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Natur

Orchideen Fränkischen Schweiz locken Diebe an

Bei Nacht und Nebel werden immer wieder heimische Orchideen in der Fränkischen Schweiz von Dieben ausgegraben und gestohlen. Bei Dürrbrunn (Kreis Forchheim) verschwanden 50 Exemplare. Adolf Riechelmann, der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimischer Orchideen in Nordbayern, schlägt Alarm.
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Wo bisher Orchideen wuchsen, sieht man jetzt Löcher. Foto: privat
Wo bisher Orchideen wuchsen, sieht man jetzt Löcher. Foto: privat
Orchideen - meist denkt man bei diesen farbenprächtigen, exotischen Blütenwundern an feuchtheiße Urwälder, in ihnen gedeiht der Großteil der über 25.000 Arten, die es auf dem Erdball gibt. Auch in der Fränkischen Schweiz findet man Orchideen. Aber obwohl sie seit langem unter Naturschutz stehen, werden sie immer seltener. Weil sie rar und so schwer zu züchten sind, wecken sie die Begierde habgieriger "Blumenliebhaber".

Galt die Nachfrage bisher fast ausschließlich den Orchideen aus den Regenwäldern, so verschwinden nun auch immer öfter einheimische Exemplare in dunklen Kanälen. Bei Nacht und Nebel werden die botanischen Kostbarkeiten von Dieben ausgegraben und gestohlen. "Solche Raubzüge können leicht einen ganzen Orchideenbestand vernichten", klagt Riechelmann.

Bei Dürrbrunn 50 ausgegraben

Die Naturschützer würden die wenigen Vorkommen der Pflanzen zwar so gut es geht geheim halten, doch nützt das nur wenig. Inzwischen gebe es offenbar auch in der Fränkischen Schweiz "Gartenfreunde", die systematisch Orchideenbestände plündern. "Vielleicht dauert es nicht mehr lange, bis auch die letzten Standorte des Frauenschuhs, der Hummel-Ragwurz, des Fuchs-Knabenkrauts und anderer Arten in der Fränkischen Schweiz ausgeräubert sind", mutmaßt Adolf Riechelmann. Er weist darauf hin, dass zum Beispiel westlich Dürrbrunn mehr als 50 Orchideen ausgegraben wurden, darunter die einzige Pflanze der Pyramidenorchis in der Fränkischen Schweiz.

Es war an den geraden Rändern der Erdlöcher deutlich zu sehen, dass die Pflanzen mit einer Hacke aus dem Untergrund gehoben wurden. Die Knollen entfernte der Täter, die Fruchtstände ließ er liegen. Obwohl sämtliche Orchideen in allen Staaten der Europäischen Gemeinschaft besonders geschützt sind, gebe es laut Riechelmann immer wieder "Naturfreunde", die Orchideen ausgraben, um sie im heimischen Garten anzusiedeln.

Pflanzen gehen ein

Dieser Versuch sei von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn als Pflanze mit spezifischen Lebensbedürfnissen und sehr speziellen Ansprüchen an Boden, Licht und Nährstoffe kommt sie mit falschen Bodenverhältnissen nicht zurecht. In Gärten und Gewächshäusern vegetieren die Blumen dahin, um schließlich einzugehen.

Außerdem ist das Pflücken oder das Ausgraben von geschützten Pflanzen, wie den Orchideen, nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz verboten und kann mit erheblichen Geldbußen geahndet werden. Der Naturschützer hat wenige Möglichkeiten, den Dieben das Handwerk zu legen. Wer beobachtet, dass jemand Orchideen ausgräbt, sollte sich nicht scheuen, dies der Naturschutzbehörde anzuzeigen.

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