Forchheim
Buchvorstellung

Neues Buch: Radfahren in Franken ohne Steigungen

Wer Steigungen vermeiden will, kann Fahrrad fahren an Flüssen und am Kanal entlang in Franken. Ein neues Buch zeigt Touren auch an Regnitz, Main und Aisch.
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Die beiden Radwege nach Forchheim von der Schleusenbrücke Hausen aus. Foto: Pauline Lindner
Die beiden Radwege nach Forchheim von der Schleusenbrücke Hausen aus. Foto: Pauline Lindner
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Frankens Schönheiten und Sehenswürdigkeiten bekannt zu machen, hat sich der Zirndorfer Verlag Ars Vivendi auf die Fahnen geschrieben. Dieser Tage hat er ein neues Buch herausgegeben, das sich speziell an Radler richtet. Und zwar an solche, die Steigungen lieber meiden und mehr die umgebende Landschaft genießen wollen. 14 längere Touren an Flüssen in ganz Franken hat man dafür ausgewählt. Als Testradler setzte der Verlag bekannte Belletristikautoren ein wie die Geschwister Helwig und Sigrun Arenz, Veit Bronnenmeyer oder Sylvia Schaub, die sich schon einen Namen als Herausgeberin der "Familienausflüge in Franken" gemacht hat.

Eine mehrtägige Route führt am Main entlang; eine weitere - sehr beliebte - von Wertheim nach Rothenburg entlang der Tauber. Von dort aus kann man an der Aisch und am Main-Donau-Kanal entlang nach Bamberg fahren, wie es Jonas Fehn ausprobiert hat. Zwar sind im Informationsteil zu jeder Route sorgfältig die öffentlichen Verkehrsmittel zu Start- und Zielort aufgeführt, aber schon an den ausgewählten Beispielen erkennt man, dass sie sich auch zu langen Touren koppeln lassen.

Eine Strecke fehlt

Eine Ergänzung benötigt das anregende Buch aber: die Strecke entlang des Kanals zwischen Erlangen und Bamberg. Sie ist überaus beliebt bei Radlern. "Eine sehr gute Strecke", sagt Petra Kallert aus dem Landkreis Fürth. Sie und ihr Begleiter fuhren mit dem Auto bis Möhrendorf als Startpunkt. 58 Kilometer ist ihre Tour lang, deren Wendepunkt Hirschaid war.

An der Hausener Schleusenbrücke zwischen Ober- und Unterwasser endet der östliche Radweg, während der westliche die Straße quert und in einem Bogen weiter nach Norden auf Forchheim zu verläuft. An richtigen Radeltagen geht es dort zu "wie am Plärrer". Denn die Brücken über Schleuse und Kraftwerk sind eine wichtige Ost-West-Verbindung im hiesigen Radwegenetz.

Knotenpunkt Hausener Kreisel

Der zweite Knotenpunkt dieser Art liegt am Hausener Kreisel. Von ihm kommt gerade Johanna Lazier mit ihren zwei Begleiterinnen. Die junge Piemontesin macht ab Herbst eine Ausbildung in Erlangen und will erst einmal per Rad ihre neue Heimat kennenlernen. Mit Hilfe der App "Komoot" hat sie eine Rundtour ausgetüftelt: an den Dechsendorfer Weihern entlang nach Röttenbach und Hemhofen und über den Radweg an der B 470 Richtung Forchheim. Der letztgenannte heißt auch Aischtalradweg und führt bis Rothenburg, ist aber nur teilweise identisch mit der von Fehn vorgeschlagenen Trasse.

Allein während der paar Minuten der Unterhaltung mit Lazier kommen mindestens zehn Radler vorbei. Zwei mit großen Gepäcktaschen; vermutlich sind sie auf einer langen Reise; eine Frau mit einem gefüllten Einkaufskorb, die in die Ortsmitte abbiegt. Denn auch das ist beliebt am Kanal: Anstelle mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren, benützen nicht wenige die kürzere Kanalverbindung in die Nachbarorte. Ebenso nehmen zahlreiche berufliche Pendler die zwei Wege direkt entlang des Wassers und/oder gut ausgebaute Parallelwege. Gerade zwischen Hausen und Wellerstadt fehlt noch ein Stück der dritten Verbindung im Regnitzgrund.

Italienerin begeistert

"Es ist super mit den Fahrradwegen hier; man sollte sie exportieren", sagt die Italienerin noch und schwingt sich wieder in den Sattel. Dafür steigt eine Frau ab, die sicherlich schon etliche Jahre im Ruhestand ist. Sie wohnt mit ihrem Mann in Alterlangen. Von dort sind sie gestartet und wenden nun an der Hausener Schleuse. "Die Bewegung ist unser Ziel", erklärt sie. Die ebene Strecke abseits von Straßen ist den beiden sehr sympathisch; sie nutzen sie häufig.

Schnell, bequem und durch eine schöne Gegend führt der Radweg am Kanal. Das bestätigte auch die Landtagskandidatin der Grünen, Ursula Sowa, aus Bamberg, als sie am vergangenen Samstag bei ihrer Oberfrankenradtour nach Forchheim kam. Und das, obwohl die Radfahrergruppe in den einzigen Regenguss seit Wochen kam.

Das Buch

Titel: Fahrrad fahren an Flüssen in Franken

Verlag: Ars Vivendi

ISBN: 978-3-86913-915-9

Preis: 16 Euro



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