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Ebermannstadt
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Parzefalls haben eine Riesen-Krippe im Wohnzimmer

Jedes Jahr Anfang Dezember verwandelt sich das Wohnzimmer der Familie Parzefall in Ebermannstadt in eine Krippen-Landschaft. Bis Maria Lichtmess sind Interessierte zum Bestaunen jederzeit willkommen.
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Karl-Heinz Parzefall vor seiner 16 Quadratmeter großen Weihnachtskrippe. Foto: Miriam Och
Karl-Heinz Parzefall vor seiner 16 Quadratmeter großen Weihnachtskrippe. Foto: Miriam Och
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Dort, wo gewöhnlich das Sofa von Familie Parzefall steht, ist eine gigantische Landschaft aus Moos, Steinen, Häusern und Figuren aufgebaut. Das komplette Wohnzimmer wird jedes Jahr vom ersten Advent bis Maria Lichtmess (2. Februar) zu einer 16 Quadratmeter großen Krippe umfunktioniert. Besonderer Hingucker ist ein Wasserfall.

Von Jahr zu Jahr immer größer

Angefangen hat alles vor über 25 Jahren mit einer einfachen Plastik-Krippe. Dann hat Vater Karl-Heinz seine Leidenschaft fürs Gestalten entdeckt und die Krippen-Landschaft wurde immer größer. "Die Krippe ist Jahr für Jahr heimlich um ein paar Zentimeter gewachsen. Mein Mann hat wohl gedacht, ich merke das nicht", lacht seine Frau Ursula. Deshalb habe der Platz im Wintergarten bald nicht mehr ausgereicht und die Miniatur-Landschaft wurde ins Wohnzimmer verlegt.
Seit zehn Jahren habe die Krippe jetzt etwa dieses Ausmaß angenommen. "Noch größer geht es jetzt wirklich nicht mehr", gibt der leidenschaftliche Krippenbauer mit Blick auf das voll gestellte Wohnzimmer zu.

"Wir freuen uns, das ganze Jahr darauf im Dezember die Krippe aufzubauen, aber im Februar sind wir dann auch wieder froh, wenn sie weg kommt", sagt seine Frau Ursula.
Insgesamt 52 Menschen und rund 300 Tiere beherbergt die Krippe inzwischen. "Das sind die Weihnachtsgeschenke der letzten 25 Jahre", erzählt das Ehepaar. Die Figuren haben sie unter anderem bei Magnus Klee in Bamberg gekauft und sich gegenseitig geschenkt. "Einige der Handwerker haben wir nach unseren Vorstellungen anfertigen lassen. Vorher gab es nur Maria und Josef, die Hirten und die drei Könige. Jetzt wurden unsere Figuren sogar mit in den Katalog aufgenommen", sagt der 57-Jährige stolz.

Inzwischen kaufen sich die Ebermannstadter vor allem nackte Figürchen, die Ursula Parzefall selbst einkleidet. "Ich habe mit Schneiderei im Grunde nichts am Hut. Das ist für mich eine Qual", meint sie. Doch der Unterschied zwischen selbst eingekleideten und gekauften Figuren ist nur bei sehr genauem Betrachten zu sehen. Stolz sind die beiden auch auf ihren Ochsen. "Den haben wir beim Flohmarkt gekauft. Der Verkäufer hatte uns gefragt, ob ein Euro zu teuer sei", lachen die beiden.

Highlight ist der Wasserfall

Auch die Schneiderei, das Wirtshaus und die Bäckerei sind Unikate. "Die Kinder haben die Häuser selbst gemacht", erzählt Karl-Heinz Parzefall. Die Arbeit schweiße die Familie zusammen. "An zwei Sonntagen im November gehen wir gemeinsam Moos sammeln", sagt er. Sohn Jonas helfe gerne beim Aufbau der Krippe. Vor allem die Technik sei der Verdienst des 16-Jährigen. Ohne ihn würden die vielen kleinen Lichter nicht leuchten und der Wasserfall nicht fließen. Letzterer wurde im Jahr 1995 in die Landschaft integriert. Er hat schon mehrmals Schäden verursacht. "Es gab schon einen Kabelbrand und Überschwemmungen. Was noch fehlt, ist ein Erdrutsch", scherzt der ehemalige Hausmeister der Mittelschule Ebermannstadt.

Auch eine Mühle befindet sich in der Krippe. Diese erinnert an das Wohnhaus der Familie Parzefall, ebenfalls eine Mühle. Mit dem Nachbau ist Parzefall noch nicht zufrieden: "Das Mühlrad bewegt sich nur mit Strom. In den nächsten Jahren soll es sich aber von selbst drehen."

Besucher sind herzlich eingeladen

Jedes Jahr ist die Krippe ein bisschen anders aufgebaut. "Den Nachbarn fällt das immer gleich auf", sagt Ursula Parzefall. "Wer die Krippe sehen will, darf jederzeit gerne vorbeikommen", betont das Ehepaar, das in der Breitenbacher Straße 2 wohnt.

Zum Bestaunen kommen auch häufig Schulklassen und Kindergartengruppen vorbei. "Den Kindergartenkindern müssen wir Stühle hinstellen, damit sie etwas sehen können", erzählen die beiden. Während die Kleinen eher die einzelnen Figuren und verschiedenen Tierchen bewundern, interessieren sich die Schulkinder mehr für das Technische, wie den Wasserfall.

Ein Lehrer habe bei einem Besuch seine Schüler gefragt: "Habt ihr schon einmal so eine große Krippe gesehen?" "Na klar", antwortete einer der Schüler. "Hier, letztes Jahr bei der Familie Parzefall im Wohnzimmer."

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