Gräfenberg

Planer zerstreut Bedenken wegen Oberflächenwasser im Baugebiet Sollenberg

Das neue Baugebiet in Sollenberg beim Sendeverstärker und Funkmast kann erschlossen werden. Oberflächenwasser müssen die Weißenoher angeblich nicht fürchten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Baugebiet in Sollenberg Foto: Petra Malbrich
Das Baugebiet in Sollenberg Foto: Petra Malbrich

Völlig unproblematisch lasse sich das Baugebiet "Südwest 2" in Sollenberg erschließen. Dies verlautete im Stadtrat Gräfenberg. Dabei handelt es sich um eine Privaterschließung über sechs Grundstücke. Ein bereits bestehender Schotterweg wird demnach einfach nach hinten über einen Wendekreis verlängert, um so Zufahrten und Wendemöglichkeiten herzustellen. Der Weg befindet sich bereits in Privathand. Doch bei dem Baugebiet befindet sich ein dichter Bestand mit Hecken und Bäumen. "Diesen möchte man behalten. Deshalb wird auch der bestehende Gehweg nicht verlängert. Einfluss auf den Grünstreifen wird es nur im Zufahrtsbereich geben", erklärte Bernd Müller vom Planungsbüro Schneeberg und Kraus aus Igensdorf. Auch die Entwässerung werde unkompliziert. Wegen der Sollenberger Baugebiete hatte der Abwasserzweckverband Obere Schwabach immer Bedenken, gerade wegen der Problematik mit dem Oberflächenwasser aus Sollenberg, das in den Weißenoher Mesnergraben fließt. Aber auch darauf habe das neue Baugebiet keinen Auswirkung, die Entwässerung könne ebenso unproblematisch erfolgen. "Ein Bodengutachten wurde erstellt. Es geht klar daraus hervor, dass das Oberflächenwasser versickern kann", meinte Müller. Die Bauherren müssen ihr Oberflächenwasser am Ort versickern lassen. "Wer kontrolliert, dass keine Dachflächen ans Kanalsystem angeschlossen werden?", wollte Werner Wolf (FW) wissen. "Der jeweilige Bauträger muss den Bauantrag mit einer Entwässerungsplanung vorlegen", erklärte Müller. Der Ausbau des Baugebiets erfolge regelkonform. Die Stadt übernimmt die Baulast der Straße. Allerdings wurde bei einer Feuerwehrübung nachgewiesen, dass der Wasserdruck aus dem Hydranten für einen ersten Löschangriff nicht ausreicht. Deshalb regte Lars Laufer (CSU) an, die Versorgung über einen zusätzlichen Behälter zu sichern. Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) meinte, der vorhandene Behälter sei für den Radius ausreichend und Planungen laufen. Der vorgeschlagenen Erschließung wurde zugestimmt.

Straßenlampen

Die Umstellung der Straßenlaternen auf LED zeigt Wirkung. Strom konnte gespart werden, die finanzielle Lage der Stadt hat sich nach den Jahren der Strukturhilfe entspannt. Das ist für die Fraktion der Freien Wähler der richtige Zeitpunkt, um den Bürgern mehr Sicherheit zu gewähren, indem die Nachtabschaltung der Straßenlaternen aufgehoben wird und die Lampen künftig wieder die ganze Nacht hindurch leuchten. Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) erinnerte daran, dass bereits bei der LED-Umstellung angedacht wurde, nach der Stromeinsparung die Lampen auch nachts wieder leuchten zu lassen. Die Umrüstung der Leuchten in den Außenorten werde in Verantwortung des Bayernwerks durchgeführt. Das Problem durch die Nachtabschaltung zeige sich vor allem am Wochenende. "Kurz bevor der letzte Zug ankommt, gehen die Lichter aus", meinte Werner Wolf (FW), der den Antrag gestellt hatte. Nun fand im VG-Gebäude ein Gespräch mit einem Vertreter des Bayernwerks statt. "Warum ist ein individueller Zeitbereich nicht möglich, in Zeiten, in denen immer mehr digitalisiert wird?", resümierte Nekolla und bat um Prüfung. Tatsächlich erhielt er Ende Januar ein Schreiben, dass mit einer technischen Schaltanlage die Leuchtdauer individuell gesteuert werden könnte. Die drei vorgeschlagenen Anlagen kosten 1315 Euro. Kurz darauf kam der Antrag der FW, die Straßenbeleuchtung komplett durchlaufen zu lassen. Die LED-Umrüstung wird mit 20 Prozent gefördert. Voraussetzung ist eine gewisse prozentuale Energieeinsparung. Wie weit man mit der Aufhebung der Nachtabschaltung dann von dem Prozentsatz entfernt sei, konnte noch nicht geklärt werden, meinte Nekolla. 75 Prozent des Stroms würde Gräfenberg aus erneuerbaren Energien herstellen, und mit dem neuen Solarpark würde die Stadt Überschuss produzieren. Deshalb plädierte er dafür, die Nachtabschaltung aufzuheben. Elisabeth Meinhardt (SPD) erinnerte daran, schon vor Jahren für eine Aufhebung wenigstens am Wochenende gestimmt zu haben. "Das wurde auch in der Bürgerversammlung wieder diskutiert", sagte Meinhardt. Für das Durchleuchten am Wochenende sprach sich Matthias Striebich (Grüne) aus. Hans Derbfuß (CSU) plädierte für ein Durchleuchten gerade für die Sicherheit der Bürger am Marktplatz. "Es sind auch ältere Leute und junge Mädchen am Marktplatz. Am Bahnhof ist es ohnehin notwendig", meinte Derbfuß. Am Wochenende ja, war Heiko Krackers (GBL) Meinung. Doch für ökologisch sinnvoll halte er eine dauerhafte Nachtbeleuchtung nicht: "Es ist bedenklich und hat auf die Fauna Auswirkungen." Lichtverschmutzung nannte er die Bedenken beim Namen. Für Hobbyastronomen sei das Licht wenig gut und auch die Tiere kämen aus dem Rhythmus. "Das Thema Lichtverschmutzung war ein Punkt bei ,Rettet die Bienen'. Nur weil wir Strom eingespart haben, müssen wir ihn auf der anderen Seite nicht hinauswerfen", meinte Kracker. Die drei angebotenen Steuerelemente werden nun gekauft und Standorte dafür überlegt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren