LKR Forchheim
Datenjournalismus

Pendlerverkehr im Kreis Forchheim nimmt zu: Das sagen die statistischen Zahlen wirklich

Noch nie pendelten so viele Berufstätige im Landkreis Forchheim in die Nachbarregionen. Doch der Anstieg lässt keine voreiligen Schlüsse zu: Eine der wichtigsten Kennzahlen für die Attraktivität der Region bleibt konstant.
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Von den 29 Kommunen pendeln nur in der Stadt Forchheim mehr Arbeitnehmer ein statt aus. Foto: Ronald Heck
Von den 29 Kommunen pendeln nur in der Stadt Forchheim mehr Arbeitnehmer ein statt aus. Foto: Ronald Heck
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Ob im Auto auf der Autobahn 73, auf der Bundesstraße nach Erlangen oder im Zug nach Forchheim: Gerade zu Stoßzeiten spüren viele Berufstätige in der Region, dass auf dem Weg zur Arbeit immer mehr los ist. Deutschlandweit nimmt der Pendlerverkehr seit Jahren zu - auch im Landkreis Forchheim lässt sich der Trend statistisch nachweisen:

Mehr Berufspendler im Kreis Forchheim

Wenn Sie hier wohnen und zum Arbeiten die Kreisgrenzen verlassen, dann sind Sie einer von rund 30 000 Auspendlern. Noch nie reisten so viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit in einen anderen Landkreis wie im vergangenen Jahr. Die Zahlen hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ausgewertet: 2018 gab es 29 930 Auspendler, das sind 25 Prozent mehr als im Jahr 2000. Damals zählte der Landkreis 23 950 Auspendler.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ist auf den Anstieg aufmerksam geworden. In einer Pressemitteilung spricht die IG Bau von einem "alarmierenden Trend". Deren oberfränkischer Bezirksverband hatte für den Kreis Forchheim zunächst falsche Pendlerzahlen versendet. Nach den Recherchen des FT stellte eine IG-Bau-Mitarbeiterin in Bayreuth die richtige BBSR-Auswertung zur Verfügung.

So verlaufen die Pendlerströme

Wie sind die Zahlen zu interpretieren? Pendlerströme gelten als Indikator für die Betrachtung des Arbeitsmarktes einer Region. Dabei spielt vor allem der "Pendlersaldo" (die Differenz von Ein- und Auspendlern) eine Rolle. Regelmäßig aktualisiert die Bundesagentur für Arbeit den "Pendleratlas" (zuletzt Juni 2018). Die Arbeitsagentur registrierte minimal mehr Auspendler als der BBSR: Demnach wohnen im Kreis Forchheim 50 355 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Mehr als die Hälfte, 30 338, pendelt in einen anderen Kreis. Die meisten fahren zur Arbeit nach Erlangen, Nürnberg oder Bamberg.

Gleichzeitig fahren 11 751 Beschäftigte, die außerhalb wohnen, für ihren Job in den Kreis Forchheim. Die meisten Einpendler kommen aus dem Nachbarkreis Erlangen-Höchstadt, aus Bamberg, Erlangen oder Nürnberg.

Der Pendlersaldo ist somit negativ: Es pendeln 18 587 mehr Arbeitende weg als umgekehrt. Aber: "Dieser Saldo hat in den vergangenen fünf Jahren nicht zugenommen", betont Kreis-Wirtschaftsförderer Andreas Rösch, der die Arbeitsmarktstatistiken immer im Blick hat. "Das spricht dafür, dass wir weiterhin attraktive Arbeitsplätze im Landkreis vor Ort haben".

Innerhalb des Landkreises fällt auf: Unter den Pendlersalden der 29 Kommunen hat nur die Stadt Forchheim einen positiven Wert vorzuweisen.

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