Hiltpoltstein
Kirche

Pfarrer verlässt den höchstgelegenen Ort im Kreis Forchheim

Drei Jahre lang hat der evangelische Pfarrer Jacek Kikut in Hiltpoltstein gewirkt. Jetzt geht er mit Vorfreude auf die kommende Aufgabe.
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Pfarrer Jacek Kikut verlässt Hiltpoltstein. Foto: Petra Malbrich
Pfarrer Jacek Kikut verlässt Hiltpoltstein. Foto: Petra Malbrich

In Hiltpoltstein arbeiten die Vereine und die Kirche vorbildlich zusammen - auch und gerade bei der Jugendarbeit, die Pfarrer Jacek Kikut so wichtig ist. Es gelang ihm sogar, die Konfirmanden zu motivieren, dass sie eine eigene Jugendgruppe gründeten, die gemeinsame Aktionen starten, viele Unternehmungen durchführen und die künftigen Präparanden unterstützen. Dann sind sie auch in der Kirche präsent. Überhaupt sind die vollen Kirchenbänke während der Gottesdienste eine der prägnanten positiven Erfahrungen, die Kikut mit nach Erlangen nimmt. Der Pfarrer verlässt Hiltpoltstein nach nur drei Jahren Dienstzeit.

Von Erlangen aus der Kirchengemeinde St. Matthäus kommend, wurde Kikut vor drei Jahren die Pfarrstelle in Hiltpoltstein zugewiesen. "Es war meine erste Pfarrstelle mit voller Verantwortung und als Seelsorger für 1100 Gläubige", sagt Kikut. Da die Stellenbeschreibung alle ihm bekannten Arbeitsbereiche wie die Diakonie, Posaunenchor bis hin zum Seniorenkreis beinhaltete, zog er mit Ehefrau und Tochter im August im Pfarrhaus ein.

Schön sei es für ihn gewesen, in dem am höchsten gelegenen Ort des Landkreises Forchheim zu leben. Jacek Kikut genoss es, die Gegend mit dem Rennrad zu erkunden und trainierte mit anderen Gläubigen Dauerlauf, um irgendwann an einem Halbmarathon teilzunehmen.

Seine Frau kümmerte sich um den damals verwilderten Garten, machte ein Schmuckstück daraus und engagierte sich ebenfalls in der Kirche in der neu gegründeten Frauengruppe. "Einmal war die Gruppe eine Band, dann sind sie als Flötenensemble oder als Frauenchor aufgetreten", erzählt Kikut.

Ihm selbst war und ist die Jugendarbeit sehr wichtig. Alle Jugendgruppen hätten einen besonderen Stellenwert in der Landeskirche. Als Pfarrer Kikut das erzählt, hält er ein Bild in der Hand: die Jugendlichen der Gruppe mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Pfarrer Kikut bei einem integrativen Fußballspiel mit den "Cluberern" im Nürnberger Stadion. Die Trikots sponserte der Hiltpoltsteiner Sportverein. "Wir haben natürlich nicht gewonnen", sagt Kikut lachend. Aber darum ging es nicht.

Zusammenhalt mit Vereinen

Es ging um den Zusammenhalt des örtlichen Vereins und der Kirche, um den Zusammenhalt innerhalb der kirchlichen Gruppe und um die Gemeinschaft. Denn für den jungen Pfarrer bedeutet Kirche im weitesten Sinne genau das.

Die Jugendlichen wünschen sich diese Kirchengemeinschaft in anderer Form als der üblichen. Und sie haben eine klare Meinung, eine Ansage an die Kirche. "Klimawandel und Umweltschutz sind ihre Themen, für die sich auch die Kirche mehr einsetzen sollte", erzählt Kikut aus der Jugendarbeit. Es war die Idee der jungen Menschen, dann einen Müllsammelausflug zu machen und freie kirchliche Flächen in Bienenweiden zu verwandeln. Ebenso standen Ausflüge nach Nürnberg in die Lux-Kirche zur "Konfi-Party" auf dem Programm.

Doch auch das Gegenteil zu diesem blühenden Leben, die Sterbebegleitung, ist Pfarrer Kikut sehr wichtig. "Zwei Menschen durfte ich begleiten", sagt Kikut. Diese Art der Seelsorge hat er hier zum ersten Mal durchgeführt und dafür extra eine Fortbildung besucht. Jacek Kikut hat sich seiner Tränen auch nicht geschämt, wenn er Leben und Sterben seiner Gläubigen als Seelsorger begleitet hat.

Und es gab noch mehr dieser positiven Erfahrungen, die er in Hiltpoltstein erleben durfte, abgesehen davon, dass er in der ersten Klasse seine Tochter in Religion unterrichtet hat. "Von den Vereinen eingeladen zu werden, um eine Andacht zu halten, das war für mich völlig neu", erzählt Kikut, der noch heute davon angetan ist.

Das nimmt er mit nach Erlangen auf die neue Stelle, und sein Weg wird ihn sicherlich wieder einmal durch Hiltpoltstein führen, wenn er mit seinem Rennrad die Landschaft erkundet.

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