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Tourismus

Paradies für Mountainbiker: Fränkische Schweiz

Mountainbiker erfreuen sich an der Fränkischen Schweiz: viele Strecken mit verschiedenen Anforderungen. Gleichzeitig sind da auch Wanderer unterwegs.
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Immer mehr Mountainbiker sind in der Fränkischen Schweiz unterwegs. Symbolfoto: Tobias Hase/dpa-Themendienst
Immer mehr Mountainbiker sind in der Fränkischen Schweiz unterwegs. Symbolfoto: Tobias Hase/dpa-Themendienst
Sommer, warme Temperaturen, Mountainbiken. Wo kann man das besser genießen als in der Fränkischen Schweiz? Doch dieses Gebiet bietet auch herrliche Strecken für Wanderer. Da treffen zwei Welten aufeinander. Um einen tatsächlichen Zusammenstoß zu vermeiden, entwickelt das Wirtschaftsband A9 (alle Bürgermeister der Region) ein neues Konzept.

Die Bikeschaukel wird aktuell eingerichtet und soll bis 2020 fertig gestellt werden. Das bestätigt der Umsetzungsmanager des Wirtschaftsbandes A9 Michael Breitenfelder. "Der Name Bikeschaukel lehnt sich dabei an die Skischaukel", erklärt Breitenfelder. "Das heißt, dass die Menschen schnell von einem Radweg zum nächsten Radweg kommen können."


Fränkische Schweiz: Warnschilder für Sportler


Die Region solle mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Doch das ist nur ein kleiner Teil, den die geplante Bikeschaukel bieten soll. "Im Vordergrund steht ein Lenkungskonzept", sagt Breitenfelder. Gelenkt werden die Mountainbiker und die Wanderer. "Konflikte zwischen beiden Aktivitäten müssen vermieden werden", erläutert Breitenfelder. Das Ziel lautet: "Auf welchen Wegen können wir fahren, um die Wanderfreude nicht zu vermindern", sagt er weiter.

Deshalb sollen Warnschilder aufgestellt werden. "Vorsicht, hier laufen Wanderer", wird ein Hinweisschild lauten. Damit möchte man die Menschen auf die jeweilige andere Sportart aufmerksam machen. "Das Verständnis füreinander soll geschärft werden", sagt Breitenfelder.

Erblickt der Biker das Schild, soll er langsamer und umsichtiger fahren. Laufen Wanderer auf einer Bikerstrecke "sollten diese dann vermeiden, zu viert oder zu fünft nebeneinander zu laufen", erklärt der Experte.

Ob sich die Menschen daran halten, könne Breitenfelder nicht sagen. "Es ist wie mit Verkehrsschildern. Die meisten halten sich daran. Einige fahren bei einem Tempo 50 Schild trotzdem mit 80", meint er.


Fränkische Schweiz: Paradies für Wanderer

Berthold von Blumenthal von der Abteilung Wandern des Fränkische Schweiz Vereins (FSV) sieht die Beschilderung pessimistischer. "Wanderer nehmen von Schildern weniger Notiz. Die achten eher auf die Natur", sagt er. Aber auch er ist der Meinung, dass Warnhinweise zu mehr Sicherheit führen könnte.

Eine erhöhte Sicherheit werde benötigt, "weil Mountainbiker meist lautlos hinter Wanderern auftauchen." Da würden sich einige Wanderer häufig erschrecken. Blumenthal und Breitenfelder ist jedoch kein Unfall zwischen Mountainbikern und Wanderern bekannt, bei denen Menschen verletzt wurden.

Das sind die Pläne. "Angebracht ist bisher noch nichts", sagt Breitenfelder. "In zwei Jahren soll das Projekt fertig sein", führt er fort. Warum das so lange dauert, erklärt er mit der Größe der Fränkischen Schweiz: "Das sind rund 500 Quadratkilometer, die vernetzt und begutachtet werden müssen."

Denn die Planung soll vor Ort stattfinden und nicht am grünen Tisch. "Mit Landwirten, Jägern, Touristikern und lokalen Bikern wird die Bikeschaukel verwirklicht", sagt Breitenfelder.

"In Egloffstein gibt es dank der lokalen Mountainbiker schon erste konkrete Planungen für die Streckenführung", erläutert Breitenfelder. Er betont dabei auch, dass bei diesem Projekt keine neuen Strecken gebaut werden, sondern die vorhandenen Strecken optimal genutzt werden sollen.

Ausweichmöglichkeiten oder Umleitungen für Mountainbiker oder Wanderer sind hier das Ziel. "Um eine Begegnung zu vermeiden", betont Breitenfelder. Dabei könnten beispielsweise alte - nicht mehr genutzte - Wanderwege wieder reaktiviert werden, um Mountainbiker von Lauffreunden zu trennen.

Neben all diesen Schutzmaßnahmen wird auch die regionale und lokale Wirtschaft ein Thema werden. "Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten oder Fahrradgeschäfte sollen bei der Vernetzung mit einbezogen werden", sagt Breitenfelder. Das stärke die lokalen Partner und mache die Region fahrradfreundlich.


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