Fasching

Prunksitzung in Neunkirchen am Brand: Der NCV feiert 50. Geburtstag

Umweltminister Thorsten Glauber und Landrat Hermann Ulm waren zur Jubiläumsprunksitzung nach Neunkirchen am Brand gekommen. Dort warteten bereits die Hoheiten Kaiser Franz und seine Sissi.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Petra Malbrich
Foto: Petra Malbrich
+18 Bilder

Selau! Der Schlachtruf der Neunkirchner Narren war wohl das Wort, das an diesem Abend am häufigsten benutzt worden ist. Wer ihn erfunden hat? Kein anderer als ein Narren-Urgestein - der "Waffler" der Gemeinde. Doch bis Erhard Hanauer als Waffler die 50 Jahre Neunkirchner Carnevalsverein (NCV) Revue passieren lassen konnte, dauerte es noch. Denn neben einem facettenreichen Programm waren auch einige Prominente zur Jubiläumsprunksitzung in die Turnhalle der Mittelschule gekommen.

Nicht nur Umweltminister Thorsten Glauber (FW), Landrat Hermann Ulm (CSU) und Bürgermeister Heinz Richter (FW) gaben den Neunkirchner Narren die Ehre, sondern auch die kaiserlichen Hoheiten Kaiser Franz (Steffen Habel) und seine Sissi (Heiko Dierks) mit Hofmeister (Matthias Braun). Gerade wenn die jungen Garden mit ihren Showtänzen und akrobatischen Tanzeinlagen brillierten, erinnerte sich die Kaiserin an ihre eigene Zeit als Gardemädchen. Nun ja, ob das Franz so geglaubt hat? Jedenfalls führten kaiserliche Hoheit durchs Programm und durften eine Menge Künstler ansagen, die mit ihren Beiträgen zu einer rundum gelungenen Geburtstagsprunksitzung sorgten.

Gardetänzer und -tänzerinnen begeistern mir ihren Choreographie

Vor allem die tänzerischen Darbietungen waren wieder unübertrefflich. Ob das die jungen Tanzmariechen Emma und Finja waren, die trotz des jungen Alters unglaubliche Leistung brachten und mit ihrer Choreographie begeisterten, ob das "Bibi und Tina" waren, hinter denen die Kindergarde steckte, und ebenso Begeisterungsstürme auslösten oder ob es die Jugendgarde war, die bereits im Begrüßungsteil für die richtige Stimmung und zu "Zugabe"-Rufen in der Turnhalle der Mittelschule sorgten - alle Künstler trugen mit ihren einmaligen Darbietungen zu einer unvergesslichen Erinnerung an die Geburtstagssitzung bei.

Auch Albert Einstein war auf der Bühne dabei. Natürlich mit seiner Relativitätstheorie. Aber diesmal über die deutsche Sprache. Um zu erklären, wie so manche Redewendung entstand. Nicht nur "Böse Jungs" traten auf, sondern auch "Junge Wilde". So heißt die Gruppe männlicher Jugendlicher, die sich unterhielten, wie die Jubiläumsprunksitzung denn gefeiert werden könnte. Das Besondere: An passenden Stellen wurden statt der gesprochenen Antwort Songs eingespielt, was für Lacher sorgte.

Der "Waffler" warf einen Blick zurück

Dann kam der "Waffler". Mit einem Best of blickte Erhard Hanauer auf 50 Jahre NCV zurück. Das bedeute zugleich 50 Jahre gesellschaftliches und politisches Geschehen in Neunkirchen am Brand. In Reimform trug er seine Bütt vor, erinnerte an die Rathausbesetzung, plauderte aus den Intimitäten der Neunkirchner, bis er in seiner Zeitreise im Neunkirchen Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre angekommen war. Da passierte der Gemeinde wohl etwas, von dem er längst gewarnt hatte: Sie wurden von Preußen überrannt. Mit lang anhaltendem Applaus wurde der "Waffler" für seine Bütt belohnt. Nicht umsonst war Erhard Hanauer der erste, der mit dem höchsten Faschingsorden, dem Till-Orden ausgezeichnet wurde.

Geehrt wurden die Trainerinnen der Tanzgarden und Tanzmariechen, mit denen es nach der Pause weiter ging. Ein Frauentanz, die Große Garde, die brillierte und auch als Leopardinnen zu sehen waren, Bine und Tina oder das Tanzmariechen Pauline. Als Friedl und Ferdl sind Andrea und Ingrid nicht mehr wegzudenken und Sonja und Mario spielten aus dem Leben eines Ehepaars. Und hätte sich der "Waffler" den Schlachtruf patentieren lassen, dann wäre er heute wohl ein reicher Mann: Neunkirchen Selau!



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren