Dormitz
Gemeinderat

Neuer Kindergarten in Dormitz bekommt zwei Vollgeschosse

Der neue Kindergarten in Dormitz soll Platz für drei Gruppen bieten - mit Erweiterungsmöglichkeit. Auf dem Friedhof wird Platz für neue Urnengräber geschaffen.
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Bürgermeister Holger Bezold erklärt dem Landrat Herrmann Ulm bei einer  Besichtigung des Friedhofes, wo man das neue Graburnenfeld plant.      Foto: Karl Heinz Wirth
Bürgermeister Holger Bezold erklärt dem Landrat Herrmann Ulm bei einer Besichtigung des Friedhofes, wo man das neue Graburnenfeld plant. Foto: Karl Heinz Wirth

Die Verwaltung hat für die Kita-Bedarfsplanung in Dormitz Daten ermittelt, aus denen hervorgeht, dass dringender Bedarf an Plätzen besteht, der regulär nicht gedeckt werden kann. Dies teilte Bürgermeister Holger Bezold (FW) in der Gemeinderatssitzung mit. Nur mit einem befristeten Provisorium sei es möglich, vorübergehend Plätze zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich könnten im bestehenden Kindergarten 24 Krippen- und 70 Kindergartenkinder untergebracht werden. Wegen der stetigen Nachverdichtung von circa drei Wohneinheiten pro Jahr, des Baugebiets "Am Brandbach" mit 24 Wohneinheiten und der angedachten Bauleitplanung Steinwehr- und Lorenzer Straße empfiehlt das Ministerium für Familie und Soziales, einen Puffer von zehn Prozent für unvorhergesehenen Bedarf an Kindergartenplätzen vorzuhalten. Das heißt, so der Bürgermeister: "Die vorhandenen Plätze sind für den Bedarf nicht ausreichend." Die Bedarfsfeststellung für 2019 beträgt bei der Krippe (U 3) zusätzlich zwölf Betreuungsplätze und im Kindergarten zusätzlich 30 Plätze. Aufgrund der vorliegenden Zahlen, so Bezold, sei es erforderlich, nicht nur eine Kindergarten- und Krippengruppe zu bauen, sondern Raum für drei Gruppen zu verwirklichen. Die Räte erkannten den Bedarf von insgesamt 152 Krippen- und Kindergartenplätzen an. Sie beschlossen daher, mit dem Kita-Neubau am Veilchenweg drei weitere Gruppen zu schaffen. Der Architekt wird beauftragt, den Kindergarten mit zwei Gruppen im Erdgeschoss und einer Gruppe im Obergeschoss zu planen. Eine Erweiterung für eine weitere Gruppe im Erdgeschoss soll vorgesehen werden. Das Planungsbüro wird beauftragt, zwei Vollgeschosse einzuplanen.

Nachfrage nach Erdurnengräbern

Die Nachfrage nach Erdurnengräbern steigt kontinuierlich. Derzeit ist nur noch eine freie Grabstelle für eine Urnenbestattung vorhanden. Der Bürgermeister schlug vor, nachdem die alte Aussegnungshalle abgerissen wurde, dort neue Urnengräber herzustellen. Das beauftragte Planungsbüro Rinneberg hat zwischenzeitlich vier Varianten erarbeitet, welche Bezold dem Gremium vorstellte. Grundsätzlich unterschieden sich diese vier Varianten nur in einigen Details, wobei in der Diskussion die Variante 2 die meiste Zustimmung erhielt. Das Grabfeld soll zur Straße hin durch eine Heckenbepflanzung einen Sichtschutz erhalten und durch Pflanzung von kleineren Bäumen aufgelockert werden. In der Mitte sind ein Trogbrunnen und Schattenplätze zum Verweilen vorgesehen. Dem Wunsch nach Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen konnte nicht entsprochen werden, da der erforderliche Platz dafür auf dem Friedhofsgelände eingeplant werden müsste und das Urnengrabfeld kleiner ausfallen würde. Mehrheitlich stimmten die Räte der Neuanlage von Erdurnengräbern zu.

Lange Verfahrensdauer

Bürgermeister Holger Bezold übte harsche Kritik an der langen Verfahrensdauer für ein Baugrundstück in Dormitz-Südwest - trotz Anwendung eines Paragrafen, der Verfahrenserleichterungen verspreche. Ziel der Regelung ist es, den Gemeinden das Ausweisen von Wohnflächen im Außenbereich zu erleichtern und die Schaffung neuen Wohnraumes zu beschleunigen. Dennoch sei die Verfahrensdauer von circa zwei Jahren immer noch gleich, egal, ob man einen oder 50 Bauplätze ausweise, sagte Bezold. "Man mutet uns immer mehr Aufgaben in den Gemeinden zu", wetterte Bürgermeister Bezold, "nur wenn wir ein Baurecht für Bauwillige schaffen wollen, sind wir anscheinend zu dumm dafür." Die Gemeinde wolle, dass junge Bürger in ihrem Heimatort bauen könnten. "Wenn dies allerdings durch Überregulierung des Gesetzgebers verhindert wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn junge Menschen in die Städte abwandern", klagte Bezold.

Jahresrechnung

In ihrem Bericht über die Prüfung der Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2017 teilte die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Elke Mölkner (FW), dem Gremium das Ergebnis mit. Der Verwaltungshaushalt beträgt in den Einnahmen und Ausgaben 3.823.169 Euro, der Vermögenshaushalt 962.528 Euro, mit einer Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 694.199 Euro. Somit verbleibt ein Soll-Überschuss von 380.897 Euro. Die Gemeinderäte erteilten einstimmig die Entlastung.

Bürger-App

Dem Antrag der Fraktion Freie Wähler/Unabhängige Bürger Dormitz auf Einführung einer Bürger-App im Zuge der Einführung des Rathaus-Serviceportals durch die Verwaltungsgemeinschaft Dormitz stimmte das Gremium mehrheitlich zu. Die Kosten für die Erstellung belaufen sich einmalig auf 1000 Euro mit monatlichen Kosten in Höhe von 35 bis 55 Euro.

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