Forchheim
Wohnraum

Pyramide für Forchheim und weitere neue Wohnungen

Mehrere Bauvorhaben standen auf der Tagesordnung des Forchheimer Bauausschusses, darunter das Löschwöhrd-Gelände.
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Das pyramidenähnliche Gebäude (rechts) soll sich gut ins Forchheimer Stadtbild einfügen. Grafik: Gräßel Architekten Erlangen
Das pyramidenähnliche Gebäude (rechts) soll sich gut ins Forchheimer Stadtbild einfügen. Grafik: Gräßel Architekten Erlangen
Der städtische Bauausschuss hatte in seiner jüngsten Sitzung über mehrere Wohnprojekte zu entscheiden. Auf der Tagesordnung fanden sich neben einigen kleineren privaten Anträgen auch Wohnanlagen in der Hainbrunnenstraße, in der Birkenfelderstraße sowie Wohnanlage in der Löschwöhrdstraße. Auch der Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem Gottla-Keller-Gelände wurde beantragt.

Ein architektonischer Höhepunkt für die Stadt Forchheim soll neben der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Löschwöhrdstraße entstehen. Bereits 2015 wurde ein Plan für den Umbau, die Sanierung und einen Neubau im Bauausschuss behandelt. Nun kam es zu geringfügigen Änderungen. Das als Einzeldenkmal sowie im Bereich des Ensembles der Altstadt Forchheim geschützte Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule soll erhalten bleiben.

Dort sollen Wohnungen und eine Arztpraxis untergebracht werden. Dementsprechend wird es zu baulichen Veränderungen der Fassaden- und Grundrissgestaltung kommen.


Niedriger als die Nachbargebäude

Der Neubau, der daneben geplant wird, soll ein sogenanntes Winkelbauwerk sein. Stefan Schelter, Leiter des Forchheimer Bauamts, bezeichnete dieses auch als "Stufenpyramide", die aber niedriger als die umliegenden Gebäude geplant ist. "Meiner Meinung nach fügt sich das ins Bild ein", sagte Schelter, "und damit haben wir sogar die Chance, in einer Fachzeitschrift für Architektur aufzutauchen."

Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ist von dem Entwurf angetan. "Ich finde es genial und fast schade, dass es so versteckt liegt", betonte Erwin Held (FW). Stadtrat und Architekt Sebastian Körber (FDP) sagte, ihm gefalle die pyramidenartige Bauweise: "Das beweist doch, dass moderne Gebäude doch neben historischen Bauwerken gehen."

Anderer Meinung war Manfred Mauser (FBF): "Mir gefällt diese Bauweise nicht." Albert Dorn (SPD) hingegen gab nur einen Satz von sich, der Spielraum für Interpretationen ließ: "Ich bin sprachlos." Diese Planungsänderung wurde von den Ausschussmitgliedern zur Kenntnis genommen.

Auch die Bebauung des Geländes in der Hainbrunnenstraße wurde besprochen. Der vorhandene Bebauungsplan wurde ursprünglich extra für das Altenheim aufgestellt. Die nun geplante Bebauung sei eine "grüne, lockere Bauweise", sagte Bauamtsleiter Schelter. Das Bauvorhaben besteht aus drei Baukörpern, einmal 16 und zweimal 14 Wohnungen. Dazu soll eine Tiefgarage gebaut werden, die insgesamt 66 Stellplätze umfassen wird.


Wohnungen bei der Sparkasse

In der Birkenfelderstraße soll angrenzend an das Sparkassen-Gelände ebenfalls eine Wohnanlage errichtet werden. Über die Planung wurde bereits vor einem Jahr gesprochen. Damals wurde der Vorbescheid positiv erteilt. Nun kam es zu kleinen Änderungen wie zum Beispiel, dass der Abstand zur Birkenfelderstraße reduziert wurde.
Bisher gab es für dieses Grundstück keinen Bebauungsplan. Die Planung sieht nun einen gestaffelten Baukörper vor. An der Südseite wird es eine dreigeschossige Bauweise sein, an der Nordseite werden sechs Geschosse entstehen.

41 Wohnungen sind in dem Mehrfamilienhaus nun geplant, zusätzlich kommen drei Wohneinheiten in eine Reihenhausanlage. Die Planung sieht hier vor, dass einige der nachzuweisenden Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht sind, andere werden oberirdisch angebracht. Wenn der Bauherr die noch fehlenden drei Parkplätze nachweist, geht das Projekt mit insgesamt 44 Wohneinheiten für den Bauausschuss in Ordnung. Nur Heike Schade (FGL) stimmte gegen den Beschluss. Sebastian Körber (FDP) betonte, dass dieses Projekt zeige, dass man "mit einer gewissen Dichte" bauen könne, "ohne, dass es zu wuchtig ist".

Ein weiteres Thema bei der Sitzung war ein geplanter Umbau des Gottla-Kellers. Dort liegt ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1965 vor. "Das Baufenster dort wurde im Nachhinein durch die Felsengänge beschnitten", erklärte Schelter. Deshalb sah er kein Problem an dem Bauantrag, der etwas vom Bebauungsplan abweicht. Fünf Wohneinheiten sollen dort in einem Mehrfamilienhaus mit Carport-Anlage gebaut werden.


Nicht in der Kellerwald-Satzung

Holger Lehnard (CSU) fragte, ob es möglich sei, vertraglich festzuhalten, dass der Lärm während der Annafest-Zeit hinzunehmen ist. Dies gehe leider nicht, sagte der Bauamtsleiter. Trotzdem müsse man wissen, wenn man in den Kellerwald zieht, dass es dort zur Annafest-Zeit laut werden könne. "Der Gottla-Keller unterliegt aber nicht der Kellerwald-Satzung", betonte Thomas Werner (CSU) daraufhin. Wichtig sei ihm zudem, dass der Stollen geschützt werde. Einstimmig erteilten die Ausschussmitglieder das Einvernehmen zur Errichtung des Mehrfamilienwohnhauses.


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