Forchheim
Pläne

Neues Parkhaus an der Forchheimer Moschee - Zwölf Meter hoher Bau löst Bedenken aus

Neben der Forchheimer Moschee soll ein fünfstöckiges, zwölf Meter hohes Parkhaus gebaut werden. Dass der Bau deutlich höher als das Gebetshaus wäre, irritiert die Gläubigen.
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Der Neubau soll direkt neben der Yunus-Emre-Moschee entstehen, wo aktuell ein Parkplatz ist. Foto:Franziska Rieger
Der Neubau soll direkt neben der Yunus-Emre-Moschee entstehen, wo aktuell ein Parkplatz ist. Foto:Franziska Rieger
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Auf dem Seltsam-Areal in der Haidfeldstraße plant die Stadt, gemeinsam mit der Sparkasse Forchheim ein Parkhaus zu errichten. Der Neubau soll direkt neben der Yunus-Emre-Moschee entstehen, wo aktuell ein Parkplatz ist. Die Stadträte des Planungsausschusses haben sich mehrheitlich für die größere von zwei Varianten ausgesprochen: Demnach soll das Parkhaus fünf Geschosse bekommen und künftig insgesamt 344 Stellplätze anbieten. Der Neubau soll zwölf Meter aufragen und wäre damit deutlich höher als die Moschee (9,15 Meter) oder das angrenzende Geschäftsgebäude von "Sport Dürrbeck".

Der Grund für das geplante Parkhaus: Die Sparkasse Forchheim ist dabei, ein Wohnbauprojekt in der Birkenfelder Straße zu realisieren. Aus Kostengründen wird dort allerdings keine zweite Tiefgaragenebene gebaut. Da dadurch für die Sparkassen-Angestellten notwendige Stellplätze wegfallen, ist nun ein gemeinsames Parkhaus in Kooperation mit der Stadt Forchheim geplant.

80 der neuen Parkplätze wären für die Bankmitarbeiter vorgesehen. Die Sparkasse hat vom Architektenbüro Brückner bereits zwei unterschiedliche Vorschläge erarbeiten lassen. Die nun favorisierte größere Variante sieht einen zwölf Meter hohen Neubau mit fünf Parkebenen vor. Bei der kleineren Variante sollte das Parkhaus vier Ebenen haben und 9,25 Meter hoch werden. Dadurch würden jedoch nur 267 Stellplätze entstehen.

Größere Lösung für mehr Plätze

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), sein Parteikollege Reiner Büttner und die Ausschussmitglieder Edith Fießer (FGL) und Sabine Dittrich sprachen sich für die kleinere Version aus, wurden aber von den restlichen Räten überstimmt, die mehr Parkplätze vorhalten möchten. Kirschstein präferierte das niedrigere Parkhaus, da es dementsprechende Absprachen gegeben habe. Wie sich im Nachgang der Abstimmung herausstellte, war dieser Umstand jedoch nicht allen Räten klar gewesen.

Auf Nachfrage des Fränkischen Tages bei der Yunus-Emre-Moschee wurde deutlich, dass es eine frühere Verständigung zwischen der Stadt und Vertretern der muslimischen Gemeinde gibt. "Wir hätten uns gewünscht, dass man noch einmal an uns gedacht hätte", sagt Coskun Ilgar, zweiter Vorsitzender des Moschee-Vereins.

Noch keine Infos zu Einzelheiten

Beim Bau der Forchheimer Moschee habe sich die muslimische Gemeinde ebenfalls an der Höhe der benachbarten Häuser orientiert. Allerdings sei sie bislang auch noch nicht über Einzelheiten, wie zum Beispiel die geplante Höhe des neuen Parkhauses, informiert worden. "Wir freuen uns natürlich über mehr Parkmöglichkeiten", bekräftigt Ilgar. Zu Gottesdiensten reichten die derzeitigen Stellplätze für die Gläubigen in Forchheim oft nicht aus.

Der Vorstand des Moschee-Vereins will nun zunächst die bekannt gewordenen Informationen besprechen, so Ilgar. Der Moschee-Vertreter hofft, dass die Verantwortlichen der Stadt noch das Gespräch mit den Gläubigen suchen.

Die Kosten für das Parkhaus schätzen die Architekten grob auf 3,6 bis 4,4 Millionen Euro. Je nach Kostenverteilung mit der Sparkasse und der Ausgestaltung verbleiben bei der Stadt geschätzte Kosten von rund zwei bis drei Millionen Euro.

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