Forchheim
Urteil

Parkplatz-Streit am Bahnhof Forchheim eskaliert - Taxiunternehmer zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt

Mit der Hand in der Tasche habe er gedroht: "Sonst passiert etwas!" Ein Taxiunternehmer hat einen Fahrlehrer genötigt, von einem Parkplatz am Forchheimer Bahnhofsplatz weg zu fahren. Jetzt muss er zahlen.
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Der Taxibetreiber bemühte sich seit langem um eine Parkfläche am Forchheimer Bahnhof - für das Gerichtsverfahren spielte das keine Rolle. Foto: Ronald Heck
Der Taxibetreiber bemühte sich seit langem um eine Parkfläche am Forchheimer Bahnhof - für das Gerichtsverfahren spielte das keine Rolle. Foto: Ronald Heck

Streitigkeiten um Parklücken sind nicht selten. Eine hitzige Auseinandersetzung wegen eines Stellplatzes endete für einen 50 Jahre alten Taxifahrer in Forchheim nun aber mit 3000 Euro Geldstrafe.

Was war passiert? An einem Freitagnachmittag Anfang Mai parkte ein Fahrschullehrer nichtsahnend vor dem Forchheimer Bahnhof, um eine Schülerin abzuholen. Er stand auf einem regulären Parkplatz. Von hinten rollte plötzlich ein Taxi heran und gab Lichthupe. Als der 42-Jährige zum Rauchen ausstieg, kam der Taxifahrer gestikulierend herangerauscht. Er forderte den Fahrlehrer auf, die Parkfläche zu verlassen, weil das seine sei. "Er ist mir bis auf einen Millimeter die Nase 'naufgerutscht", verdeutlichte der Fahrlehrer.

Von Drohung eingeschüchtert

Der Aggressor habe ihn zweimal am Arm gezogen, der Fahrlehrer schubste ihn weg. Dann habe der Taxiunternehmer seine Hand in die Tasche gesteckt und gedroht: "Sonst passiert etwas!" Dadurch verängstigt, fuhr der 42-Jährige doch weg und suchte sich eine andere Stelle, wo er auf seine Fahrschülerin wartete. "Da steckt man ja heutzutage nicht drin", erklärte er seine Angst.

Noch im Auto rief er die Polizei, die zu dem Zeitpunkt keine Streife schicken konnte. Nachdem Fahrunterricht ging er persönlich zur Forchheimer Dienststelle. "Es ist schon ein Unterschied, ob es eine normale Diskussion ist oder nicht. Sonst hätte ich ihn wohl kaum wegen Nötigung angezeigt."

Am Donnerstag musste sich der 50-jährige Taxiunternehmer deshalb vor dem Amtsgericht Forchheim verantworten. Er bestritt, den Fahrlehrer angefasst zu haben. Wenn überhaupt habe er ihn lediglich kurz an der Schulter berührt. Es sei von beiden Seiten zu keiner körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Die Hand in die Tasche zu stecken, sei zudem kein Indiz für eine Straftat, erklärte sein Verteidiger.

Der Forchheimer Taxiunternehmer bemühe sich bereits seit langem um die betroffene Parkfläche, die ihm die Stadt zugesichert habe. "Fakt ist, dass sie keinen Anspruch auf diesen Parkplatz hatten", intervenierte Strafrichterin Silke Schneider. Für die vorgeworfene Nötigung spiele das außerdem keine Rolle. Nach einer kurzen Unterbrechung beteuerte der Angeklagte erneut: "Ich habe nichts gemacht. Ich habe ihn dreimal gebeten, dass er wegfahren soll. Und nur einmal auf die Schulter getippt."

Geldstrafe oder Freispruch

Für den Bamberger Staatsanwalt Ralph Zenger hat sich der Taxifahrer durch sein Verhalten der Nötigung schuldig gemacht. Er plädierte für 30 Tagessätze zu je 100 Euro. Die Verteidigung hingegen forderte Freispruch. Der Vorwurf sei "nicht absolut erwiesen", deshalb gelte es, im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden.

Schneider hatte aber keine Zweifel an der detaillierten Aussage des Genötigten. Sie verurteilte den Taxifahrer zu 3000 Euro Strafe, auch weil der Angeklagte einschlägig wegen Bedrohung vorbestraft ist. Die Richterin betonte: "Es war nicht weit hergeholt, dass er gedacht hat, es passiert jetzt doch etwas."

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