Oesdorf
Freie Wähler

Neujahrsempfang in Oesdorf steht im Zeichen des Umweltministers

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber gab beim Neujahrsempfang der Freien Wähler seines Heimatkreises Forchheim Einblicke in seine Arbeit.
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Umweltminister Thorsten Glauber Foto: Pauline Lindner
Umweltminister Thorsten Glauber Foto: Pauline Lindner
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Der Neujahrsempfang der Freien Wähler im Oesdorfer Sportheim stand ganz im Zeichen von Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Eindeutig erwarteten die Gäste der Wählervereinigung ein erstes Feedback des Ministers aus dem Kreis Forchheim. Nach noch nicht einmal 100 Tagen Amtszeit nannte ihn Kreisvorsitzender Manfred Hümmer doch auch "unseren Minister", der vor ziemlich genau einem Jahr um die Unterstützung des Kreisverbands im Landtagswahlkampf gebeten hatte.

"Wir denken von unten, hören erst mal zu", gab Glauber denn auch als Prämisse der FW-Minister aus. "Die kommunale DNA der Freien Wähler" sei das für ihn. Peter Münch, der Vorsitzende der Oesdorfer Freien Wähler und zugleich Vorsitzender des Sportvereins, berichtete von dessen Absichten, das Dach des Sportheims besser zu dämmen. Sicher war Münch nicht der Einzige aus dem Ehrenamt, der dazu um staatliche Unterstützung bat. Jedenfalls stehen 20 Millionen Euro im Koalitionsvertrag, wie Glauber darlegte, wodurch die energetische Sanierung von Vereinsgebäuden unterstützt werden soll. In einem Koalitionsvertrag, der im engsten Kreis der Freien Wähler schon im Mai ausgearbeitet worden war. Genau dieses Papier, so schilderte Glauber, habe man dann im November Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgelegt und in 14 Tagen Punkt für Punkt abgearbeitet.

Schüler für Klimaschutz

"Und jetzt machen wir uns ans Arbeiten", wechselte der Minister in sein Ressort. Er freut sich, dass die angeblich immer daddelnden Schüler ihre Stimme für den Klimaschutz erheben. Deshalb hat er viele Einladungen von Schulen angenommen - gegen den Rat aus dem Ministerium wegen des Zeitaufwands. "Denn es ist wichtig, der jungen Generation zuzuhören", sagte Glauber.

Wieder ein Thema für ihn ist die dezentrale Energieversorgung, die "der vorige Ministerpräsident völlig in die Tonne getreten hat". Das Einschränken des Flächenverbrauchs ist für ihn kein Tabu. Allerdings will Thorsten Glauber im Dialog mit den Kommunen die Quote von heute elf auf fünf Hektar pro Tag senken.

"Rettet die Bienen! - Erhalt der Artenvielfalt", das würden Glauber und auch Hümmer sofort unterschreiben. Den Weg dazu sieht Glauber als Pinzberger differenzierter, in einem Landkreis mit einer der höchsten Quoten an Nebenerwerbslandwirten in ganz Bayern. Sie sind seiner Meinung nach die besonders Betroffenen. Deshalb müsse der Staat sagen, wie er den Erhalt der Kulturlandschaft gewährleiste. "Das sage ich jedem Münchner und Nürnberger, der sein Kind bis vor die Kindergartentür fährt", spielte er auf die unterschiedliche Sichtweise der Großstädter und des ländlichen Raums an. Auch für die Gemeinden dort hat er eine spezielle Aufgabe: mutig das Straßenrandgrün nur einmal im Jahr zu mähen.

Hochwasserschutz

Vor Ort beginnen heißt es für Glauber auch beim Hochwasserschutz. Im Weg einer "kombinierten Lösung aus Freiwilligkeit und Vergütung" will er auch in Bayern unbewirtschaftete Gewässerrandstreifen schaffen. Glauber will "ein grünes Netz über ganz Bayern". Ein Punkt seien dabei auch die privaten Gärten. "Zierkies und Rasenwüste" fielen Glauber auf Nachfrage dazu ein. Um die insektenfeindliche Struktur zu verbessern, will er die Gartenbauvereine stärker einbinden und deren Aufklärungs- und Bildungsarbeit fördern. Auf den Weg gebracht ist auch ein Obstbau-Forschungsprojekt in der Fränkischen Schweiz. Hier soll pestizidfreies Bewirtschaften und ökologischer Pflanzenschutz im Freilandversuch getestet werden.

Die gesellschaftspolitische Entwicklung im Allgemeinen war dagegen das Thema von Hümmers Referat "Vom Umgang miteinander". Er sieht die Politik "in diesen nervösen Zeiten" in der Pflicht, zu altruistischem solidarischen Verhalten zu ermuntern, damit der Mensch als Wert in der pluralen Gesellschaft in der Mitte stehe. Ein Weg ist dabei "sachlich und wahrheitsliebend miteinander zu reden".

Ehrennadeln verliehen

Die Ehrennadel in Silber verlieh der Kreisverband Rudolf Braun, dem langjährigen Bürgermeister von Weißenohe, für seine langjährige Mitgliedschaft im Kreisvorstand, insbesondere als Schatzmeister. Dieselbe Auszeichnung in Platin erhielt Ludwig Brütting aus Ebermannstadt. Seit 1972 gehört er der Wählervereinigung in seiner Heimatstadt an. Mit Unterbrechungen war er dort über Jahrzehnte im Stadtrat und ist über 20 Jahre Kreisrat und Fraktionssprecher. Zu seiner Ehrung war auch Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) gekommen.

Reinhardt Glauber wird Ehrenmitglied

Per Akklamation ernannte die Versammlung Altlandrat Reinhardt Glauber zum Ehrenmitglied, dem einzigen im Kreisverband.

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