Gemeinderat

Neunkirchen baut eine neue Schule

Weil eine Sanierung teurer käme als die Neuinvestition, entschied sich das Gremium für einen Neubau. Dessen Standort steht noch nicht fest.
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Die Grundschule in Neunkirchen wird nicht saniert, stattdessen beschloss der Gemeinderat einen Neubau, dessen Standort noch ungeklärt ist.Petra Malbrich
Die Grundschule in Neunkirchen wird nicht saniert, stattdessen beschloss der Gemeinderat einen Neubau, dessen Standort noch ungeklärt ist.Petra Malbrich
Neunkirchen baut eine neue Grundschule. Diese Entscheidung fiel dem Marktgemeinderat leicht, nachdem Lutz Pasemann vom Planungsbüro Pasemann und Schierlein Zahlen dazu vorgelegt hatte. Er war beauftragt worden, die Kosten für eine Sanierung des jetzigen, 60 Jahre alten Schulgebäudes mit einem Erweiterungsbau - die Grundschule wird künftig vierzügig sein - und für einen Neubau zu ermitteln. Beiden sollte das geforderte Raumprogramm zugrunde liegen. Die Sporthalle ist bei beiden Kostenschätzungen berücksichtigt.

Aber: "Auf einen Neubaustandard zu kommen, ist nicht möglich", sagte Pasemann. Klassenzimmer und Lehrerzimmer seien nicht mit dem Rollstuhl erreichbar. Zwar gebe es eine behindertengerechte Toilette, die aber außerhalb des Gebäudes ist. Der höhenversetzte Flur müsste rückgebaut werden, ein Flur mit zwei Treppenhäusern gebaut werden, um den Brandschutz und die Barrierefreiheit zu gewährleisten. Der Haken an der Sache: "Der Sportbereich ist nicht barrierefrei und auch nicht von der Schule aus nicht barrierefrei erreichbar." Im neuen Flurbereich könnte dann an der Treppe ein Aufzug angebracht werden.


Sanierung käme auf 17,2 Millionen Euro

Die Kosten für die Generalsanierung mit Erweiterungsbau lägen Pasemann zufolge bei 17, 2 Millionen Euro. Als Vergleich legte er die Planung für einen Neubau vor. Wo, das ist noch nicht klar. Ein Grundstück gibt es noch nicht. Möglich wäre auch, den jetzigen Standort beizubehalten. Doch Bürgermeister Heinz Richter (FW) betonte eingangs, die Standortfrage außen vor zu lassen. Er wollte einen Grundsatzbeschluss für die Sanierung oder einen Neubau.

Der Neubau, bei dem die gleiche Quadratmeterzahl zugrunde liegt - es handelt sich um eine Gesamtfläche von 5720 Quadratmetern Fläche -, würde mit Hort 14,9 Millionen Euro kosten. Die Zahlen sprachen nach Meinung der Gemeinderäte für sich. "Die Anforderungen an die Schulen haben sich geändert", sagte Pasemann. 70 Quadratmeter große Klassenzimmer, wie sie in der jetzigen Schule sind, würden nicht mehr benötigt, eine Zwischenwand könne nicht gezogen werden, meinte der Bürgermeister, der Zustimmung von Beate Kuen, der Rektorin der Grundschule erhielt.


Der Unterricht hat sich geändert

"Aus pädagogischer Sicht ist ein neues Schulgebäude notwendig", sagte die Rektorin in der Sitzung. Der neue Lehrplan sehe eigenaktives und kooperatives Lernen vor. Das schlage sich auf die Räume durch. Für die Gruppen- und Partnerarbeiten bräuchte es mehrere Differenzierungsräume. "Es sind keine da. Die Kinder werden auf den Flur und das Treppenhaus verteilt, ein konzentriertes Arbeiten ist so nicht möglich", betonte Kuen.

Zudem sollen die Schüler an die neuen Medien herangeführt werden, manche brauchen zum Lernern konkretes Anschauungsmaterial. Auch eine Forscherwerkstatt sei nötig. Zudem würden Räume fehlen, die vor eineinhalb Jahren, als die Mittagsbetreuung in die Offene Ganztagesschule (OGTS) umgestaltet wurde, abgetreten wurden. Im Untergeschoss sind keine Toiletten, und Sozialräume für die Mitarbeiter der OGTS fehlen auch. Klassenräume fehlen, wenn im nächsten Schuljahr mit vier Eingangsklassen gestartet wird und die Bläserklasse solle wegen fehlender Unterrichtsräume auch nicht gekürzt werden, lautete Kuens Plädoyer für einen Neubau. Die Entscheidung der Gemeinderäte, dem Wunsch zuzustimmen, fiel schnell.


Grünbereich wird zum Baugebiet

Noch ist es als Grünbereich in der Karte verzeichnet: das neue Baugebiet bei der Gugelstraße. Nun stellte Edgar Göller von dem Planungsbüro Höhnen und Partner die Straßenplanung für das neue Gebiet vor. Die neue Straße wird eine Verlängerung zur Gugelstraße sein, die für das Baugebiet als Hauptverbindungsstraße dient. Entwässert wird über den bereits bestehende Mischwasserkanal in der Gugelstraße und in der Großenbucher Straße. "Ein Trennsystem macht keinen Sinn, da wir keine Vorfluter haben", erläuterte Bürgermeister Heinz Richter (FW). Ebenso wird die Wasserversorgung über einen Ringschluss zu den bestehenden Leitungen in der Gugelstraße und in der Großenbucher Straße sichergestellt.

Bei der Straße selbst wird aufs geringstmögliche Ausmaß von 5, 90 Metern gegangen. Er einseitige Gehweg beträgt dann das Mindesmaß von 1,50 Metern. "Wir wollen, dass die Leute langsam fahren. Große Fahrzeuge wie die Müllabfuhr oder bei der Feuerwehr können sich trotzdem begegnen", erläuterte Göller. Der Gehweg wird eine Nullabsenkung haben mit Bodenindikatoren für Sehbehinderte. Da die neue Straße eine gerade Trasse ist, die zum Schnellfahren verleiten könnte, sind Längsparkmöglichkeiten einseitig eingeplant. Zwischen zehn und zwölf Stellplätze würden so geschaffen, zusätzlich zu den Stellplätzen, die von den Hausbesitzern ohnehin ausgewiesen werden müssen. Doch durch die Längsparkplätze würde laut Göller ein Durchrauschen verhindert werden. "Wir treiben die Gugelstraße voran, das sie auch eine Entlastung der Ansbacher Straße ist", fügte Bürgermeister Heinz Richter (FW) hinzu. Alle Räte stimmten der vorgelegten Planung zu.


IT-Bereich wird ausgelagert

Neben anderen Kommunen im Landkreis wird nun auch der Markt Neunkirchen seinen IT-Bereich auslagern und tritt dazu dem Zweckverband "Informationstechnik Franken" bei. Die IT-Sicherheit ist schon jetzt ein großes Thema, ebenso der Datenschutz. Bei den großen Anforderungen, die dann auf die Gemeinden zukommen, sieht sich der Markt überfordert. Einen Datenschutzbeauftragten im Haus brauche es dann nicht mehr, erläuterte dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD), der sich die Vorträge der Kommunalbit, die hinter dem Zweckverband steht und viele Gemeinden betreut, anhörte. "Wir haben dann keinen eigenen Server mehr, die Rechner werden alle fünf Jahre automatisch mit Businessgeräten ausgetauscht", zählte Pfister Vorteile auf.

Mit dem Beitritt muss eine einmalige Investitionsumlage in Höhe von 1000 Euro gezahlt werden, die jährliche Umlage an den Zweckverband betrage 800 Euro. Als Folgekosten würden jährlich 130 000 Euro anfallen, da sind jedoch die Kosten für die Hardware eingerechnet. Martin Walz (CSU) erläuterte, dass man sich im Finanzausschuss bereits mit dem Thema beschäftigt hatte. Bisher wurde an die jetzige Firma Living Data 20 000 Euro bezahlt, erhielt aber nur einen Teilservice. "Wir können nur einen Bruchteil selbst leisten", nannte Walz zu dem Angebot der Kommunalbit. Zum ersten Januar nächsten Jahres gehört auch Neunkirchen dem Zweckverband an und lagert die IT aus.


"Es ist ein Spießrutenlauf"

Die Erleinhofer Straße hat sich zur Problemstraße entwickelt. Schuld ist wie in Rosenbach die Ortssperrung Weiher, weil der ganze Verkehr in die Erleinhofer Straße einbiegt, um nach Rosenbach zu gelangen. Nur hat Rosenbach inzwischen zwei Ampeln erhalten, um mehr Sicherheit für die Fußgänger zu erlangen. In der Erleinhofer Straße hingegen sei es für die Schüler inzwischen sehr schwierig, die Straßenseite zu wechseln, um zur Bushaltestelle zu kommen. "Es ist derzeit ein Spießrutenlauf. Es ist kein Durchkommen", klagte eine Frau.

Um es den Schülern zu erleichtern haben bereits alle Anwohner ihre Autos weg, doch damit würde sich die Straße zur Rennstrecke entwickelt haben. Bürgermeister Heinz Richter (FW) beteuerte, den Antrag der Anwohner mit Anregungen zur Verkehrssituation erhalten zu haben und versprach, dass die Verwaltung das überprüfen werde. Einige Vorschläge seien durchaus realisierbar.


Ein Park als No-Go-Area

Die Joseph-Kolb-Straße und der Park entwickeln sich hingegen zu einer No-Go-Area, meinte ein anderer Zuhörer in der Bürgerfragestunde. Samstagabends würde man sich nicht mehr aus dem Haus trauen. Grund sei eine Gruppe Jugendliche, die sich betrinken und laut grölend durch die Straße in den Park ziehen. Dort ginge es dann mit dem Besäufnis weiter. Scherben der zerbrochenen Flaschen würden im Sand des Spielplatzes stecken. Vor wenigen Wochen seien drei betrunkene Leute gar in einen Garten eingedrungen, erzählte ein Bürger. Tanja Schell (CSU) wies auf ein Programm hin, bei dem sich Ehrenamtliche als zivile Sicherheitswache schulen lassen können. Diese Ehrenamtlichen dürften die Jugendlichen dann festhalten, bis die Polizei eintreffe.


Tücher bereiten Probleme

In Mode gekommen sind die reißfesten Feuchttücher und leider auch die Angewohnheit, diese in der Toilette zu entsorgen, wie Martin Mehl über die Verbandssitzung des Abwasserzweckverbands Schwabachtal erzählte. Doch diese Tücher bereiten große Probleme, erst recht, wenn auch noch Starkregen herrscht und die Kanäle spült. "Dann müssen alle zwei Stunden die Pumpen auseinandergenommen werden", sagte Mehl. Um noch einmal darauf hinzuweisen, werde wieder ein Aufruf im Mitteilungsblatt stattfinden. Jedoch sei Mundpropaganda besser. Schon vor längerer Zeit wurden laut Heinz Richter in der Gemeinde Neunkirchen Untersuchungen vorgenommen, um herauszufinden, von welchem Hort, Kindergarten oder Betrieb die vielen Feuchttücher angespült werden. "Die Feuchttücher verursachen wahnsinnige Kosten", ärgerte sich Richter und appellierte, dies auch den Schulen, Kindergärten und Betrieben so weiter zu geben.


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