir sind alle immer wieder fremdgegangen, spielten in anderen Bands", erklärt der 66-jährige Friedel Amon, eines der Gründungsmitglieder von "Revolver". Daher komme die musikalische Vielfalt. Beim Konzert in der Schleuse gaben sie eine wunderbare Mixtur aus gehobener Rockmusik mit Soul- und Jazz-Elementen zum Besten.

Neben den Gründungsmitgliedern Friedel Amon (Keybooard, Gesang), Dieter Roth (Gitarre, Gesang), Jürgen Kühnlein (Gitarre, Gesang), Uwe Gaasch (Gesang, Perkussion) traten in Eggolsheim Matthias Bäuerlein (Schlagzeug), Igl Schönwitz (Bass), Gerhard Cäsar (Saxofon, Querflöte), Ingo Mertens (Posaune) und Klaus Wangorsch (Trompete) auf. "Wir spielen aus purer Leidenschaft zur Musik", stellt Friedel Amon heraus.

Hauptberuflich in der Musikbranche

Die Band besteht ausschließlich aus "Musikprofis", die hauptberuflich in unterschiedlichen Musikbereichen, sei es als Studiomusiker, Komponist, Produzent, Pädagoge oder sogar als Musikprofessor tätig sind. Ihre Interpretation der Evergreens von Gruppen wie Chicago, Whitesnake, Pink Floyd oder Peter Gabriel tragen fast immer eine "revolver-typische Handschrift", die noch genügend Freiraum zum Improvisieren lässt. "Africa" von Toto in der "Revolver-Variante" bekommt zum Beispiel ein Percussionsolo, dann auch noch ein Bass- und Schlagzeugsolo eingebaut. Soul-Stücke wie "What is hip" von Tower of Power oder Jazziges wie "Pick up the pieces" der Average-White-Band waren zu Anfangszeiten nie auf der Playlist von "Revolver" gestanden. "Wir haben uns musikalisch weiterentwickelt. Und das Schöne dabei ist, dass unser Publikum mitgewachsen ist, unseren Musikstil weiterhin gut findet. Sie bringen heute ihre Kinder auf unsere Konzerte mit", erzählt Friedel Amon vom Wandel der einstigen Rockband.

Gastbesuch aus den USA

Etwas vermisst haben dürften die Fans aber die eigenen Stücke "Good time people" und "Not too late", mit denen die Band 1981 auf Platz 1 der Heavy-Metal-Charts landeten. Sängerin damals war Mary B. Thompson, die mittlerweile in Amerika lebt. Doch Amon kündigte an, dass sie auf einen Gastbesuch im September vorbeikommen und auftreten werde. "Wo das allerdings sein wird, wissen wir noch nicht", konnte er noch keine genauen Angaben machen. Für "Revolver"-Fans ist dies in jedem Fall eine gute Nachricht.

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