Forchheim
Skulpturen

Öffentliche Kunstwerke in Forchheim: Denk(mal) nach!

An vielen Ecken in Forchheim stehen Statuen, Brunnen und Monumente. Die Künstler wollen aber mehr, als nur Plätze oder Straßen schmücken. Ein künstlerischer Streifzug durch die Königsstadt - zwischen Deko und Denkanstoß.
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Der Zeitbrunnen am Forchheimer Bahnhof Foto: Ronald Heck
Der Zeitbrunnen am Forchheimer Bahnhof Foto: Ronald Heck
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Um Kunst zu erleben, muss der Forchheimer und die Forchheimerin nicht unbedingt ins Museum oder in eine Ausstellung - dafür reicht auch ein Spaziergang durch die Stadt. Mehrere Skulpturen, Denkmäler und Brunnen zieren die öffentliche Plätze vom Bahnhof bis zum Rathausplatz. Diese Werke sollen die Beobachter dort abholen, wo sich das Leben spielt. Zu unserer Themenwoche wirft der FT einen Blick auf diese öffentliche Kunst in der Königsstadt.

In unserem hektischen Alltag bleibt für Kultur oft wenig Zeit. Genau über dieses Thema stolpert ein Forchheim-Besucher am Bahnhof: Der "Zeitbrunnen" (2002) von Harald Winter steht derzeit still, soll aber renoviert werden. "Entweder hat man zu viel oder zu wenig Zeit", weiß der Künstler. Mit den zwölf Granitsäulen und Wasserfontänen wird dann die Uhrzeit angezeigt. "Der Brunnen soll den Betrachter dazu anregen, über die Zeit nach zudenken." Wasser und Zeit hätten viel gemeinsam - sie können "laufen", "verrinnen" und "davonfließen". Mit dem Kunstwerk nimmt Winter direkt Bezug zur Umgebung des Bahnhofes: Der Beobachter sei deshalb oft ein gehetzter oder wartender Mensch.

Kunst darf auch provozieren

Winter hat drei Skulpturen in Forchheim gestaltet und betont, dass Werke für den öffentlichen Raum etwas besonderes sind. "Das Kulturelle ist für das Leben in einer Stadt wie Forchheim sehr wichtig. Ohne Kunst verkommt eine Stadt zu einem Einkaufszentrum." Öffentliche Kunst dürfe auch provokant sein und auf Ablehnung stoßen.

Der Künstler erzählt eine Anekdote: Eine ältere Forchheimerin habe den "Zeitbrunnen" gesehen und das Werk nicht verstanden. Da habe ein türkischer Junge ihr die Funktion erklärt. "Im besten Fall regt die Kunst so zum Dialog an", freut sich der Künstler. Ein solches Beispiel ist auch die bunte Skulptur "Talking to the Sky" des belgischen Künstlers Arne Quinze in der Klosterstraße, die seit 2016 für Gesprächsstoff in Forchheim sorgt.

Gestaltung und Erinnerung

"Öffentliche Kunstwerke sind einerseits natürlich Elemente der Gestaltung, aber auch der Erinnerung", fügt Dieter George, der Vorsitzende des Heimatvereins hinzu. Ein solches Denkmal steht am Marktplatz: Der Bronze-Karpfen des Künstlers Reinhard Eiber erinnert an den ehemaligen Karpfenzuchtweiher in Forchheim.

Diese künstlerische Denkmäler erhöhten einerseits die Aufenthaltsqualität, brächten den Menschen aber auch die bewegte Stadtgeschichte anschaulich näher. Auf die für Forchheim bedeutende Mittelalterzeit weist beispielsweise der Konradbrunnen (1998) an der Martinskirche hin: Sie erinnert an die Erhebung von Konrad I. am 10. November 911 zum ostfränkischen König.

Fest steht: Egal ob Denkmal oder Denkanstoß, es lohnt sich, sich Zeit für die öffentliche Kunst in Forchheim zu nehmen.



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