Forchheim
Fahrzeugschau

Raritäten auf Rädern

80 Oldtimerfans aus Franken und der Oberpfalz folgten der Einladung des Gentlemen's Cars Club und zeigten ihre Preziosen auf dem Forchheimer Rathausplatz.
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Der Gentlemen's Cars Club lud zum Oldtimertreffen auf den Forchheimer Rathausplatz.  Josef Hofbauer
Der Gentlemen's Cars Club lud zum Oldtimertreffen auf den Forchheimer Rathausplatz. Josef Hofbauer
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Kommen, sehen staunen. Mit ihren zwei- und vierrädrigen Kostbarkeiten zogen 80 Auto-Enthusiasten beim Oldtimertreffen des Gentlemen's Cars Club die Blicke der zahlreichen Besucherauf dem Forchheimer Rathausplatz auf sich.

Im Mittelpunkt standen chromblitzende Attraktionen der letzten 50 Jahre. So etwa der Chevrolet Bel air, Baujahr 1956 von Hans und Maria Ebner aus Forchheim. Die Innenausstattung des Wagens wurde 1988 mit Original-Stoff erneuert. Im gleichen Jahr wurde das Fahrzeug in Californien in der Originafarbe Sierra/Gold neu lackiert.

Majestätisches Gefährt v

Aus Amerika stammt der metallicblaue Excalibur, Phaeton IV, Baujahr 1985. Ihn hat Besitzer Jürgen Zetzmann aus Rödental für 30 000 Euro in Kalifornien erstanden. "Ursprünglich wollte ich einen anderen Wagen kaufen, als ich aber dieses Fahrzeug gesehen habe wusste ich, dieses majestätisch dahinrollende Phantom der Straße musste ich haben", erzählt der Besitzer. Eine Rarität, denn insgesamt wurden nur knapp über 700 Stück davon gebaut. Getriebe und Motor ließ Zetzmann überholen. Dafür hat er noch einmal 30 000 Euro investiert. Gut angelegtes Geld, denn nach einem aktuellen Wertgutachten wird dieser exclusive Exot in der Größenordnung einer sechsstelligen Summe gehandelt.

Als weiteres Flaggschiff der Straße präsentierte der Regensburger Stefan Thüring seinen Opel Kapitän PL2,6, Baujahr 1960. Opel setzte damals auf Autobau nach Ami-Art, erkennbar an den ausgeprägten Heckflossen und dem kantigen Äußeren.

Kleine Kostbarkeiten

Neben diesen Oberklasse-Modellen dürfen aber auch die Kleinen nicht vergessen werden. Otto Schwandners olivfarbener Lancia Fulvia hat beispielsweise nur 30 PS. Der Italiener ist übrigens 1973 in Florenz erstmals zugelassen worden. Wie der Vierzylinder mit 1300 Kubikzentimeter Hubraum nach Berlin kam, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass ihn dort ein Neumarkter Händler entdeckte, von dem der Fürther Oldie-Fan das gute Stück vor einem Jahr erworben hat. Obwohl der kleine, hellblaue Steyr Puch von Jörg Tischer aus Nürnberg einem Fiat 500 zum Verwechseln ähnlich sieht, hat der Besitzer auf dem Teilnahmeschein notiert: "Kein Fiat!" "Das ist ein österreichischer Lizenz-Nachbau", verrät der Besitzer. Der Unterschied: Das Fahrzeug hat einen stärkeren Motor, Made in Austria, ein Getriebe aus dem Hause Steyr /Puch und ein komplett anderes Fahrwerk als die italienische Variante, die wenige Meter weiter mit Turiner Zulassung zu bestaunen war.

Motorrad aus Muggendorf

Apropos Staunen. Dafür sorgte der Erlanger Harald Poellot, der mit einer mintgrünen "Imme" zum Oldtimertreffen gekommen war. "Eines der wenigen in Muggendorf gebauten Zweiräder, die noch fahrbereit sind", verrät der Besitzer. Konstruiert wurde das Motorrad, das ursprünglich "Mugge" heißen sollte, von Norbert Riedel. Die Maschine ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes, schwärmt Poellot, denn der Auspuff dient gleichzeitig als Führung für das Hinterrad. Der Konstrukteur verließ übrigens nach dem Krieg Muggendorf und baute seine Motorräder in Immenstadt.

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