Forchheim

ÖDP wirbt in Forchheim mit dem Bienenrettungsmobil für das Volksbegehren

Das Bienenrettungsmobil der ÖDP will auf das Volksbegehren "Stoppt das Artensterben - Rettet die Bienen und die Bauern" aufmerksam machen. Während seiner vierwöchigen Tour durch Bayern machte das Team auch Station auf dem Paradeplatz in Forchheim.
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Brigitte Münster aus Schweinfurt setzt sich ein, um das Artensterben zu beenden. Foto: Julia Heimberger
Brigitte Münster aus Schweinfurt setzt sich ein, um das Artensterben zu beenden. Foto: Julia Heimberger
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Von Julia Heimberger

Vielen Autofahrern sei sicher schon aufgefallen, wie wenige Insekten nach einer abendlichen Fahrt auf der Windschutzscheibe kleben. Vor gut zehn Jahren habe man noch nach jeder längeren Fahrt die Scheibe mühsam an der Tankstelle freikratzen müssen, heute reiche eine Autowäsche am Ende des Sommers, erklärt Felix Eder.

Zusammen mit dem 18-jährigen Luis Fuchs betreut der 63-Jährige am Freitagnachmittag die Unterstützer des Volksbegehrens. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und mit ihnen die Vögel nicht dauerhaft aus Bayern verschwinden. Um dieses langfristige Ziel zu erreichen, möchte die ÖDP mit einem Volksbegehren das bayrische Naturschutzgesetz verschärfen.

Studien belegen, dass in den letzten 27 Jahren über 75 Prozent der Fluginsekten in Schutzgebieten verschwunden sind. Aufgrund des Nahrungsmangels gab es laut dem Naturschutzbund Deutschland einen Verlust von über zwölf Millionen Vogelbrutpaaren in der Bundesrepublik.

Pestizide Schuld an Artensterben

Als Ursache für dieses rapide Insektensterben gilt die konventionelle Landwirtschaft mit dem massiven Einsatz von Pestiziden, Düngern, engen Fruchtfolgen und dem falschen Mähen der Wiesen. Denn beim Verbrauch von Pestiziden gehört Deutschland zu den Vorreitern in der Europäischen Union: Jährlich werden etwa 15 000 Tonnen Herbizide und knapp 1 000 Tonnen Insektizide auf deutschen Feldern verspritzt. Hierzu gehört auch Glyphosat, das auch alle anderen Kräuter vernichtet und damit den Insekten Nahrungsquellen wegnimmt.

"Und vor allem, es gibt nur noch drei Hauptfrüchte: Weizen, Raps und Mais. Und sonst noch ein bisschen Kartoffeln, Futterrüben und das war"s", entrüstet sich Felix Eder.

Um die Bürger aufzurütteln und ihnen den dringenden Handlungsbedarf vor Augen zu führen, hat die ÖDP einen alten Feuerwehrbus als Bienenrettungsmobil ausgestattet. Mit diesem fahren nun vier Wochen Freiwillige durch ganz Bayern und sprechen in den Fußgängerzonen die Passanten an.

Dass die Aktion mit ihrem Weckruf Erfolg hat, zeigt sich an den vielen Passanten, die stehen bleiben, ein kurzes Gespräch mit den beiden Umweltaktivisten führen und meist auch unterschreiben.

Viele Unterschriften in Forchheim

In Forchheim seien an diesem Freitag bis mittags schon gut 100 Leute da gewesen, schätzt Luis Fuchs. Gut 90 Prozent würden auch unterschreiben, einige seien sogar extra dafür in die Stadt gekommen. "Wir hatten noch nie so guten Zuspruch für ein Volksbegehren", freut sich Felix Eder.

Brigitte Münster aus Schweinfurt ist in Forchheim auf Familienbesuch und hat sich gleich eingetragen. Sie setze sich gerne dafür ein, zweifelt aber noch ein bisschen am Erfolg.

Optimistischer ist Gabi Schlicht-Dippold aus Forchheim, die daheim ihren Garten zu einer Blumenwiese mit Bienenfutter umgestaltet hat. Sie ist zuversichtlich: "Ich wünsche mir, dass es klappt und dass das Volksbegehren Erfolg hat."



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