Forchheim
Wohnungsbau

Neue Wohnungen für den Forchheimer Osten: Raum für Familien und Senioren

In der Mayer-Franken-Straße baut die GWS neue Wohnungen und eine Tagespflege. Die Zahl an öffentlich gefördertem Wohnraum soll weiter steigen.
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August 2020 sollen die ersten Mieter in die mehrgeschossigen Neubauten  in der Mayer-Franken-Straße einziehen. Animation: Baum-Kappler Architekten
August 2020 sollen die ersten Mieter in die mehrgeschossigen Neubauten in der Mayer-Franken-Straße einziehen. Animation: Baum-Kappler Architekten
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Das Seniorenzentrum Jörg Creutzer bekommt neue Nachbarn. Direkt nebenan wird auf dem Grundstück der Mayer-Franken-Straße 38 seit Dienstag, 30. April, gebaut. Die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Forchheim (GWS) errichtet hier, oberhalb des Hornschuch-Quartiers, einen Neubau mit 16 Sozialwohnungen.

"Bauen und Wohnen sind aktueller denn je. Früher war das Thema nicht ganz so sexy - das hat sich geändert", sagt GWS-Geschäftsführer Alexander Dworschak. Aber entgegen den Forderungen nach Enteignungen und schnellen Lösungen gegen den Wohnungsmangel betont Dworschak: "Bauen braucht Zeit."

Wohnungen für 7,80 Euro pro Quadratmeter

Vor genau fünf Jahren kaufte die GWS das rund 5800 Quadratmeter große Grundstück. Im Herbst 2015 wurden die Planer beauftragt und im August 2020 sollen - wenn alles klappt - die ersten Mieter einziehen. In dem Neubau entstehen elf Dreizimmerwohnungen (62 bis 76 Quadratmeter groß), vier Vierzimmerwohnungen (90) und eine Einzimmerwohnung (35). Die Miete der öffentlich geförderten Wohnungen wird 7,80 Euro pro Quadratmeter kosten. "Wer Anspruch hat, kann je nach Einkommensverhältnissen auf 5,80 Euro herunterkommen", erklärt Dworschak. Alle Wohnungen bekommen Balkone, die Dachgeschosswohnungen Loggien.

Das viergeschossige Gebäude besteht aus zwei zueinander leicht versetzten, annähernd quadratischen Baukörpern. Das Wohngebäude wird "in der Höhe gestaffelt" und soll sich "am natürlichen Geländeverlauf orientieren". Ein gemeinsames Treppenhaus mit Aufzug wird alle Geschosse barrierefrei verbinden. In jedem der zwei Baukörper sind pro Geschoss zwei Wohnungen.

Neue Tagespflege für die Diakonie

Die GWS baut außerdem ein Gebäude für die Tagespflege der Diakonie. Seit 20 Jahren betreibt sie das Seniorenzentrum Jörg Creutzer mit 111 Plätzen. "Die Gesellschaft wird älter. Was immer gefehlt hat, war die Tagespflege", sagt Norbert Kern vom Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim. Es wird ein quadratischer, dreigeschossiger Neubau. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage wird die Tagespflege sein. Im zweiten Obergeschoss entstehen drei Zweizimmerwohnungen mit 45 bis 54 Quadratmetern Größe. Ein gemeinsamer Vorplatz verbindet den Neubau mit dem Seniorenzentrum, die Zufahrt läuft über die Mayer-Franken-Straße.

Forchheims Bevölkerung wächst

Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) betont, wie wichtig es für Forchheim ist, neuen Wohnraum zu schaffen. Pro Jahr entstünden in der Stadt aktuell rund 200 Wohneinheiten. Das sei auch nötig, denn jährlich wachse die Bevölkerung um 100 bis 150 Personen an. "Bezahlbaren Wohnraum zu gestalten, ist eine große Herausforderung, der wir uns stellen." Der Aufholbedarf sei aber noch nicht erledigt. "Ich bin davon überzeugt, dass Enteignung nicht das Mittel der Wahl ist", erklärte auch Kirschstein zu der aktuellen Debatte.

Bei dem Projekt handelt es sich um öffentlich geförderten Wohnbau. Das bedeutet grob gesagt, die neuen Wohnungen richten sich vor allem an einkommensschwache Menschen. Damit der Mieter oder die Mieterin sie beziehen können, müssen sie sich einen Wohnungsberechtigungsschein beim Liegenschaftsamt holen. Entscheidend hierbei sind unter anderem das Einkommen und Wohnungsgrößen. Auch kann eine Rolle spielen, ob es sich bei den Mietinteressenten um junge Familien, Alleinerziehende oder Menschen mit Behinderungen handelt.

Neues Baulandmodell gilt ab 1. Mai

Im vergangenen Jahr wurden rund 70 solcher Scheine ausgestellt. Aktuell gibt es 344 öffentlich geförderte Wohnungen im Stadtgebiet Forchheim. "Tendenziell wird diese Zahl weiter wachsen", erklärt Timo Sokol vom städtischen Liegenschaftsamt. Auch durch das neue flexible Baulandmodell, das ab Mittwoch, 1. Mai, in Forchheim gilt, soll die Zahl der geförderten Wohnungen steigen. Das neue flexible Baulandmodell in Forchheim kann hier über die Internetseite der Stadt Forchheim eingesehen werden werden.

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