Obertrubach

Neue Tafeln verwirren die Autofahrer

Untertrubach muss acht neue Schilder aufstellen. Ein Ortsfremder hatte gegen die vorherige Beschilderung geklagt.
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Die Straße       von  Wolfsberg   nach Untertrubach      säumen jetzt    deutlich mehr Verkehrsschilder. Foto: Galster
Die Straße von Wolfsberg nach Untertrubach säumen jetzt deutlich mehr Verkehrsschilder. Foto: Galster
Die Klage eines Verkehrssünders hat Konsequenzen für Untertrubach. Die Gemeinde muss nun beim Staatlichen Straßenbauamt eine neue Beschilderung der Ortsdurchfahrt in Auftrag geben. Auch die Gemeinde Obertrubach ist von dem Urteil betroffen.
Mancher Einheimische hat die Veränderungen noch nicht bemerkt, andere schauen ungläubig oder mit Unverständnis auf den neu entstehenden Schilderwald an der ersten Ortseinfahrt, von Egloffstein kommend nach Untertrubach.
Vor gut 30 Jahren hatte das Tal bis Obertrubach mit der Staatsstraße 2260 eine moderne Anbindung nach Egloffstein bekommen und war dadurch näher an die neue Kreisstadt Forchheim heran gerückt. Durch eine breite Baulücke von Untertrubach fand man damals eine komfortable Trasse. Vor der ersten Kreuzung, die links und rechts in die nun getrennten Ortsteile führte, stand ein Ortsschild.
Nach rund 200 Metern wurde der Ort durch ein weiteres Schild wieder beendet. Zwischen den beiden Schildern wachte oft eine Radarfalle. Schließlich verleitete die gerade, breite Strecke viele Fahrer zum schnellen Fahren.
Auf diesem Streckenabschnitt hatte es nach Auskunft des Landratsamtes Forchheim auch einen Ortsfremden. Der fühlte sich als Opfer einer Abzocke und legte Beschwerde ein. Er argumentierte, dass es sich nicht um einen Ort handle.

Landratsamt prallt ab

Die Staatsregierung in München hat dem Kläger recht gegeben. Nach der Gesetzeslage handle es sich hier nicht um eine geschlossene Ortschaft. Sie wies deshalb das Landratsamt in Forchheim an, den "Fehler" zu korrigieren.
Wie die dortige Abteilung "Straßenverkehr" mitteilt, habe man sich gegen diese Anordnung zunächst gewehrt. Diesen Protest hätte die Staatsregierung allerdings nicht akzeptiert. Das heißt im Klartext: Was 40 Jahre lang gegolten hat, darf nicht mehr stimmen. Das hat eine Kettenreaktion ausgelöst - jeder Amtsschimmel würde vor Begeisterung in die Höhe springen.
Zunächst mussten die Ortsschilder abgebaut werden, da es sich nach Gesetzeslage nicht um eine geschlossene Ortschaft handelt. An jeder Seite an gleicher Stelle finden sich stattdessen jetzt jeweils zwei Geschwindigkeits-Schilder mit 50 km/h.
Darüber, am gleichen Pfosten hängt das Schild "Achtung Kinder", darunter ein Schild "Freiwillig 30". Einige Meter vor dem 50er- Verkehrszeichen hat das Straßenbauamt eine 70km/h-Begrenzung auf jeder Ortsseite, die keine Ortsseite mehr sein darf, angebracht. Jetzt ist die Fantasie der Obertrubacher Gemeindevertreter in Verbindung mit dem Straßenbauamt gefordert. Links und rechts der Staatsstraße ist Untertrubach - recht verwirrend für Ortsfremde. Gibt es dann vielleicht ein Untertrubach Süd, oder Untertrubach-Sonnenseite?
Auf der Rückseite der Ortsschilder muss man dann noch über die Richtungsanzeige nachdenken. Nach Obertrubach, Wolfsberg oder Egloffstein, oder was immer. Dazu sind an der Staatsstraße noch zwei großer Richtungsanzeiger mit den Maßen 2,41 Meter mal 1,12 Meter für die Ortsteile Untertrubach vorgesehen. Das kleine Untertrubach mit dem größeren Ortsteil und der Kirche hat dazu noch zwei weitere Einfahrten von der Staatsstraße. Wie werden die berührt sein? Brauchen diese vielleicht auch eine neue Namensgebung?
Wo einst zwei unverfängliche Ortsschilder standen, versammeln sich mittlerweile zehn Verkehrszeichen. Zwei kommen noch hinzu. So werden zwei Verkehrsschilder durch zwölf neue ersetzt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h hat das Landratsamt durchgesetzt, um wenigstens das Risiko beim Queren der Straße zu reduzieren. Schließlich sind hier zwei Bushaltestellen und der Weg zwischen den Ortsteilen zu berücksichtigen. Die Gemeinde Obertrubach hat ergänzend eine Querungshilfe beantragt.

Da wiehert der Amtsschimmel

Ob sich die Untertrubacher dadurch aber aufgewertet fühlen? Viele reiben sich eher die Augen und schütteln nur ungläubig den Kopf über das, was da über sie hereingebrochen ist.
Wie sollen sie verstehen, dass Untertrubach in der Mitte nicht mehr Untertrubach ist, dass vielleicht das Untertrubach auf der Sommerseite auf Grund der Staatsstraße seinen Namen abgeben sollte, oder der größere Ortsteil anders zu definieren ist. In der jüngsten Bürgerversammlung votierten sie einfach dafür, beide Ortsteile weiterhin mit "Untertrubach" auszuzeichnen.
Das freudige, laute Wiehern des Amtsschimmels sollte eigentlich bis zur Staatsregierung nach München dringen. Freuen darf sich außerdem der Raser. Es wird künftiger billiger sein und sein Führerschein wird etwas sicherer.
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