Forchheim
Panne

Nulltarif im Forchheimer Nahverkehr

ÖPNV-Fahrgäste konnten zwei Tage lang gratis den Bus nutzen, weil die Fahrscheindrucker nicht auf die Fahrplanänderungen programmiert worden sind.
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Weil die Fahrplanänderungen nicht rechtzeitig auf die  Drucker aufgespielt werden konnten, gab es keine Fahrscheine in den Bussen.Foto: Andreas Oswald
Weil die Fahrplanänderungen nicht rechtzeitig auf die Drucker aufgespielt werden konnten, gab es keine Fahrscheine in den Bussen.Foto: Andreas Oswald

Deutschland diskutiert über kostenlosen Nahverkehr - im Landkreis Forchheim gibt es ihn bereits. Der Null-Tarif erfolgte Anfang der Woche, pünktlich mit dem Fahrplanwechsel. Unfreiwillig zwar, und zum Ärger der Nahverkehrsbetreiber, aber zur Freude vieler Fahrgäste.

Nur Vorteil bei Einzelfahrten

Als Evi R. aus Schlaifhausen am Montag in die Linie 223 einsteigt, um nach Forchheim zu fahren, darf sie ihre 2.50 Euro wieder einstecken. Der Fahrer kann keinen Fahrschein ausdrucken und in Folge dessen nicht abkassieren. Die Schlaifhausenerin darf zum Null-Tarif nach Forchheim fahren - so wie all jene, die eine Einzelfahrt in den blauen Bussen lösen wollen, die das Busunternehmen Klemm für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Landkreises betreibt. Dauerkartenbesitzer sind davon natürlich nicht betroffen.

Der ÖPNV-Verantwortliche der Kreisbehörde, Klaus Hummel, bestätigt: "In den Bussen eines Unternehmens, das für den Landkreis fährt, funktionieren die Fahrscheindrucker momentan nicht". Hintergrund sei die Fahrplanumstellung, die bei den Druckern eine Aktualisierung der Daten erforderlich mache. Wie Hummel erklärt, sei das rechnergestützte Betriebssystem beim Omnibusverkehr Franken (OVF) jedoch wegen der zahlreichen Datenänderungen "in Verzug". Hanelore Teske Hofmann vom Busunternehmen Klemm betont, dass die Firma darauf keinen Einfluss habe. "Das Update für die Drucker wird vom OVF gesendet - aber da hat irgendetwas nicht funktioniert". Doch Disponent Marcus Weise kann am Mittwoch schon Entwarnung geben: "Seit heute morgen ist das Problem behoben."

Alle Jahre wieder...

Doch die Schwierigkeiten tauchen offensichtlich immer wieder zur Jahreswende auf, wenn die Fahrpläne wechseln. Auch im vergangenen Jahr konnten sich die Fahrgäste über den Null-Tarif freuen: " Da hatten wir das Problem drei Wochen lang", berichtet ein Busfahrer. Auf Nachfrage bei der ÖPNV-Stelle am Landratsamt bestätigt dies Klaus Hummel - allerdings mit dem Verweis darauf, dass damals eine interne Umstrukturierung beim OVF der Hintergrund gewesen sei. In Folge dessen habe der Verkehrsverbund damals nicht mehr genügend Personal für das Daten-Update gehabt. Die entstandenen Einnahmeausfälle müssten die betroffenen Busunternehmen beim OVF geltend machen, erklärt Hummel.

"Wer die Einnahmeausfälle trägt ist bis jetzt noch ungeklärt", betont Marcus Weise vom Busunternehmen Klemm. Man strebe eine gütliche Einigung an, versichert der Disponent. Der Schaden halte sich gottlob in Grenzen, da nur Einzelfahrscheine von dem Ausfall des Ticketdruckers betroffen seien. Die meisten Fahrgäste hätten Wochen- oder Jahreskarten.

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