Hochstahl
Abschied

Pfarrer will Tierpsychologe werden

Mit 60 Jahren tritt Pfarrer Hans Stiefler aus Hochstahl in den Ruhestand. Aber da wartet auf ihn eine neue Herausforderung.
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"Es fällt mir und allen in der Pfarrei sehr schwer, Sie nach so langer Zeit gehen zu lassen." Dies sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marianne Düngfelder zu Pfarrer Hans Stiefler in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, in der Stiefler selbst seinen Abschiedsgottesdienst hielt.

Der 60-jährige Geistliche geht nach 29 Jahren als Pfarrer von Hochstahl und Breitenlesau in den Ruhestand. Als neuen Pfarradministrator der Pfarrei Hochstahl hieß Düngfelder dann Pater Rajesh Lugun willkommen.

Gekommen waren auch alle Fahnenabordnungen der Vereine der Pfarrei, vom Männergesangverein Breitenlesau, der Soldatenkameradschaft Hochstahl und Umgebung, den Feuerwehren Breitenlesau-Siegritzberg und Hochstahl, dem BMX Club Breitenlesau bis hin zum Gesangverein Liederkranz Hochstahl, der den Abschiedsgottesdienst gesanglich umrahmte.

Bild erinnert an die "Moggerla"

Bei der Abschiedsfeier im Pfarrgarten spielte die Blaskapelle Hochstahl zünftig auf. Pfarrer Stiefler freute sich insbesondere über seine Ministranten, die ihm ein großes Bild schenkten, und über das Abschiedsgeschenk der Pfarrei in Form eines Gemäldes, das alle Kirchen und Kapellen der Pfarrei zeigt. "Ihren liebevollen Kosenamen "Die Moggerla" werden wir nie vergessen", sagte die Sprecherin der Ministranten und erinnerte an Spaß, Freude und Abenteuer, die sie mit ihrem Pfarrer erlebt hatten.

Heiter das Wort Gottes verkündet

Bürgermeister Ludwig Bäuerlein, der Stiefler seit 40 Jahren kennt, dankte ihm im Namen der politischen Gemeinde Aufseß mit einer Urkunde. Er betonte, dass er sich mit Stiefler immer gut verstanden habe. "Danke für das, was Du alles für die Kirchengemeinde, aber auch im politischen Bereich geleistet hast", sagte Bäuerlein zu seinem Freund und erinnerte an die gemeinsame Fahrt nach Rom sowie die Erforschung der Geschichte der Wallfahrtskapelle St. Friedel bei Heckenhof durch Pfarrer Stiefler.

Auch die Hollfelder Bürgermeisterin Karin Barwisch dankte Stiefler für die Seelsorge ihrer Tiefenlesauer Bürger. Stiefler wie Barwisch sind Katzenfreunde, was sie beide verband. Marianne Düngfelder betonte, dass Pfarrer Stiefler den Gläubigen den Glauben und die Gebote Gottes oft auf heitere Art und Weise vermittelt habe und es in der Pfarrei nie die Probleme der Weltkirche gab, da hier durch Stiefler die Ökumene gelebt wurde.

Nie einen Unterschied gemacht

"Er machte keinen Unterschied zwischen evangelisch und katholisch, zwischen regelmäßigem Kirchgänger und gelegentlichem Gottesdienstbesucher" urteilte Düngfelder. In den fast 30 Jahren habe Stiefler in Hochstahl und Breitenlesau 332 Kinder getauft, 120 Brautpaare getraut und 310 Trauergottesdienste gehalten. Als Mitglied der Kirchenverwaltung erinnerte Stefan Teufel auch an zahlreiche Baumaßnahmen. So wurden in der Amtszeit von Stiefler unter anderem die Altäre der Pfarrkirche saniert, die Glockenanlage repariert, die Beleuchtung erneuert, die Orgel komplett überholt, der Kirchplatz umgestaltet und das Pfarrhaus und das Pfarrheim renoviert und neu möbliert.

Pfarrer stuidert wieder

Stieflers Hartnäckigkeit sei es immer zu verdanken gewesen, dass die Kirchenstiftung die höchstmöglichen Zuschüsse für alle diese und noch mehr Baumaßnahmen erhalten hatte. Stiefler selbst dankte den Gläubigen, dass er 29 Jahre lang ihr Pfarrer sein durfte. Er zieht nun vorübergehend in sein Elternhaus in Waidmannsgesees bei Pottenstein. In Kürze will Pfarrer Stiefler sein Studium der Tierpsychologie an der Universität Bayreuth beginnen.

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