Poxdorf
Kommunalwahl

Poxdorf erlebt Dreikampf der "Zugezogenen"

Kein Bürgermeister-Kandidat ist in Poxdorf groß geworden. Aber Amtsinhaberin Gunhild Wiegner und ihre Herausforderer Thomas Zwiener und Paul Steins sind hier längst zu Hause.
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Das Rathaus in Poxdorf ist ein schöner Platz, um Bürgermeister zu sein. Foto: Josef Hofbauer
Das Rathaus in Poxdorf ist ein schöner Platz, um Bürgermeister zu sein. Foto: Josef Hofbauer
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Das ist schon erstaunlich: Zwei Männer und eine Frau treten an, um an der Spitze der Gemeinde Poxdorf zu stehen, und keiner von ihnen ist in diesem Ort geboren und aufgewachsen. Die seit zwölf Jahren amtierende Gemeindechefin Gunhild Wiegner (Freie Wähler) erblickte in Gera das Licht der Welt und erlebte ihre Kindheit und Jugend in Westfalen. Dort wuchs auch Paul Steins (CSU) auf, der seinen Geburtsort mit Neuhaus angibt.

Deutlich näher an Poxdorf verbrachte Thomas Zwiener (Einigkeit Poxdorf) seine ersten Jahre: Er wurde in Bamberg geboren und wohnte mit seiner Familie in Heiligenstadt. Dieses Zusammentreffen von drei "Zugezogenen" bei der Bürgermeisterwahl ist kein Zufall, sondern verweist auf Poxdors Charakter als beliebte Wohngemeinde in der Nähe zum wirtschaftlich starken Raum Erlangen-Nürnberg.

Inzwischen ist das Trio freilich längst heimisch geworden und gilt als fest verwurzelt in Poxdorf.
Wiegner, die Mutter von fünf Kindern, hat sich durch ihre Arbeit in verschiedenen Elternbeiräten und seit 1990 im Gemeinderat ein Netzwerk an Kontakten zugelegt, während Zwiener (Feuerwehr) und Steins (Sportverein, Soldatenkameradschaft) durch ihr Engagement an der Spitze von Vereinen geschätzt und bekannt sind im Ort.

So sehr sich der grobe Lebensweg ähnelt, so unterschiedlich sind die politischen Schwerpunkte der Kandidaten. Natürlich wollen alle drei die Schule erhalten, die Krippe und den Kindergarten entwickeln und für junge Familien attraktiv bleiben. Aber das war es dann auch schon im Wesentlichen.

Steins: Geld für Infrastruktur
Für Paul Steins stehen "dringende Investitionen in die Infrastruktur" an erster Stelle. Dazu zählt er notwendige Sanierungen am Straßen- und Kanalnetz, ein ganzheitliches Friedhof-Konzept mit Neubau eines Leichenhauses und die Realisierung des Hochwasserschutzes für Poxdorf. Dafür brauche es einen langfristigen Investitionsplan.

Um den prognostizierten Bevölkerungsrückgang zu stoppen, will Steins zudem neue Wohn- und Gewerbeflächen im Einklang mit der aktuellen Struktur ausweisen. Der 63-Jährige erklärt: "Dadurch wird auch die Leistungsfähigkeit der Gemeinde gestärkt, da sie im Wesentlichen ihre Einnahmen aus der Einkommens- und Gewerbesteuer deckt."


Wiegner: Schutz vor Hochwasser
Ähnliches hat auch Wiegner vor, doch sie priorisiert Gewerbeansiedlung und will einen "Zuwachs an Arbeitsplätzen fördern". Auch neue Bauflächen möchte sie zur Verfügung stellen, allerdings "moderat". Am wichtigsten ist für die 68-Jährige nach dem Scheitern des Zweckverbandes ein eigener Weg zum Ausbau des Hochwasserschutzes. Den möchte sie "mit Effel trich und den hiesigen Landwirten und Baumschulen suchen und realisieren". Ein weiteres Anliegen der Bürgermeisterin: "Die Nahversorgung der Bürger mit Dingen des täglichen Bedarfs verbessern und den ÖPNV unterstützen."

Andere Dinge treiben Zwiener um. Er hat es sich zum Ziel gemacht, die "Einigkeit des Gemeinderates über die Parteigrenzen hinweg zum Wohle aller Bürger und zum Ansehen unserer Gemeinde" herzustellen. Er will eine Politik gestalten, bei der alle Bürger mitmachen können. Neben der Versorgung der Kinder liegt dem 56-Jährigen auch ein "senioren-freundlicheres Poxdorf" am Herzen.


Zwiener: Absprache mit Bürgern
Für entscheidend hält der bei der CSU unglücklich gescheiterte und nun unabhängige Kandidat "solide Haushalte, um die Investitionskraft der Gemeinde zu stärken und damit eine bessere Infrastruktur zu schaffen, die es ermöglicht, längst überfällige Baumaßnahmen zu erstellen". Dies alles solle aber immer in Absprache mit allen Bürgern geschehen, damit Fördermittel, Steuergeld und Einnahmen auch sinnvoll verwendet werden.

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