Forchheim
Stadtentwicklung

Pendler haben im Norden Forchheims keinen Platz

Im Süden und in der Stadtmitte entsteht Parkraum für Pendler. Warum nicht im Norden Forchheims, fragt die dort aktive Bürgerinitiative. Sie fordert die Stadtplaner zum Handeln auf, damit der S-Bahn-Halt kein Flopp wird.
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Auf Höhe der Adalbert Stifter Schule werden   keine  Pendler erwartet.   Pendler-Parkplätze sind am künftigen S-Bahn-Haltepunkt bislang jedenfalls   nicht eingeplant. Barbara Herbst
Auf Höhe der Adalbert Stifter Schule werden keine Pendler erwartet. Pendler-Parkplätze sind am künftigen S-Bahn-Haltepunkt bislang jedenfalls nicht eingeplant. Barbara Herbst

Vor wenigen Tagen ging ein Bild durch die lokalen Medien, das Begehrlichkeiten weckt: Es zeigt, wie im Süden der Stadt, am S-Bahn-Halt Kersbach, Parkflächen eingeweiht werden. Dieses Bild ist bei der Bürgerinitiative (BI) S-Bahn-Halt Forchheim Nord mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Es sei ja erfreulich, wenn Stadt, Landkreis und Bahn für mehr Parkplätze in Kersbach und auch am Bahnhof Forchheim sorgten, sagt Eduard Nöth - "aber diese Bemühungen um Parkplätze sollte auch auf den Norden Forchheims übergreifen." Der Ex-MdL und CSU-Kreisrat Eduard Nöth ist Schirmherr der Bürgerinitiative S-Bahn-Halt und Otwin Schneider ist ihr Sprecher.

Wo ist das Konzept?

Die beiden drängen darauf, dass die Verantwortlichen jetzt rasch zu Potte kommen und Parkflächen für Autos und Fahrräder am künftigen S-Bahn-Halt im Stadt-Norden festlegen. Nur so könne die Akzeptanz und die Wirtschaftlichkeit des künftigen Bahn-Halts gesteigert werden; schließlich sei der S-Bahnhof nicht nur für Schüler eingerichtet worden. Eduard Nöth schlägt vor, dass Pendler-Parkplätze in der Nähe des geplanten Gewerbegebietes oder des neuen Sportgeländes der Spielvereinigung Jahn Forchheim entstehen könnten. "Vorsorge ist besser und billiger als Nachsorge", sagt Otwin Schneider und fordert ein "Gesamtkonzept im Stadtnorden" das "zukunftsfähig ist und Bahnkunden anzieht". Leider sei der erste Fehler bereits gemacht worden: Einen nördlichen Ausgang des Bahnhalts werde es nicht geben, bedauert Schneider; stattdessen eine "Billiglösung mit der Rampe über die Bonhoeffer-Unterführung".

Wie könnte eine Parkplatz-Lösung für die Pendler aussehen? Und wer fühlt sich verantwortlich. Die Bahn schon mal nicht, wie ein DB-Sprecher dem FT sagte: "Pendlerparkplätze sind nicht Bestandteil des Projektes, da sind die Kommunen zuständig."

Der Landkreis würde es zwar begrüßen, wenn die Stadt Forchheim Parkplätze baut, aber beim Kreis selbst gebe es "keine Überlegungen" dies zu tun, betont Pressesprecherin Kathrin Schürr. In Kersbach sei die Lage eine andere gewesen: "Kersbach ist ein Knotenpunkt des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, da ist der Kreis zuständig." Für die Schulen in Forchheim Nord sei der Landkreis zwar verantwortlich, sagt Kathrin Schürr, aber da sei kein Bedarf: "Die Schulen halten ihre Parkplätze selbst vor."

Bleibt also die Stadt Forchheim als potenzieller Bauherr für die Parkplätze der Rad- und Auto-Pendler. Aber auch da sieht es mau aus. Zwar habe der Stadtrat "P+R-Plätze für den S-Bahn-Halt thematisiert", erinnert Pressesprecherin Britta Kurth, aber dann "als problematisch eingestuft".

Die Mehrheit des Stadtrates hat sich per Beschluss auf diese Einschätzung geeinigt: Der Haltepunkt in Forchheim Nord sei durch seine Lage "nicht die erste Wahl für Pendler". Der Bahnhaltepunkt habe seine große Bedeutung lediglich für den Schülerverkehr. Fazit: P+R-Plätze für den S-Bahn-Halt sind derzeit nicht vorgesehen. Es fehle auch an "verfügbaren Grundstücken", sagt Stadtsprecherin Kurth. Und das "Bauleitplanverfahren" für das Gewerbegebiet Forchheim-Nord sei noch nicht so weit gediehen, um dort "konkrete Flächen für P+R-Plätze vorzeigen" zu können.

Der Norden als Stiefkind

Für die Bürgerinitiative ist das eine düstere Nachricht. "Forchheim Nord soll kein Stiefkind werden", mahnt Eduard Nöth. "Wenn der S-Bahn-Halt die politisch große Nummer sein soll, muss mehr auf die Schiene gebracht werden." Schon jetzt sei die Parksituation in der Fritz-Hoffmann- und in der Pestalozzistraße "eine Katastrophe", meint der BI-Schirmherr: "Die Stadtplanung muss den Blick nach vorne richten." Die Parkplätze müssten ja nicht direkt neben dem Bahnhof liegen. "Hundert Meter laufen, das ist zumutbar", sagt Nöth. Sollen mehr Bürger auf die Bahn umsteigen, was ja politisch mehr als gewollt sei ist, müsse auch die nötige Infrastruktur geschaffen werden, "sonst ist das gesamte Investment für die Katz", sagt BI-Sprecher Otwin Schneider.

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