Pautzfeld
Protest

Pautzfelder Räte machen Front gegen Supermarkt

Markus Düsel und Thomas Bauer haben bereits 600 Unterschriften für einen Bürgerentscheid gegen das Projekt gesammelt. Heute informiert der Bauträger in der Aula der Schule Hallerndorf.
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Foto: Josef Hofbauer
Foto: Josef Hofbauer

Im Grunde genommen hat es der Hallerndorfer Bürgermeister Torsten Gunselmann (FW) nur gut gemeint. Aufgrund fehlender Einkaufsmöglichkeiten vor Ort bemühte er sich um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes. Doch der Standort des Rewe-Supermarktes am Ortsende von Pautzfeld entzweit die Bürger. Vor allem die Gemeinderäte Markus Düsel und Thomas Bauer kämpfen seit einem Jahr gegen den Vollsortimenter.

Mitte vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat Hallerndorf mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme grünes Licht für die Ansiedlung des Supermarktes gegeben. Daraufhin waren die Pautzfelder Mandatsträger so empört, dass sie die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" absagten. Die Bewertungskommission wurde kurzerhand wieder ausgeladen.

Der Supermarkt sei schlichtweg überflüssig, befindet Markus Düsel. Er und sein Kollege Bauer sind überzeugt, dass die Bewohner aus allen Gemeindeteilen von Hallerndorf mit Gütern des täglichen Bedarfes bestens versorgt seien. Zwar nicht direkt vor Ort, aber der Lidl Einkaufsmarkt in Neuses sei nur wenige hundert Meter vom geplanten Rewe-Einkaufmarkt entfernt. Die Bewohner aus Hallerndorf, Haid, Willersdorf, Schlammersdorf oder Trailsdorf müssten nach wie vor mit dem Auto zum Einkaufen fahren.

Genug Einkaufs-Alternativen

Dabei stehe in Eggolsheim ein Edeka-Einkaufsmarkt, in Neuses eine Filiale des Discounters Lidl und in Adelsdorf ein Edeka und ein Rewe-Einkaufsmarkt zu Wahl. Darüberhinaus gebe es beste Einkaufsmöglichkeiten jn Forchheim und Hirschaid. Für die Bewohner von Schnaid liege der Rewe-Einkaufsmarkt in Sassanfahrt deutlich näher, als ein Rewe Einkaufsmarkt in Pautzfeld. "Ein hässlicher Betonklotz, der die Fläche versiegelt", kritisiert Markus Düsel, der von einer Überversorgung mit Einkaufsmärkten spricht.

Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Bauer hat er bereits 600 Unterschriften gesammelt, um gegen die Ansiedlung des Supermarktes zu protestieren. Verzichte die Kommune nicht freiwillig auf das Projekt, wollen die Pautzfelder Gemeinderäte einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen.

Breite Mehrheit wünschenswert

Stellvertretender Bürgermeister "Wastl" Schwarzmann (WG Trailsdorf), der vor einem Jahr noch für den Supermarkt votiert hatte, sieht das Projekt mittlerweile mit gemischten Gefühlen. Nicht nur die Bürger aus Pautzfeld seien geteilter Meiner, auch die Mitglieder des Gemeinderates. Bei einem Projekt dieser Größenordnung, für das der Flächennutzungsplan geändert werden müsste, sei eine breite Mehrheit wünschenswert.

Wie es weitergehen soll, lässt Schwarzmann offen. Erst einmal will er den Info-Abend des Bauträgers Sontowski und Partner abwarten. Am heutigen Mittwoch, 17. Oktober, wollen Projektverantwortlicher Johannes Pohl und sein Kollege Matthias Kupfer ab 18 Uhr in der Aula der Grund- und Mittelschule in Hallendorf alle Interessenten über das geplante Vorhaben informieren. In Einzelgesprächen sollen die Bedenken der Bürger behandelt werden, verspricht Johannes Pohl. Er ist überzeugt, "dass die gesamte Gemeinde Hallendorf von einer nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeit in vielerlei Hinsicht profitieren wird." Dieses Infoveranstaltung, bei der auch die Gegner des Projektes ihre Bedenken vortragen möchten, wollen Bürgermeister Torsten Gunselmann und sein Stellvertreter Schwarzmann erst einmal abwarten. Dann werde sich der Gemeinderat noch einmal mit der Thematik auseinandersetzen.

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