Forchheim
Solarenergie

Online-Karte für den Landkreis Forchheim: Welches Solarpotenzial haben unsere Dächer?

Der Landkreis Forchheim will Gebäudebesitzer motivieren, Photovoltaik zu nutzen. Eine Online-Plattform soll zeigen, was auf ihren Dächern möglich ist.
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Photovoltaik auf dem Hauptgebäude des Landratsamtes Forchheim. Foto: Landratsamt Forchheim
Photovoltaik auf dem Hauptgebäude des Landratsamtes Forchheim. Foto: Landratsamt Forchheim

Der Landkreis Forchheim hat ein Ziel: Die Treibhausgas-Emissionen sollen reduziert werden. Klimaschutzmanager Dominik Bigge betont, dass sich der Kreis den Klimaschutzzielen von Paris verpflichtet fühlt. Am Mittwoch sprachen sich die Mitglieder des Umweltausschusses auch dafür aus, den Klimapakt der Europäischen Metropolregion Nürnberg zu ratifizieren (siehe Infobox). Doch noch muss einiges getan werden: Die aktuelle Energiebilanz des Landkreises zeige, dass zwischen 1990 und 2015 die Treibhausgas-Emissionen nur um knapp 20 Prozent reduziert wurden.

Hohe Ziele fast unerreichbar

Die eigen gesetzten Ziele sind hoch: Bis zum Bilanzjahr 2020 wollte der Landkreis 30 Prozent (im Vergleich zu 2005) einsparen. "Um näher an den Treibhausgase-Zielkorridor zu gelangen, sollten die Bemühungen um Energieeinsparung, Energieeffizienz und Ausbau erneuerbarer Energie intensiviert werden", findet Bigge.

Bei erneuerbarer Wärme ist der Landkreis Vorreiter und liegt über dem Bundesdurchschnitt: 23 Prozent der Wärme wird bereits aus erneuerbaren Quellen erzeugt, deutschlandweit sind es nur knapp 14. Bei Öko-Strom ist der Landkreis hingegen unterdurchschnittlich: 27,3 Prozent im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 31,6. Laut Bigges Energiebilanz könne durch Photovoltaik im Landkreis noch viel eingespart werden.

Interaktive Karte

Deshalb der Vorschlag ein sogenanntes "Potenzial-Kataster" für Photovoltaik und Solarthermie zu erstellen: Das ist eine im Internet abrufbare Karte, auf der Hausbesitzer nachschauen können, welche Photovoltaik-Potenziale ihre Dächer haben. Bürger, Unternehmen und Kommunen im Landkreis könnten dann künftig ihre Gebäude auf der Karte aussuchen und bekommen per Klick erste Informationen, welche Leistung mögliche Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen bringen könnten.

Mit Hilfe von Geodaten wird für jedes Gebäude die Ausrichtung, Form und Neigung der Dachfläche sowie die Sonneneinstrahlung analysiert. In der Region haben die Landkreise Coburg und Bayreuth bereits entsprechende Kataster erstellen lassen. Auch die Kommunen Hausen und Weißenohe haben ähnliche Karten für ihre Gemeindegebiet erstellen lassen. Laut Bigge sollten idealerweise die Ergebnisse im Landkreiskataster integriert werden.

Eine Neuerung schlägt Bigge bei der kreisweiten Karte vor: Es könnte auch analysiert werden, welche Dächer sich für Dachbegrünungen eignen. Begrünungen haben zusätzliche klimafreundliche Effekte wie Regenrückhalt, Schonung der Trinkwasserversorgung und Verbesserung des Mikroklimas.

Klimaschutzpakt der Metropolregion Nürnberg

Beschluss Im Juli 2017 hat der Rat der Europäischen Metropolregion den Klimapakt, der in Zusammenarbeit mit Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt wurde, beschlossen. Durch die Ratifizierung in den Landkreisen und Gebietskörperschaften sollen die Ziele von Paris erreicht werden und CO2-Emissionen reduziert werden.

Grundsätze Wesentliche strategische Grundsätze sind die Entwicklung intelligenter Energie-Netzstrukturen und die Gestaltung des Wärmemarktes durch Technologien. Außerdem soll die klimafreundliche, stadtverträgliche und nachhaltige Mobilität gestärkt werden, indem unter anderem der ÖPNV und E-Mobilität gefördert wird. Ein weiterer Punkt ist die Stärkung der klimafreundlichen Landwirtschaft durch effiziente Landtechnik, optimierte Düngeverfahren und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Zuguterletzt sollen die erneuerbaren Energien in Stadt und Land ausgebaut und stabilisiert werden, zum Beispiel in Form von Mieterstrommodellen, Stadt-Land-Partnerschaften und Geothermie.

Ratifizierung Zu dem Klimaschutzpakt-Papier haben sich bereits der die Landkreise Coburg, Nürnberger Land, Bayreuth, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad, Schwabach und die Stadt Nürnberg bekannt.

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