Hausen
Hochwasserschutz

Planer simulieren Jahrhunderthochwasser in Hausen

Die Gemeinde will wissen, wie gefährdet Hausen bei einem hundertjährigen Hochwasser ist, um sich künftig besser gegen Wassermassen schützen zu können.
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Überschwemmung am 5. Juli in Hausen Foto: Gemeinde Hausen
Überschwemmung am 5. Juli in Hausen Foto: Gemeinde Hausen

Welche Häuser stehen unter Wasser und wie hoch ist der Schaden, wenn ein starkes Hochwasser über Hausen hereinbricht? Diese Fragen soll das Bamberger Ingenieurbüro Weyrauther im Auftrag der Gemeinde mit einer "Wasserspiegel-Berechnung" beantworten. Erst im Juli wurden Hausen und Heroldsbach von einem Starkregen unter Wasser gesetzt. Die Nachbargemeinde hat bereits ihre Gefahrenkarte fertigen lassen, nun will auch Hausen folgen. Mit den Erkenntnissen soll künftig an einem besseren Hochwasserschutz gearbeitet werden.

Max Brust, Geschäftsführer von Weyrauther, hat den Hausener Gemeinderäten am Dienstag erläutert, wie die Simulation funktioniert. "Wir sollen auf Anraten des Wasserwirtschaftsamtes in Hausen erst einmal die Berechnung für das hundertjährige Hochwasser anbieten, weil das der ,worst case' ist", betont Brust. Das ist ein Hochwasserereignis, das statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftritt. Nur wenn in diesem Szenario das Schadenspotenzial in Hausen hoch genug sei, bekomme die Gemeinde bauliche Hochwasserschutz-Maßnahmen auch finanziell gefördert.

Digitale Hochwasser-Simulation des Hirtenbachs in Hausen

Für die Gefährdungsanalyse fertigen die Planer ein digitales Modell der 3700 Meter langen Hirtenbaches im Gemeindebereich Hausen an. Dabei wird eine Flurkarte mit örtlichen Vermessungen ergänzt und das Gelände digital nachgebildet.

Diese Karte wird mit den Wassermengen-Zahlen (bei einem hundertjährigen Hochwasser) des Wasserwirtschaftsamtes kombiniert: Die Gefährdungskarte kann zeigen, wie sich das Wasser ausbreitet und wie der Abfluss stattfindet. Durch die Simulation können so die überfluteten Flächen und Anwesen identifiziert werden, anhand dessen der mögliche Schaden bewertet werden kann. "Wenn man zusätzlich Schadensereignisse vor Ort kennt, kann man diese Berechnung auch eichen, so dass es der Realität gut entspricht", sagt Brust.

Förderung durch Zusammenarbeit mit Heroldsbach möglich

"Heroldsbach hat diese Berechnung, aber bekommt damit keine Förderung, weil sie nicht genügend Schadenspotenzial hat", fügte Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) hinzu. Wenn Hausen nun aber mit der eigenen Gefährdungskarte einsteige, könne man womöglich gemeinsam Hochwasserschutz-Maßnahmen bezuschusst bekommen. "Wenn es Sinn macht, können wir beide Modelle zusammenhängen und das auch durchrechnen", bestätigte Brust. "Wenn man Förderung bekommt, ist dies das Beste, was passieren kann. Und das Wasserwirtschaftsamt ist da eigentlich schon gut gewillt."

Einige Gemeinderäte wollten bereits über die Resultate der Simulation und mögliche Schutzmaßnahmen sprechen. Bernd Ruppert (CSU) fragte nach, ob man daraus auch ableiten könne, wie viel Kubikmeter Wasser an bestimmten Stellen zurückgehalten werden müssten. Und Dieter Gößwein (BF) schlug bereits Flächen vor, die "ohne großen Aufwand" für Hochwasserschutz genutzt werden könnten. Brust betonte, dass die Berechnung der erste Schritt sei: "Erst danach kann man vernünftig sagen, was man als nächstes macht."

Die Planer werden in den kommenden Wochen beginnen, den Bachverlauf und die Böschungskanten am Hirtengraben in Hausen zu vermessen. Aus dem Gemeinderat kam zudem der Wunsch auch den Lachweihergraben, der ebenfalls unter dem Starkregen litt, zu berücksichtigen. Die höherliegenden Bäche Vogelherdbach, Reglitz und Wimmelbach sollen nicht extra berechnet werden, da ihre Wassermengen ohnehin in die Hochwasser-Simulation in Hausen einfließen.

Der Gemeinderats-Beschluss zur Hochwasser-Gefährdungskarte soll auf der nächsten Sitzung im Dezember gefasst werden, wenn das Angebot der Planer zum Lachweihergraben feststeht.

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