Sehr gut findet der Medizinische Dienst der Krankenkassen das Pflegeheim Wiesenttal des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Muggendorf. Beim so genannten Pflege-Tüv vergaben die Prüfer die Gesamtbestnote 1,1 für Pflege und medizinische Versorgung, den Umgang mit den Bewohnern sowie die Betreuung und die Alltags-Gestaltung. So ist BRK-Kreisgeschäftsführerin Birgit Kastura stolz auf die Bewertung, die im Internet unter www.pflegelotse.de nachzulesen ist.

Das passende Heim finden


"Wir sind richtig gut", findet Pflegedienstleiter Sebastian Betz. Heimleiter Hartmut Riedel sieht in dem Pflege-Tüv ein Instrument, das dem Laien helfen soll, eine passende Einrichtung zur Betreuung seiner Angehörigen zu finden. Ganz oben steht bei der Prüfung die Qualität der pflegerischen Versorgung der Heimbewohner. Hier erhielt das Haus die Note 1,2. "Der medizinische Dienst prüft nicht nur die dokumentierte Pflege, sondern sieht sich auch die Leute sehr genau an", erklärt Ressortleiterin Karin Amon, die für den Pflegebereich aller drei Häuser des BRK im Landkreis Forchheim zuständig ist.
"Als beschützende Einrichtung sind wir in besonderem Maße für die Sicherheit unserer Bewohner verantwortlich" erklärt Birgit Kastura. Der Eindruck eines "Hochsicherheitstraktes" aber täuscht. Zwar könne keiner so einfach aus dem Gebäude heraus oder hinein, im Haus aber sind alle Bereiche zugänglich. Hinzu kommt der sehr beliebte naturnahe Park.

Individuelle Atmosphäre


Damit sich die Bewohner wohl fühlen, sind nach Absprache auch Haustiere erlaubt. So schleichen auf den Gängen auch Katzen herum, in Käfigen werden Vögel gehalten. Auch von zuhause mitgebrachte Kleinmöbel sorgen auf den Zimmern für eine vertraute, individuelle Atmosphäre. "Ganz wichtig ist auch, dass der Tag für die Bewohner eine Struktur hat", informiert Heimleiter Stefan Betz. Deshalb werden den zwischen 30 und 90 Jahre alten Klienten ihren Fähigkeiten entsprechend Aufgaben übertragen. Sie erstellen Einkaufslisten, malen, basteln, lesen, helfen in der Küche beim Abwasch mit oder kümmern sich um den Getränkevorrat. Es gibt auch einen eigenen Waschsalon.
Für Leben im Haus sorgt der Bewohner-Chor, in dem rund ein Dutzend der insgesamt 62 Bewohner mit Begeisterung singen und sogar öffentlich auftreten. Mit Ergotherapeutin Gesine Duos erleben die Bewohner im eigens eingerichteten Atelier des Hauses beim Action-Painting ungeahnte Erfolgserlebnisse. Erika Dormann (67) jedenfalls ist begeistert von dieser Kunst, die Mitbewohner Michael Stefan eindrucksvoll demonstriert.
"Als Haus, in dem neben Alzheimer-Patienten auch Menschen mit psychischen Erkrankungen etwa schweren Psychosen, betreut werden, stellen wir uns einer besonderen Herausforderung" , betont Riedel.

Auf Augenhöhe


Doch die Konkurrenz schläft nicht. Auch die Heime der Senivita in Baiersdorf und Gräfenberg freuen sich über Bestnoten und ein Gesamtergebnis von 1,1. "Wir haben hervorragende Kräfte und vor allem genügend Personal, das sich individuell um unsere Bewohner kümmert", analysiert Pflegedienstleiterin Annette Mehlicher aus Baiersdorf. Dem kann Kollegin Annette Lehrer aus Gräfenberg nur zustimmen. "Natürlich freuen wir uns über dieses außergewöhnlich gute Ergebnis", räumt Lehrer ein. Sie weist aber auch auf ein Problem des Bewertungssystems hin. Eine schlechte Note in der Betreuung kann durch eine hervorragende Note im organisatorischen Bereich ausgeglichen werden. Das verwässere die Gesamtbilanz. Allerdings nicht bei Note 1,1.